England wirft Schweden aus dem Turnier

Die Hacke von Welbeck

Sie hatten das Aus vor Augen, am Ende durfte Wayne Rooney jubeln. Weil sein Sturmpartner von Manchester United, Danny Welbeck, mit einem spektakulären Tor das 3:2 für England besorgte.

In der englischen Kurve sangen sie selig »God save the Queen«. Es war das konventionelle Ende eines ganz und gar unkonventionellen Fußballspiels. So viele Turbulenzen waren noch nie bei dieser ersten Europameisterschaft in Osteuropa. Vor 63 000 Zuschauern im Olympiastadion von Kiew wechselte die Führung hin und her und her und hin, bis endlich die Engländer das bessere Ende für sich hatten, dank eines späten und spektakulären Tores von Danny Welbeck zum 3:2 (1:0) über Schweden. Im letzten Spiel der Vorrundengruppe D am Dienstag in Donezk gegen die Ukraine reicht schon ein Unentschieden zum Einzug ins Viertelfinale. Für die Schweden ist die EM nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel schon vor dem letzten Duell mit Frankreich zu Ende.

Eine Flanke, ein Kopfball

So spektakulär dieses Spiel in der zweiten Halbzeit war, so langweilig hatte es begonnen. Viel Hin- und Hergeschiebe im diffusen Mittelfeld, wenig Attraktionen vor den Toren. Die Engländer waren die aktivere zweier wenig aktiven Mannschaften. Und sie erzielten auch das erste Tor. Steven Gerrard flankte aus dem Halbfeld auf seinen Liverpooler Klubkollegen Andy Carroll. Flankiert von den staunenden Schweden Olof Mellberg und Andreas Granqvist stieg Carroll in die Luft und wuchtete den Ball mit der Stirn ins rechte Eck.

1:0 für England – ein Tor, das nicht eben in der Luft gelegen hatte. Auf der Tribüne stand Wayne Rooney auf und spendete demonstrativ Beifall. Der Torjäger von Manchester United musste in Kiew ein letztes Mal zusehen bei dieser EM, Folge seiner Sperre nach einer an Dämlichkeit schwer zu überbietenden Tätlichkeit im letzten, unwichtigen Qualifikationsspiel gegen Montenegro. Vielleicht wird Rooney im letzten Vorrundenspiel gegen die Ukraine den Platz des Torschützen Carroll einnehmen.

Im Zweifelsfall alleine

Die Schweden wagten nun ein wenig mehr Offensive. Zlatan Ibrahimovic, zugleich Sphinx, Diva und bestimmende Figur im schwedischen Team, hatte seinen Willen durchgesetzt und als Partner an vorderster Front Johan Elmander von Galatasaray an Stelle des Bremers Markus Rosenberg durchgedrückt. Im Zweifelsfall aber machte er es doch lieber alles alleine.

Natürlich ging auch dem schwedischen Ausgleich zu Beginn der zweiten Halbzeit einer Aktion von Ibrahimovic voraus. Erst drosch er einen Freistoß in die Mauer und schnippte dann den Abpraller vor die Füße von Mellberg, dessen Schuss der englische Verteidiger Glenn Johnson unglücklich mit der Brust ins eigene Tor drückte. Jetzt hatten die Schweden das Spiel im Griff. Als erster hatte Sebastian Larsson das 2:1 auf dem Fuß, aber Ashley Cole spitzelte den Ball im letzten Augenblick Richtung Eckfahne. Kurz darauf standen diese beiden wieder im Mittelpunkt. Nach Larssons Freistoß sah Cole tatenlos zu, wie Mellberg per Kopf das keineswegs unverdiente Führungstor gelang.

Ohne taktische Zwangsweste

Und weiter ging das turbulente Durcheinander. Erst vergab John Terry per Kopf allein vor Isaksson den Ausgleich, der direkte im Anschluss durch einen krummen Schuss des gerade eingewechselten Theo Walcott fiel. Alle taktischen Vorgaben waren auf einmal dahin. Als nächste waren die Schweden dran, doch Kim Källström schoss nach Rasmus Elms schönem Solo ein bisschen zu hoch. Einen Distanzschuss von Ibrahimovic drehte Joe Hart mit den Fingerspitzen um den Pfosten. Das alles entscheidende Tor aber machten die Engländer. Danny Welbeck gelang es zwölf Minuten vor Schluss mit der Hacke, auf Vorarbeit von Walcott. Eine artistische Einlage, auf die eigentlich Ibrahimovic ein Copyright hat.

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