England in der großen Taktikanalyse

Bewährte Destruktivität

Bisher durften sich die EM-Zuschauer an schnellem Offensivdrang berauschen. Damit könnte es heute vorbei sein. Unter Roy Hodgson stärkt England die Defensive. Sehen wir gar ein Revival des Kick-and-Rush?

Wenn man unsicher ist, greift man erst einmal zum Bewährten. Deshalb kann sich Frankreich auf eine eher destruktiv eingestellte englische Mannschaft gefasst machen. Das hat jedenfalls Ashley Young schon angekündigt, der Defensivstil unter dem neuen Nationaltrainer Roy Hodgson habe sich bewährt. Hodgson ist erst seit zwei Spielen (zwei 1:0-Siegen gegen Norwegen und Belgien) im Amt, viel Zeit, etwas einzustudieren, war ohnehin nicht da.

Hinzu kommen die vielen Verletzten, jetzt hat auch noch James Milner Blasen an den Füßen. Die Taktik steht im Gegensatz zur Aufstellung aber wohl fest, sie ist auch nicht so kompliziert einzustudieren. Die Engländer ziehen sich grundsätzlich weit zurück und vertrauen ihrer traditionellen Zweikampfstärke. Wenn der Gegner den Ball hat, verteidigen zwei eng beieinander stehende Viererketten nahe des eigenen Tors, die den Angreifern keinen Raum lassen.

Young macht den Rooney

Wer sich so weit zurückzieht, hat es nach einem Ballgewinn weit bis zum gegnerischen Tor und braucht entsprechend viel Zeit. Dennoch ist das Offensivspiel auf schnelle Gegenstöße ausgerichtet, die Mittelfeldspieler – außer dem vornehmlich verteidigenden Scott Parker – sollen den Ball umgehend zu den beiden Offensivspielern befördern. Diese Aufgabe wird vor allem dem schnellen Theo Walcott zukommen.

Der zentrale Stürmer – wen auch immer Hodgson mit dieser Aufgabe betraut – muss Lücken für die von hinten nachrückenden Kollegen und den anderen, etwas zurückhängenden Offensivspieler freilaufen. Auf der etwas zurückhängenden Position wird Ashley Young den für die ersten beiden Spiele gesperrten Wayne Rooney zumindest bis zu dessen Rückkehr ersetzen. Das Bewegungstalent Young wird der zentrale Spieler sein bei dem Bemühen, aus dem Spiel heraus mit wenigen Angreifern ein Tor zu erzielen.

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