Erlebt das Treten ein Comeback?

»Dirty Schwein« ruppt wieder

Nachdem die »Daily Mail« Bastian Schweinsteiger als »Dirty Schwein« bezeichnet hat, freut sich unser Redakteur Dirk Gieselmann auf sein Comeback als Treter. Sollte das Ruppen wieder in Mode kommen, ist für ihn vielleicht auch noch ein Platz im Kader von Joachim Löw.

imago

Ich trete jetzt wieder jeden Morgen gegen den Türrahmen. Um im Training zu sein. Um bereit zu sein, wenn Jogi mich braucht. Für Brasilien. Ich habe die Zeichen der Zeit verstanden: Das Comeback der Treter steht kurz bevor. Mein Comeback!

Hinter uns liegt eine Woche, in der, erstens, mein Büronachbar, mit dem ich in der Mittagspause gegen zwei Kollegen antrat und dabei übel umgenietet wurde, mir zuraunte: »Merk ihn dir!« Diese wunderbare Aufforderung zum Revanchefoul hatte ich seit 15 Jahren nicht gehört – ich verfiel sofort in nostalgische Aggression bzw. aggressive Nostalgie. Ein bemerkenswertes Gefühl.

Kurz danach begann, zweitens, der TV-Moderator Arnd Zeigler, sich für die Wiederbelebung des Verbs »ruppen« starkzumachen, er ließ sogar Aufkleber mit dem Slogan »Rettet ruppen!« anfertigen.

Ein 90-minütiges Dauerfoul

Ruppen – darunter verstand man mal so etwas wie das 90-minütige Dauerfoul. Genau meine Spielweise also, damals in der Kreisliga B. Bloß hatte mir niemand gesagt, dass der Fußball sich auf dem Zenit meiner persönlichen Leistungsfähigkeit quasi über Nacht zu einem körperlosen Spiel verwandeln würde. Zum Glück bahnt sich nun der erneute Paradigmenwechsel an, pünktlich zur letzten WM, an der ich, selber Jahrgang wie Miro Klose, noch werde teilnehmen können. Schon steht mein Name in unsichtbarer Zauberschrift in Jogis Notizbuch.

Ganz sicher bin ich mir, seitdem, drittens, Bastian Schweinsteiger nach seiner Grätsche gegen Wayne Rooney vom englischen »Daily Mirror« als »Dirty Schwein« bezeichnet wurde. So wollte ich auch immer heißen. Aber geschenkt: Sie werden sich schon was ausdenken für mich, wenn ich im Finale Neymar neutralisiert habe. Bis dahin muss der Türrahmen dran glauben. Den merk ich mir.

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