Erinnerungen an Bayern-Valencia 2001

Dann kam Pellegrino

Heute Abend spielt der FC Bayern München beim FC Valencia. Valencia, da war doch was? 2001 standen sich beide Teams im Finale der Champions League gegenüber – Erinnerungen an ein unglaubliches Spiel.

Als am 8. Mai 2012 eine Trainerpersonalie aus Spanien durchsickerte, interessierte das in Deutschland nur Insider. Neuer Trainer des FC Valencia wird Mauricio Pellegrino. Ein 40-jähriger Argentinier, Ex-Nationalspieler, in der Saison 1998/99 spanischer Meister mit dem FC Barcelona und später auch ein halbes Jahr beim FC Liverpool am Ball, dort übrigens Champions-League-Sieger 2005. Pellegrino. War da nicht noch mehr?



23. Mai 2001. Der Tag, an dem die Bayern Geschichte schreiben wollen. In Mailand, San Siro. Es ist 23.33 Uhr, die Münchener haben sich im Champions-League-Finale vom FC Valencia 1:1 getrennt. Die Elfmeter-Lotterie muss entscheiden. Es steht 5:4. Und der letzte Elfmeter, den der FC Valencia in diesem Champions-League-Finale ausführen wird, wartet auf seine Ausführung. Am Punkt: Pellegrino. Im Tor: Oliver Kahn. Kahn hat zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Elfmeter entschärft. Er wird später sagen, dass kein einziger der gehaltenen Schüsse schlecht platziert gewesen war. Also auch nicht derjenige des heutigen Valencia-Coachs. Trösten kann das Pellegrino nicht. Er wählte die linke Ecke, doch Kahn ist da. Danach: Ekstase in Rot und Weiß. Und Verzweiflung bei Pellegrino, dessen Name, so gemein es ist, bei Bayern-Fans seither im Gedächtnis verankert ist.



Hätte Chelseas Ashley Cole am 19. Mai 2012 beim Finale dahoam vergeben und Bastian Schweinsteiger getroffen, wäre Pellegrinos Name in Kelly-Bundy-Manier aus dem Gedächtnis verschwunden und durch eine neue Information ersetzt worden. Die Geschichte verlief anders, die Londoner gewannen, der FC Bayern trauerte. Es bleibt auf europäischer Bühne die Rückschau auf 2001 als Trostpreis. Immerhin sind die Erinnerungen warm.

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Etwa an einen Torhüter auf dem Gipfel seiner Schaffenskraft. »Zum Glück hatten wir Oliver Kahn«, atmete Patrik Andersson noch Jahre später durch. Der Schwede hatte seinen Elfmeter vergeigt, Paolo Sergio ebenso. Doch Kahn machte alles wieder wett. Unvergessen die Parade gegen Pellegrino, weil sie den Sieg sicherte. Geradezu halsbrecherisch der Wunderreflex gegen Armadeo Carboni. Kahn lag bereits in der linken Ecke, Carboni hatte halbhoch in die Mitte gezielt. Im letzten Moment riss der Keeper seinen rechten Arm hoch, bevor er zu Boden ging. Als er aufblickte, war die von ihm touchierte Kugel an der Latte gelandet. Kein Tor. Bayern war wieder im Spiel. Bayern, so fühlte es sich an, würde dieses Psychospiel wohl nur verlieren, wenn ein gewiefter Gauner Kahn entführen würde, ohne dass es die 74.500 Zuschauer mitbekommen.

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