Erzieher vom Dienst: Thomas Schaaf

Das Haar liegt gut

Werders Neuzugang Marko Arnautovic galt in Bremen schon als unlösbares Problem. Nach dessem Gala-Auftritt gegen Köln feiern die Hanseaten einen Wunderstürmer. Schuld daran ist wieder einmal Trainer Thomas Schaaf. Erzieher vom Dienst: Thomas Schaaf Es ist nicht wirklich schwierig Thomas Schaaf in sein Herz zu schließen. Denn Thomas Schaaf sieht aus wie Typen von denen man sagt, sie hätten eine harte Schale, aber einen weichen Kern. Und Thomas Schaaf ist treu, das sieht man heute nicht mehr so oft. Thomas Schaaf sagt auch lustige Sachen, wie seine Antwort auf die Frage was ihm denn besonders wichtig sei, beweist: »Dass mein Haar gut liegt, denn ich trage es schließlich offen.«

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Vor allem aber, und das ist womöglich der wichtigste Grund, warum Thomas Schaaf nicht nur innerhalb der Bremer Stadtgrenzen verehrt wird: Er ist ein erfolgreicher Fußball-Trainer. Hat aus dem grauen Werder Bremen der späten neunziger Jahre einen Deutschen Meister und mehrfachen Pokalsieger gemacht. Hat einen Verein geformt, der nun bereits zum sechsten Mal an der Champions League teilnimmt. Eine Liga, die bekanntlich »Königsklasse« genannt wird, weshalb man davon ausgehen darf, dass hier nur Könige mitspielen. Wenn Thomas Schaaf einen dieser Könige trainiert, dann müsste man ihn eigentlich Kaiser nennen. Aber dieser Arbeitstitel dürfte in Deutschland in alle Ewigkeit an einen Mann mit Brille, Halbglatze und lustigem bayrischen Akzent vergeben sein.

Talent im Fuß, Kraft in der Faust

Worum es hier eigentlich gehen soll (man gerät so schnell ins Plaudern, wenn es um Thomas Schaaf geht): Nicht nur bei den Fans hat sich dieser Thomas Schaaf beliebt gemacht, auch die Fachwelt staunt ob der besonderen Fähigkeit des gebürtigen Mannheimers mit so genannten »schwierigen Persönlichkeiten« auszukommen. »Schwierige Persönlichkeiten«, das waren früher Saufbolde mit Talent im Fuß und Kraft in der Faust schlimme Typen, die gerne mal für ein Monatsgehalt teure Sportwagen kauften, nur um sie im Vollsuff an die Wand zu setzen. Die Zeiten sind vorbei, kein Spieler könnte sich derartige Eskapaden heute noch erlauben. Als »schwierige Persönlichkeit« gilt heute jemand wie Werders Neuzugang Marko Arnautovic, ein junger Fußballer von dem Bremens bekanntester Österreicher (Andreas Herzog) sagt: »Er ist das größte österreichische Talent der vergangenen Jahrzehnte.«

Arnautovic gilt deswegen als »schwierig«, weil einen protzigen Wagen fährt, im Training Gegenspieler anmault, merkwürdige Türsteher-Frisuren trägt und seinen Bewegungsablauf erstaunlich dem seines Berufskollegen Cristiano Ronaldo angepasst hat. Hört sich harmlos an, ist auch harmlos. Insofern muss man es vielleicht gar nicht als so große Leistung von Thomas Schaaf werten, dass er diese angeblich »schwierige Persönlichkeit« auf Bremer Normen zurecht gebogen hat. Weil Arnautovic am Wochenende zwei Tore und eine Vorlage gegen den 1. FC Köln geschafft hat, ist alles wieder rosig in der Werder-Welt.

»Er macht Urlaub und zahlt dafür«

Schaaf aber wird trotzdem für seine erzieherischen Wundertaten gefeiert. Vielleicht reibt man sich in Bremen noch immer die Augen ob der Leistung des Trainers aus dem gelangweilten und trägen Brasilianer Ailton den »Kugelblitz« zu kneten. Wunderbare Zitate inklusive. Als der notorisch brasilianische Brasilianer einst erneut zu spät aus dem Urlaub kam, urteilte Schaaf knochentrocken: »Das was Toni macht, ist bezahlter Urlaub. Er macht Urlaub und zahlt dafür.«

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