Fragen zum Algerien-Spiel

Iggy Pop und sein Bauchgefühl

Bundestrainer Joachim Löw muss gegen Algerien umstellen. Was ist mit Sami Khedira, dem Sturm und dem System? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Spiel.

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Ist Sami Khedira mit dem Regen von Recife aus dem Team gespült worden?
»Der Trainer muss entscheiden, was für ihn und die Mannschaft das Beste ist«, sagte Khedira nach der Regenschlacht von Recife. Beim 1:0 über die USA hatte der Mittelfeldspieler von Real Madrid schlicht eine Pause erhalten. Die sei »unausweichlich« gewesen, sagte Löw, der dafür Bastian Schweinsteiger im deutschen Mittelfeld Regie führen ließ. Gegen Algerien aber könnte Khedira wieder in die Startelf rücken, der ja zum Teil eine nordafrikanische Identität in sich trägt. Khediras Vater ist Tunesier, weshalb der Sohn auch die tunesische Staatsbürgerschaft besitzt und wohl auch verstehen würde, welche Kommandos die Algerier sich auf dem Platz geben. Damit könnte der Oberbayer Schweinsteiger nicht dienen. Aber egal, bei beiden Führungskräften werde es nach ihren Verletzungen nicht über sieben Spiele komplett reichen, wie Löw sagte, weshalb er ja auch zum Job-Sharing griff. Am Ende wird es wieder »eine Bauchentscheidung« geben.

Wird es nun in der K.-o.-Phase zu einer Systemveränderung kommen?
Nein, das hat der Bundestrainer ausgeschlossen. Er sagte, es bleibe beim 4-3-3-System, das sich auch in ein 4-1-2-3-System interpretieren ließe. Grundsätzliche Veränderungen »unseres Systems und unserer Spielidee« wird es nicht geben: »Was wir brauchen, sind Verbesserungen im Detail«, sagte Löw und formte dabei den Daumen und den Zeigefinger seiner linken Hand zu einem langen dünnen U, das er dann hin- und herschraubte. In den Teamsitzungen und auf dem Trainingsplatz gelte besonderes Augenmerk dem Spiel im letzten Drittel, also der Zone vor des Gegners Tor. Die Details ließen sich wie folgt benennen: letzter Pass, Besetzung der Frontposition, konsequente Verwertung von Chancen.

Wie nah ist die Mannschaft am Ideal?
Nach der Pflichterfüllung Gruppensieg befinde sich das deutsche Team im Stadium relativer Grundzufriedenheit, wie der Bundestrainer sich ausdrückte. Das kann allerdings nur eine Art Zwischenstadium sein. Die deutsche Mannschaft kann besser spielen, und sie muss es auch ab sofort. »Wir sind noch nicht am Limit«, sagte Löw. Vielleicht sei das auch ganz gut so. Eine Mannschaft, die ganz nach oben will, müsse in einem Turnier steigerungsfähig sein.

Startet nun Deutschland ähnlich wie bei der WM vor vier Jahren durch?
Von dieser Zuversicht ist zumindest Wolfgang Niersbach durchdrungen. Der DFB-Präsident schaute extra vor dem Abflug im deutschen Camp bei den Spielern vorbei, um ihnen das zu vermitteln. Beim Turnier in Südafrika habe Deutschland in der Vorrunde ähnlich abgeschnitten. Damals lauteten die Ergebnisse der Reihe nach: 4:0 (Australien), 0:1 (Serbien) und 1:0 (Ghana). Na ja, passt nicht ganz, aber danach explodierte das Löw-Team, zerlegte in der K.-o.-Runde erst England (4:1 im Achtelfinale) und fegte dann über Argentinien (4:0 im Viertelfinale) hinweg. An den weiteren Verlauf könne sich Niersbach nicht mehr so genau erinnern - aber Spanien (0:1 im Halbfinale) ist ja hier nicht mehr dabei. Italien - 0:2 im EM-Halbfinale 2012 - übrigens auch nicht mehr.

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