20.03.2014

Enthüllungen über Katar-WM

Warner Brothers präsentiert

Seite 2/3: Bestechung im Hotel
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imago

Um wen geht es?

Jack Warner erlangte bereits einen zweifelhaften Ruf als Präsident des Fußball-Verbandes CONCACAF, der Vertretung von Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik.

Er galt lange als Vertrauter Blatters und soll dem Schweizer während dessen Stimmenfangs nicht unwesentlich geholfen haben. Unumwunden gab Warner an, für die Unterstützung von Blatter bei dessen Amtsantritt als Fifa-Präsident sechs Millionen Dollar erhalten zu haben. Ohne die Stimmen seines Verbandes, so Warner, hätte Blatter »nie das Tageslicht als Fifa-Präsident gesehen«. Damit nicht genug der Dankbarkeit aus Zürich: Warner erhielt eigenen Angaben zufolge die Übertragungsrechte für die Weltmeisterschaften 2002 und 2006 zu Spottpreisen. Außerdem soll er durch den Verkauf von Schwarzmarkttickets seinen Kontostand aufgebessert haben.

Auch der Katarer Bin Hammam war lange Zeit ein wichtiger Unterstützer von Sepp Blatter, doch das Bündnis zerbrach. Bei der Präsidentschaftswahl 2011 wollte Bin Hammam dann als einziger Gegenkandidat gegen Blatter antreten. Es ist auch vor dem Hintergrund der aktuellen Berichte interessant, dass sowohl Warner als auch Bin Hammam von Sepp Baltter abgerückt sind.

Die Fifa verstieß die beiden im Mai 2011, nachdem Details einer zwielichtigen Zusammenkunft in der Karibik publik wurden. Dabei drängte Warner andere wahlberechtigte Fifa-Delegierte in einem Hotel dazu, kurz vor der Wahl Gelder und Geschenke von Kandidat Bin Hammam anzunehmen. Es ging wohl um 40.000 Dollar für jeden Funktionär. Tonbandaufnahmen belegen Warners Aufruf. »Geschenke gehören schon immer zur Kultur der Fifa, ich empfinde die Vorwürfe als scheinheilig«, sagte Warner zwar lapidar. Doch er legte seine Ämter bei der Fifa nieder, die Ethikkomission stellte daraufhin ihre Verfahren gegen Warner ein. Bin Hammam zog drei Tage vor der Präsidentschaftswahl seine Kandidatur als Fifa-Präsident zurück.

Auch nach der Affäre blieben Warner und Bin Hammam in Kontakt. Berater der beiden tauschten sich im Juni 2011 in E-Mails über die nun enthüllten Zahlungen aus, so der »Telegraph«.

 
 
 
 
 
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