25.05.2007

Erinnerungen an den Fußball (1)

Plötzlich war der Rasen alle

Der Fußball - verzweifelt versuchen wir, ihn uns gleichgültig werden zu lassen, gehen ins Kino, mit Omma spazieren, spielen Tennis. Nichts hilft: Die Liebe will nicht aufhören. So auch bei 11FREUNDE-Chef Philipp Köster. Hier erzählt er, wie sie anfing.

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Meine ersten fußballerischen Erfahrungen sammelte ich auf der Königsbrügge, einem Sportplatz im mittleren Bielefelder Osten (Foto). Der Platz muss von einem entscheidungsschwachen Architekten angelegt worden sein, oder zwischendurch war plötzlich der Rasen alle. Denn während beide Flügel mit Rasen ausgelegt worden sind, ist die Mitte des Platzes auch heute noch aus roter Asche.



Was damals dazu führte, dass wir stockbeinigen D-Jugend-Spieler im Winter beim Grätschen vom Rasen herunterutschten und uns auf dem Schotter brutal den Oberschenkel aufrissen. Fast wie Ewald! Mein schönstes Spiel auf der Königsbrügge war auch mein erstes für den TuS Eintracht. Wir kicken gegen den VfL Ummeln und ich mache gleich zwei Buden. Seitdem galt ich in Vereinskreisen unkaputtbar als Goalgetter, der Jugendobmann Klaus fragte mich noch Jahre später nach den Spielen: "Und, Philipp, wieviele Buden hast du gemacht?" Das war zu einer Zeit, als mich unser Trainer Dieter, im Hauptberuf bärtiger LKW-Fahrer, schon längst ins defensive Mittelfeld strafversetzt hatte, weil ich ungefähr so torgefährlich war wie Matthias Scherz. In der A-Jugend war nach etwa 80 Pflichtspielen und geschätzten 3 Toren Schluss mit der Karriere. Neue Abenteuer warteten: Weiber, Drogen, wilde Parties, Exzesse mit Kokain und Crack auf der Schultoilette - all das natürlich nicht. Wahrscheinlich hatte ich einfach keine Lust mehr, jeden Sonntag so wahnsinnig früh aufzustehen.


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In der nächsten Folge von "Erinnerungen an den Fußball": 11FREUNDE-Redakteur Jens Kirschneck baut mit Lego-Steinen Fußballstadien nach.
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