Juanan Was haben wir alles schon gesehen: Mitspieler, die am Mittelkreis gegeneinander laufen und einfach umfallen. Torhüter, die den Ball per Hinterkopf ins eigene Tor bugsieren. Stürmer, die vor dem leeren Tor den Pfosten treffen. Doch ein Abwehrspieler, der seinen eigenen Keeper per Kopfball tunnelt und so den Ball seinem Gegenspieler Sascha Mölders exakt in den Lauf legt, ist neu. Juanan hat’s gemacht, Am Sonntagabend. Er ist damit wohl der präziseste Spieler der Bundesliga. Wir hoffen sehr, dass er bald ins Sportstudio geladen wird und dort sechs Dinger versenkt –per Kopf.
Diego Ein Tor, eine Vorlage. Diego sprüht auch unter dem neuen Coach Dieter Hecking vor Spielfreude. Und weil alles so schön ist, streichelt man sich gegenseitig die Egos. »Er ist ein großartiger Trainer!« bzw. »Diego hat den Unterschied gemacht!« Herrlich! Wir hören Hintergrundmusik von Beyonce oder Whitney Houston. Wir sehen Kai Pflaume aus seinem Kai-Pflaume-Wohnwagen steigen. Wir sehen den Herzblatthubschrauber landen, weißer Rauch, rote Rosen, Streicher und Kinder, die Blumen schmeissen. Ach, Diego, ach, Dieter.
Sascha Mölders Er schoss die beiden mit Abstand hässlichsten Tore des 18. Spieltags und sorgte so für den überraschenden Erfolgs seiner Augsburger gegen Fortuna Düsseldorf. Da es für Schönheit in der Liga noch immer keinen Preis gibt, klebt der FCA nun plötzlich im Nacken von Hoffenheim.
Mame Diouf Stell dir mal vor, du schießt ein Traumtor – und keinen interessiert es. So geschehen am Freitagabend, als Hannover-Angreifer Mame Diouf in der 92. Minute zum Fallrückzieher aus 18 Meter ansetzte und auch noch traf. So schön dieses Tor auch war, so unnütz war es nach Abpfiff. Hannover unterlag Schalke mit 4:5 und 96-Coach Mirko Slomka fasste zusammen: »Für einen Bundesligatrainer, der strategisch denkt, war es ein Desaster.« Wir haben uns trotzdem gefreut.
Torsten Kinhöfer Eigentlich gehört das gesamte Spielfeld zum Hauptbetätigungsfeld des Fifa-Referees Torsten Kinhöfer. Doch beim Spiel zwischen Freiburg und Mainz durfte (oder musste) der Mann aus Wanne-Eickel als »Vierter Offizieller« an der Seitenlinie ran. Genauer gesagt, sollte er die Trainerhitzköpfe Streich und Tuchel in Manndeckung nehmen. Beide waren im Hinspiel so heftig aneinander geraten, dass der DFB sich entschieden hatte, die Partie als Trainer-Risikospiel auszurufen und statt einem Jungspund, einen echte Routinier an die Außenbahn zu stellen. Ob Kinhöfer diese Degradierung als Kompliment gesehen hat, ist nicht überliefert. Es blieb jedenfalls ruhig.