19.08.2013

Frankfurt-Bayern in der Spielanalyse

Schweini, der Libero

Der FC Bayern gewinnt 1:0 bei Eintracht Frankfurt – auch weil Armin Vehs Mannschaft zu spät erkennt, dass sie eine Chance hat. Das Spiel in der Analyse.

Text:
Philipp Pelka
Bild:
Imago

Nach der Klatsche bei Hertha stellte Armin Veh gegen die Bayern von der Raute auf das 4-2-3-1 um. Um dem System mehr Stabilität als in der Vorsaison zu geben, gab es einige personelle Änderungen. Veh verzichtete auf einen gelernten Stürmer und stellte Alex Meier in die Spitze, mit Neuzugang Johannes Flum agierte ein Sechser als offensivster Mittelfeldmann. Letzterer sollte gegen den Ball Bastian Schweinsteigers Kreise einengen, was über weite Strecken der Partie jedoch nicht gelang. Schweinsteiger, erneut als einziger Sechser aufgeboten, wich geschickt in kaum pressbare Räume aus. So fiel er beispielsweise sehr häufig zwischen die beiden weit auffächernden Innenverteidiger Dante und Jerome Boateng zurück und baute das Spiel wie ein Libero auf.

Spielmachende Außenverteidiger

Bildete Bayern im Aufbau diese Dreierkette, veränderten sich die Rollen von den Münchener Außenverteidigern. David Alaba und Philipp Lahm, die passenderweise beide Erfahrungen und Potenziale auf zentralen Mittelfeldpositionen besitzen, orientierten sich immer wieder in die Halbräume, wo sie Kombinationen mit den beiden Achtern Toni Kroos und Xherdan Shaqiri suchten. Besonders über die halblinke Seite konnten die Bayern einige schön anzusehende Angriffe fahren. Franck Ribery und David Alaba ergänzten sich gut und wechselten permanent zwischen breiten und eingerückten Positionen. Diese flexible Spielweise wurden vom ausweichenden Mandzukic unterstützt, der so den Raum in der Mitte für den einrückenden Thomas Müller öffnete.


Auf dem anderen Flügel agierte Lahm oft sehr diagonal und steckte die Bälle durch die Schnittstellen auf Thomas Müller oder Mario Mandzukic. Durch seine extreme Ballsicherheit konnte Lahm bei seinen Läufen ins Zentrum immer wieder viele Eintracht-Akteure auf sich ziehen und die Situation dann mit einem einfachen Pass auf den Flügel auflösen. Exakt nach diesem Muster fiel auch der Führungstreffer durch Mandzukic, der nach Müllers Flanke artistisch vollendete (13. Minute). Bayern dominierte das Spiel im ersten Durchgang nach Belieben, was neben der Ballsicherheit auch an ihrem guten Pressing lag.

Mandzukic verrichtete wieder einmal Schwerstarbeit und isolierte die Innenverteidiger andauernd voneinander, sodass sie früh im Aufbau zu unkontrollierten langen Bällen greifen musste. In der Defensive agierte Bayern recht mannorientiert und mit einem Mann Überzahl in letzter Linie letztlich problemlos, Kontersituationen wie sie die Gladbacher im Eröffnungsspiel hatten, gewährten sie der Eintracht nicht – lediglich nach Standards strahlten die Gastgeber Gefahr aus.

 
 
 
 
 
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