26.09.2013

Fan-Boxen im Stadion: Wer tut sich das an?

»An alle, die mich kennen. HEEY!«

Seite 2/2: Dichter und Denker
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imago

4. Liebende
 
Axel wollte eigentlich nur Uschi und Johannes grüßen, vergaß aber fast, wo er war. »Vom Borussia-Park«, schob er nach. Damit wäre es auch gut gewesen, doch Axel schien das dringende Bedürfnis zu haben, sich vor dem gesamten Stadion noch tiefer reinzureiten. So fuhr er fort: »Und auch an meine Freundin Sophie. Wir sehen uns morgen und gehen schön Tennis spielen.« Man kann nur hoffen, dass Axel damit Wettschulden einlöste – andernfalls will man gar nicht wissen, über welche anderen amourösen Freizeitunternehmungen er die Öffentlichkeit noch in Kenntnis setzt.
 


5. Dichter und Denker
 
Absolut unerreicht und auf ewig der Liebling aller Fan-Boxen ist eine Dame, deren Herz für die Düsseldorfer Fortuna schlägt. Ihre Liebesbekundung schreit sie in bester Dieter-Thomas-Heck-Manier ins Mikro. Und welch wundersame, beinahe lyrischen Sätze dort anklingen, lässt Vergleiche mit dem Altmeister Johann Wolfgang von Goethe zu. Der textete einst: »Freudvoll und leidvoll, gedankenvoll sein; langen und bangen in schwebender Pein; himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt: Glücklich allein ist die Seele, die liebt.« Was die Fortuna-Anhängerin so auf den Punkt bringt: »Ich bin in Düsseldorf geboren, wohne aber leider in Leichlingen/und bin schon überall hingefahren, bin schon über 40 Jahre Fortuna-Fan/ich war inne vierte Liga, genauso auf Acker, in Bad Honnef undundund/heute wünsch eure Fortuna, dass wir aufsteigen/hey/hier regiert nur einer – Fortuna und sonst keiner!« Und natürlich durfte nicht fehlen: »An alle Grüße, die mich kennen. HEEEY!« Das dürften nach diesem Auftritt ein paar Leute mehr sein.
 

 
 
 
 
 
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