17.02.2013

Frank Lampard schreibt Kinderbuch: Fußballer als Autoren

»Der Breitner säuft wie ein Kosak!«

Bierhoff, Borowka, Matthäus, Neururer – keine Woche vergeht derzeit, ohne eine neue Fußballer-Biografie auf dem Markt. Frank Lampard hat jetzt sogar angekündigt, ein Kinderbuch zu schreiben. Grund genug, um die zehn besten Fundstücke aus dem Fundus historischer Kicker-Bios zu präsentieren.

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»Frankie´s Magic Football« (Frank Lampard)
Anstatt seinen im Sommer auslaufenden Vertrag beim FC Chelsea zu verlängern, hat Frank Lampard kürzlich bei einem Verlag für Kinderbücher unterschrieben. Der Mittelfeldregisseur will die Gutenachtgeschichten, die er für seine Kinder auf der Bettkante herbeiphantasiert, in fünf Kinderbüchern verwursten. Inhalt: Der achtjährige Schuljunge Frankie erlebt Abenteuer mit seinen fußballverrückten Freunden und seinem Hund Max. Weitere Details sind noch nicht bekannt, aber vermutlich geht es um einen bösen Schuldirektor namens Roman, der Klein-Frankie nicht mehr in der Schülermannschaft spielen lässt. Rührend.

»Ich bin doch kein Tor« (Sepp Maier)

Mit Muskelkater zwischen den Zeilen berichtete Sepp Maier über das gnadenlose Training von Branko Zebec. Dessen Motto: »Musst du Gift wieder rausschwitzen!« Maier lakonisch: »Gift, das waren für ihn Alkohol, Zigaretten und Frauen. Bei sich selber war er da großzügig. Wenn er mit Sonnenbrille und brennender Zigarette unter die Dusche ging, dann wussten wir Bescheid.«

»Die Wahrheit …« (Jens Lehmann)
Legendäre Disco-Tour bei der WM 1998 mit den Kollegen Lothar Matthäus und Andy Möller. Wir hören rein: »Um kurz nach vier Uhr kamen wir los. Ich fuhr, Lothar kippte die Lehne des Beifahrersitzes brutal nach hinten. ›Bist du bescheuert, mein Knie!‹, schrie Möller. Lothar schlief sofort ein, Mund offen, Arme links und rechts schlapp am Sitz herabhängend.«

»Nummer eins« (Oliver Kahn)
Kahns erste ganz große Liebe: ein Mofa. Trauriges Ende der Beziehung: Die Polizei stoppte den jungen Kahn auf seinem – latürnich! – frisierten Gefährt, kloppte die unerlaubten Teile aus der Karosserie und schickte den Raser nach Hause. »Es war erniedrigend: Ich musste mein heiß geliebtes Fahrzeug durch die Fußgängerzone schieben 
– mit den ganzen Einzelteilen unterm Arm!«

»fußball bekloppt« (Reiner Calmund)
Schonungslos seziert Calli seine immensen Figurprobleme im Kindesalter. »Ich war vielleicht zehn Jahre alt, da dia-
gnostizierte der Rheinbraun-Betriebsarzt beim ›kleinen 
Calmund‹ etwas, was aus heutiger Sicht einer medizinischen Sensation gleichkäme: ›Der Junge ist zu dünn. Der fällt uns vom Fleisch. Der muss in Kur!‹ Sechs Wochen Eifel waren angesagt.«

»Anpfiff« (Toni Schumacher)

Um einer Klagewelle zu entgehen, korrigierte Toni Schumacher die zweite Auflage. Also: »Dass Breitner ›säuft wie ein Kosak‹ habe ich rausgenommen.« Denn: »Ich wollte den Paul ja nicht als Alkoholiker darstellen.« Aber: »Viele Leute haben mir geraten, dies oder das wegzulassen. Dann wär’s aber nicht mein Buch geblieben. Dann wär’s ein Faltblatt geworden.«

 
 
 
 
 
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