08.01.2014

Fischer vs. SPD: 20 Dinge über Fußball und Politiker

Politik hat im Stadion was zu suchen

Der Streit zwischen Werder-Präsident Klaus Dieter Fischer und der SPD geht in die nächste Runde. Weil die Sozialdemokraten seinen Klub schröpfen wollen, um das riesige Haushaltsdefizit zu verringern, trat Fischer aus der SPD aus. Jetzt droht selbst die DFL mit rechtlichen Schritten. Wir haben 20 Anekdoten rund um »Fußball und Politik« zusammengekratzt.

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11FREUNDE
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1
Das englische Aus im Halbfinale der WM gegen Deutschland kommentierte Helmut Kohl, man habe die Engländer in ihrem Nationalsport besiegt. Worauf die eiserne Lady Margaret Thatcher zurückgiftete: »Richten Sie ihm aus, dass wir die Deutschen in diesem Jahrhundert schon zweimal in ihrem Nationalsport besiegt haben.«

2
Ex-Außenminister Joschka Fischer urteilte wenig schmeichelhaft über seine fußballerischen Aktivitäten während seiner fettleibigen Phase: »Mittlerweile bin ich wieder zum Arbeitspferd im Mittelfeld aufgerückt, was aus nachvollziehbaren Gründen über Jahre nicht mehr möglich war. Mein Aktionsradius war mit diesem Übergewicht auf die Größe eines Bierdeckels zugeschnitten.«

3
Als Walter Eschweiler bei der WM 1982 über den Ball stolperte und zwei Zähne verlor, eilte der anwesende Außenminister Hans-Dietrich Genscher nach dem Spiel besorgt zu ihn und fragte ihn nach seinem Befinden. Die Antwort des Referees: »Lieber Herr Minister, außer dem angeborenen Dachschaden keine weiteren Verschlechterungen. «

4
Reichlich ungelenk ging der britische Unterhausabgeordnete Boris Johnson bei einem deutsch-englischen Benefizkick zu Werke und rammte einem deutschen Kicker seinen Kopf in den Bauch. Johnson anschließend bauernschlau: »Ich bin mit dem Kopf doch zum Ball gegangen, das ist doch im Fußball erlaubt.« Eine Begründung, die auch Zidane vor der roten Karte heranzog.

5
In die große Politik zog es Winnie Schäfer. Seit 2004 ist Schäfer Gemeinderatsmitglied in Ettlingen. Der Blondschopf hatte für die neu gegründete Wählergemeinschaft »Für Ettlingen« kandidiert, die auf Anhieb zweitstärkste Fraktion wurde, unter anderem mit dem Aufregerthema »Zentrumsnahe Parkplätze schaffen!«.

6
Der ehemalige DFB-Präsident Peco Bauwens wagte in seiner Festrede zum Titelgewinn 1954 einen bizarren Ausflug ins politische und dankte unter anderem dem »alten Germanengott« Wotan für den Beistand.

7
Während sich bei späteren Weltmeisterschaften die Polit-Prominenz auf der Tribüne drängelte, glänzte die Politik bei der WM 1954 durch Abwesenheit. Zum Endspiel erschien kein einziger Bundesminister. Konrad Adenauer spielte lieber Boccia.

8
Auf die Theorie des linken Fußballs von Fußballvisionär Menotti entgegnete Johan Micoud einst: »Dann sind wir bei Werder Bremen wohl alle Sozialisten! Ich kannte diese Theorie nicht und sehe auch keinen so klaren Bezug zwischen Fußball und Politik. Ich selbst bin politisch eher bei den Grünen anzusiedeln.« Eine Einstellung, die sich Micoud auch nach dem Fußballerleben erhalten hat: Heute besitzt er ein Weingut in Frankreich.

9
79 deutsche Spitzenpolitiker hatten entsprechend dem Protokollkonzept des Bundesinnenministeriums Anspruch auf freie Tickets für die Weltmeisterschaft 2006. Manch ein Politiker musste allerdings zuvor noch die Fakten büffeln, wünschte sich Wirtschaftsminister Glos doch ein Finale zwischen Deutschland und Österreich. Letztere waren allerdings gar nicht qualifiziert.

10
Ein politischer Multifunktionär ist Dušan Galis: Bis zum EM-Qualifikationsspiel gegen die deutsche Nationalelf im Oktober 2006 Nationaltrainer in der Slowakei,  danach trat er zurück. Der Grund war nicht die herbe 1:4-Niederlage, sondern die Anhäufung seiner Aufgaben und Ämter. Galis ist Abgeordneter des nationalen Parlaments und des Regionalparlaments von Bratislava sowie offizieller Sportbeauftragter der slowakischen Regierung. »Es ist nicht ideal, wenn der Nationaltrainer mehr Funktionen hat als ein japanischer Computer«, mahnte die linksliberale Tageszeitung »Pravda«.

 
 
 
 
 
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