Frank Wormuth über den Newcomer der Saison

Mario Götze

»Die Welt gehört in Kinderhände«, singt Grönemeyer. Dabei muss es doch »in Kinderfüße« heißen, oder besser noch: »in Götzefüße«. Dem Dortmunder scheint der Fußball samt Talent in die Wiege gelegt worden zu sein. Laudatio von Frank Wormuth. Frank Wormuth über den Newcomer der SaisonPicture Alliance

1. Platz: Mario Götze
Borussia Dortmund / 48 Punkte

Selbstverständlich hätte ich als Trainer der U 20-Nationalmannschaft gerne mit Mario Götze zusammengearbeitet, denn überragende Spieler erhöhen nicht nur die Chance auf Siege und Titel, es macht einfach Spaß, mit ihnen zu arbeiten. Aber es ist nicht verwunderlich, dass er direkt ins Team von Joachim Löw aufgerückt ist. Schließlich haben wir es bei diesem 18-Jährigen mit einem ungewöhnlichen Talent zu tun, der wie ein Hochbegabter in der Schule gleich ein paar Klassen überspringt.

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Damit symbolisiert Götze einerseits die Qualitätssteigerung in der Jugendausbildung, die wir in den letzten Jahren erlebt haben. Zugleich reicht der Dortmunder aber auch weit darüber hinaus. Denn selbst wenn er das Fußballspielen nicht auf der Straße erlernt hat, ist er doch ein klassischer Straßenfußballer.

Bei Mario Götze meint man, dass ihm der Ball schon in die Wiege gelegt worden sein muss. Nie spürt man eine Anstrengung, wenn er ihn stoppen muss, passen oder mit ihm dribbelt. Er streichelt den Ball, und der ist auch dann noch ganz selbstverständlich sein Freund, wenn drum herum achtzigtausend  Zuschauern toben.

Dabei hilft Götze auch seine eher geringe Körpergröße von 1,76 Metern. Er hat einen tiefen Körperschwerpunkt, das macht seine Bewegungen kurz und prägnant. Er muss nicht ausholen und kann sich auf engstem Raum drehen. Großen Spielern wird das nicht gelingen, selbst wenn sie über die gleiche Technik verfügen sollten. Zu diesem Größenvorteil und dem selbstverständlichen Umgang mit dem Ball bringt Mario Götze aber noch eine weitere erstaunliche Qualität mit: die Kaltschnäuzigkeit, unter Druck die absolute Ruhe zu bewahren. Er wartet mitunter so lange, bis er einen Pass spielt, dass man denkt, es sei nun doch zu viel des Guten. Dann schlägt er noch einen Haken – und hat doch wieder den richtigen Moment erwischt.

Götze ist nicht in Strategien oder Laufwegschulungen verhaftet, er versteht die Dinge instinktiv. Natürlich absolviert er auch seine Laufwege, doch er tut das, weil er spürt, wohin sie führen müssen. Zu seinem Instinkt gehört überdies ein hochentwickeltes strategisches Denken. Er weiß, wohin die Bälle gespielt werden müssen und verfügt dabei über ein so gutes Timing, dass seine Mitspieler mit seinen Zuspielen keine Zeit und Energie vergeuden. Vor allem aber genießt Mario Götze die Situation auf dem Platz, und das ist für uns Zuschauer ansteckend. Daher wünsche ich ihm und uns, dass es lange so bleiben wird.

2. Platz: Mehmet Ekici
1. FC Nürnberg / 25 Punkte
Dank schmerzhafter Tritte in den Hintern durch Bayerns Ex-Amateurtrainer Mehmet Scholl beim 1. FC Nürnberg nicht nur zum richtigen
Bundesligaspieler geworden, sondern auch noch zu einem richtig guten.

3. Platz: Oliver Baumann
SC Freiburg / 16 Punkte
Im Land der Dichter, Denker und Torhüter gleich in der ersten Profisaison zu einem der besten Bundesligakeeper zu werden: wow!

Im Doppelpass mit:

Liga total!VWCastrol

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