Ex-Bundesligaspieler verliert Prozess gegen MLS-Team

Die Ice-Bucket-Challenge des Piotr Nowak

Mitte der neunziger Jahre galt Piotr Nowak von 1860 München als einer der besten Spielmacher der Bundesliga. Und als Trainer? Verprügelte er seine Spieler.

Imago

Stell dir vor, es ist 2010. Du hast gerade deinen Uni-Abschluss in den USA hingelegt, warst nebenbei der Star deiner Fußballmannschaft. Jetzt wird dein großer Traum wahr: Du wirst Profi. Bei der MLS-Draft, der Talentbörse für College-Absolventen, wirst du von den Philadelphia Union verpflichtet, einem Retortenteam einer Retortenliga. Ab sofort trainierst du unter einem, der es drauf hat: Piotr Nowak. Ehemaliger Kapitän der polnischen Nationalmannschaft, Mitte der neunziger Jahre bei 1860 München einer der besten Spielmacher der Bundesliga, Polens Spieler des Jahres 1996, Träger des heimischen Verdienstordens. Was für ein Mann. Dein Trainer, dein Held. Tja, bis das Trainingslager startet.

Denn irgendwann stellt sich Piotr Nowak vor dich in die Kabine, neben ihm ein Eimer mit Eiswasser. Der Trainer steckt eine Hand in das Nass, zieht sie raus - und zimmert dir eine. Mit der Faust. Voll durch. Wahlweise auch mit einer Sandale. Willkommen im Profifußball, Frischling.

Gepflegte Dresche auf dem Smartphone

So oder so ähnlich soll es sich zugetragen haben bei den Philadelphia Union, bei denen Nowak zwischen 2010 und 2012 an der Seitenlinie stand. Bis er von seinem Arbeitgeber vor die Tür gesetzt wurde. Der Fall landete vor Gericht, wo sich Nowak und Verein über Jahre hinter verschlossenen Türen beharkten. Die Details seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, urteilte der zuständige Richter. Blöd nur für Nowak, dass der Fall im letzten Jahr einem neuen Rechtshüter übertragen wurde, der es nicht ganz so genau nimmt mit der Privatsphäre der Streithähne. Also wurden Hunderte Seiten Gerichtsunterlagen veröffentlicht, die Angaben von Nowak und seinen Anwälten, die Position des Vereins, die Bewertung des Schiedsgerichts. Vorsichtig formuliert: Es darf angezweifelt werden, dass Piotr Nowak die Freigabe der Dokumente mit Lokalrunden gefeiert hat.

Treffen die Vorwürfe zu, hat Sportsfreund Piotr mal so richtig einen rausgehauen bei seinem Engagement in der »Stadt der brüderlichen Liebe«. Das Aufnahmeritual für Rookies, also Neuprofis, bestand demnach aus einer gepflegten Abreibung, vorgenommen vom Cheftrainer persönlich, aufgezeichnet auf Video durch dessen Assistenten. Gut vorbereitet, versteht sich: Durch Kühlen der Hand in Eiswasser habe die Schmerzempfindlichkeit abgenommen, wodurch Nowak mit Extraschmackes draufhauen konnte. Clever mitgedacht, Herr Ex-Spielmacher.


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