Es geht wieder los: Neun Dinge über Rückrundenstarts

Zauberer, Diebe und fliehenden Schiris

Endlich wieder Bundesliga. Dass auch beim Spiel der Bayern in Gladbach Kuriositäten vorprogrammiert sind, zeigt unsere Top Ten zu Kuriositäten zum Rückrundenstart. Mit dabei: fliehende Schiedsrichter, dumme Diebe und ein Stromausfall zur Prime-Time. Es geht wieder los: Neun Dinge über Rückrundenstarts

1. Zé Roberto II schießt ein Tor für Schalke 04

Schalkes spendabler Manager Andreas Müller hätte es ahnen können: Spieler mit einer II im Namen sprechen nicht gerade für Qualität. So waren drei Millionen Euro für die zweite Version des ehemaligen Bayern-Stars entschieden zu viel Geld. Was viele dabei vergessen: Der Schalker Zé Roberto schlug bei seinem Debüt zum Rückrundenstart in der Saison 2007/2008 ein wie eine Bombe. Für sein erstes Bundesligator brauchte der Brasilianer, der nach seiner Einwechslung zum 4:1 Endstand gegen den VfB Stuttgart traf, gerade einmal 113 Sekunden. Sein Trainer Mirko Slomka jubelte nach dem Abpfiff: »Das ist eine sagenhafte Geschichte, einen solchen Bundesliga-Einstand zu feiern«. Es blieb beinahe beim Einstand: Zé Roberto machte genau drei Spiele für die Königsblauen und gilt heute als einer der größten Fehleinkäufe der Klubgeschichte. 

2. Flucht nach oben

Der Unparteiische Gerd Zimmermann gab beim Spiel von Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Köln in der Saison 1985/1986 ein denkbar ungünstiges Bild ab. Neben mehreren kleinen Fehlentscheidungen war vor allem der Elfmeterpfiff zugunsten der Kölner in der Schlussphase des Spiels äußerst umstritten. Zimmermann selbst traf seine zweifelhafte Leistung am schwersten: Auch noch 55 Minuten nach Spielschluss verschanzte sich der Schiedsrichter in seiner Kabine, nachdem ihm ein Fan der Eintracht durch ein Gitter mit Bier übergossen hatte. Am Ende hatte er genug und trat, unbemerkt von Journalisten, aus einem 120 cm hohen und 80 cm breiten Notausstieg die Flucht aus dem Frankfurter Waldstadion an.

3. Amateurhafte Diebe

Dass Borussia Mönchengladbach am 18. Spieltag der Saison 1983/1984 mit 4:1 aus dem Düsseldorfer Rheinstadion geschossen wurde, war das Eine. Mindestens genau so bitter war die Tatsache, dass die gesamte Mannschaft vor dem Spiel von einem Unbekannten ausgeraubt wurde. Der gewiefte Trick des Diebes: Zehn Minuten vor der Halbzeitpause trat er an einen Ordner heran und sagte, er würde der Mannschaft schonmal Tee in die Kabine bringen. Der ahnungslose Ordner winkte den vermeintlichen Anhänger des Trainerstabs durch, der 3000 Mark und ein Dutzend Uhren klauen konnte. Immerhin, Gladbachs großer Star Lothar Matthäus blieb verschont. Nach dem Spiel spottete er: »Was für ein Amateur! Meine Uhr hat er übersehen«.

4. Gelungene Revanche

Wieder Borussia Mönchengladbach, diesmal rein sportlich. In der Rückrunde der Saison 1967/1968 kam Schalke 04 zur Borussia und ging mit sage und schreibe 0:11 unter. Neben Günter Netzer findet sich auch Jupp Heynckes unter den Torschützen, der trotz eines Hattricks vom »kicker« nur eine 3,0 verliehen bekam. Ein Jahr später reisten die Schalker zum Auftakt der Rückrunde wieder an den Bökelberg. Den Knappen gelang eine beeindruckende Revanche, auch wenn das Torverhältnis nicht erreicht wurde: Diesmal setzten sich die Königsblauen hauchdünn mit 6:1 durch.

 
5. Filmreifer Fehlstart

Die Hinrunde der Saison 2001/2002 war für die Bayern nach dem Champions- League-Titel katastrophal gelaufen: Vor der Winterpause lief man den eigenen Ansprüchen als Tabellenfünfter gehörig hinterher. Zum Rückrundenauftakt auf Schalke sollte alles besser werden. Es wurde alles noch viel schlimmer: Die Königsblauen fegten die Bayern mit 5:1 aus der frisch gebauten Arena. Dabei hing ein großes Transparent in der Kurve der Knappen, das auf die verpasste Meisterschaft im Jahr davor anspielte: »Unseren Traum habt Ihr uns genommen, unseren Stolz erreicht Ihr nie«.

6. Gefängnis Coaching-Zone

Die Rückrunde 2002/2003 brachte am 25. Januar eine Neuerung mit sich, auf die die Herren Klopp und Tuchel wohl gerne verzichtet hätten: Der vierte Offizielle wurde an der Seitenlinie eingeführt. Dabei sind die ersten Reaktion auf die Neuerung kritisch: »Die Trainer brauchen keine Aufpasser. Wenn sich die Aufgabe des vierten Mannes darauf beschränkt, ist die Regel Schwachsinn«, schimpft Peter Neururer. Genutzt hat es nicht viel, auch neun Jahre später führt die Coaching-Zone bei den Trainern der Bundesliga noch regelmäßig zu Beklemmungen.

7. Kopf an Kopf

Die Trainingslager in der Winterpause beinhalten neben dem Bolzen von Kondition auch die ein oder andere teambildende Maßnahme. Nicht ganz fruchten wollte diese bei Werder Bremen 2005 im türkischen Belek, wo Johan Micoud dem Kollegen Fabian Ernst vormachte, wie man  eine ordentliche Kopfnuss verteilt. Der Franzose traf Ernst so genau an der Augenbraue, dass die Wunde mit acht Stichen genäht werden musste. Zur Partie auf Schalke war dann zumindest nach Außen alles wieder vergessen: Ernst und Micoud zogen bei der 1:2 Pleite eher schlecht als recht gemeinsam die Fäden im Mittelfeld. 

8. Der Zauberer der Liga

Zur Rückrunde 1992/1993 zeigt ein 19-jähriger Vertragsamateur zum ersten Mal das, was den minder talentierten Hobbyfußballer in den kommenden Jahrzehnten an den nervlichen Ruin treiben sollte: den berühmten Okocha-Trick. Geprobt auf den Hallenturnieren in der Winterpause vernascht der damals nigerianische Ballkünstler Jay-Jay Okocha beim Auswärtspiel in Dresden den bedauernswerten Sven Kmetsch von Dynamo. Der »kicker« war vor lauter Begeisterung kaum noch zu halten: »Fantastisch! Auf diesen Trick hat die Bundesliga 1000 Spieltage, 30 jahre und 8977 Spiele warten müssen. Der Junge ist der Zauberer der Liga«

9. Meisterliche Aufholjagd

Auf dem neunten Platz stand der VfL Wolfsburg zum Rückrundenstart 2008, bevor er mit einer phänomenalen Serie das erste und bislang einzige Mal in der Vereinsgeschichte Deutscher Meister werden konnte. An einem phänomenalen Auftakt in die Rückserie lag das nicht: beim 1.FC Köln gab es bloß ein mageres 1:1. Nur gut, dass die Magath-Elf aus den kommenden 16 Partien 42 von 48 möglichen Punkten holte.

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