Englands Diamant Raheem Sterling

Zwischen Knast und Three Lions

Raheem Sterling gilt als eines der größten Talente im englischen Fußball. Dabei sprach vor ein paar Monaten wenig für den Youngster des FC Liverpool.

imago

Blickt man auf seine entscheidende Rolle während Liverpools bester Saison seit 24 Jahren, mag es unlogisch klingen, dass Raheem Sterling kurz davor war, eines von Englands verlorenen Talenten zu werden. Abseits des Platzes erarbeitete sich der Teenager einen schlechten Ruf, während seine Form auf dem Feld immer schlechter wurde. Die ersten vier Monate der vergangenen Saison verbrachte er deshalb frustriert auf der Bank.

Erst ein Vier-Augen-Gespräch mit Brendan Rodgers sollte alles ändern. »Er muss sein Leben stabilisieren, verstehen, was er bei einem der größten Klubs der Welt für eine Chance hat und alles auf seine Karriere ausrichten«, warnte der Liverpool-Trainer.

Rodgers kritisiert seine Spieler selten in der Öffentlichkeit. Als ehemaliger Jugendtrainer lehnt er es ab, rund um die Youngster für negative Stimmung zu sorgen. Aber Sterling prüfte seine Geduld: Einen Tag bevor Rodgers seine Warnung aussprach, wurde bekannt dass der Flügelstürmer eine seiner Ex-Freundinnen angegriffen haben soll. Anfang 2013 sah er sich mit einer weiteren Klage wegen eines tätlichen Angriffs konfrontiert. Diese wurde zwar fallengelassen, doch zwei Gerichtsverfahren in zwölf Monaten veranlassten den Liverpool-Trainer dazu, ein paar klare Ratschläge zu geben.

Zwei Anklagen in einem Jahr

Sterling reagierte mit einem Umzug vom Scheinwerferlicht Liverpools in die Küstenstadt Southport. Damit schlug er einen Weg ein, den schon viele Merseyside-Spieler – von Kenny Dalglish bis Steven Gerard – gegangen waren. Für den jungen Flügelspieler ein wichtiger Schritt.

Als er sechs Jahre alt war, emigrierte Sterlings Familie aus Kingston, Jamaika, nach Neasden im Nord-Westen Londons. Dort spielte der talentierte Youngster im Schatten von Wembley und machte früh die Scouts der Queens Park Rangers auf sich aufmerksam. In der Schule lief es in hingegen schlecht. Wegen Verhaltensproblemen bekam er einen Verweis und verbrachte drei Jahre an der Vernon House Sonderschule. Dort sagte einst sein Lehrer Chris Beschi zu ihm: »Wenn du so weiter machst wie bisher, spielst du mit 17 entweder für England oder sitzt im Gefängnis.«

Dass es schließlich mit der Fußballkarriere klappte, hat Sterling vor allem seiner Mutter Nadine zu verdanken. Besorgt, dass sich ihr Sohn einer Gang anschließen könnte, beschloss sie, London zu verlassen. Die Chance bot sich, als Sterlings Erfolg bei den Queens Park Rangers das Interesse der führenden Premier-League-Klubs weckte. Chelsea, Arsenal, Manchester City und Fulham klopften an, doch Liverpool machte den Deal klar.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder die Diskussion einen unschönen Ton annimmt, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen!