Erste Fan-Reaktionen zu den DFL-Beschlüssen

»Am Nasenring durch die Manege«

Im Rahmen der DFL-Mitgliederversammlung wurden alle 16 Anträge abgesegnet. Es sei ein Urteil für den Fußball und nicht gegen die Fans, sagte Ligapräsident Reinhard Rauball. Die Fans sehen das anders. Wir haben Stimmen gesammelt.

Stefan Hupe, »12:12«
»Ich bin alles andere als zufrieden. Einerseits hoffe ich, dass der Dialog vertieft wird, wie es die DFL zuletzt angedeutet hat. Allerdings befürchte ich auch, dass sich nun die Hardliner in den Kurven bestätigt sehen und sich wieder einmal fragen, warum die moderaten Fans immer wieder den Dialog gesucht haben. Sonderbar finde ich die Feststellung Reinhard Rauballs, dass dieses ganze Konzept nicht auf Druck der Politik entstanden ist. Dem hat er ja noch auf der Pressekonferenz widersprochen.«

Rene Lau, »Arbeitsgemeinschaft Fananwälte«
»Es gibt keinen Grund für ein solches Konzept, da ausreichende gesetzliche Regelungen bereits vorhanden sind. DFB und DFL haben sich von der Politik am Nasenring durch die Manege ziehen lassen. Die Beschreibungen um die Vollkörperkontrollen bleiben vage. Wer kontrolliert denn wen? Das konnte mir bisher niemand beantworten und es gibt auch keine Kriterien dafür. Ordner sind dazu nicht befugt, Polizisten nicht in diesem Maße.«

Jan-Henrik Gruszecki, »Ich fühl mich sicher!«
»Heute war kein guter Tag für den deutschen Fußball. Der Fußball ist heute nicht sicherer geworden.«

Matthias Stein, »Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte«
»Diese Entscheidung kommt für mich nicht überraschend. Auch wenn es meiner Meinung nach dieses Konzeptes nicht bedurft hätte, dafür gibt es ja bereits das Nationale Konzept Sport und Sicherheit, sowie die Kommission für Prävention und Sicherheit des DFB – die Weichen waren also schon gestellt. Dass man in der aktuellen Situation an einigen Stellschrauben in punkto Sicherheit drehen musste, war auch in den Fanszenen erwünscht – allerdings ging es da eher um die zwingend notwendige Schulung von Ordnungsdiensten und der Polizei in der Konfrontation mit Fußballfans. Denn die Ordnungskräfte sind meiner Meinung nach nicht Lösung des Problems, sondern häufig Teil des Problems. Diese DFL-Entscheidung wird bei den Innenministern und Polizeigewerkschaften sicherlich sehr gut ankommen, schließlich spricht jetzt niemand mehr über das mögliche Fehlverhalten der Polizei. Proteste aus der Fanszene wird es geben, aber sicherlich friedlich und kreativ. Ich bin gespannt wie die Punkte bezüglich der Einlasskontrollen und Gästekontingente in die Praxis umgesetzt werden.«

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