Elf des Spieltags (15)

»Hoffenheim-Besieger 2012«

Die Brust von Marko Arnautovic wird immer breiter, die Spiele von Javi Martinez werden immer besser und die Hosen von Roman Weidenfeller immer hässlicher. Angeblich. Die Elf des Spieltags.

Roman Weidenfeller
Alle paar Monate diskutieren deutsche Fußballexperten darüber, warum Roman Weidenfeller noch nie ein Länderspiel bestritten hat. So auch am Samstagabend, nachdem der BVB-Keeper mit drei Glanzparaden das Unentschieden in München rettete. Selbst die Bayern applaudierten. Uli Hoeneß sagte etwa: »Was er gehalten hat, war allererste Sahne!« Kritik kam nur von Weidenfeller selbst: »Das sah gut aus – bis auf die Hose. Da hätte ich mich für ein anderes Design entscheiden können.« Weidenfeller hatte in München aufgrund der Temperaturen eine lange Funktionsunterhose angezogen, die nicht so eng anlag, wie der Torwart es sich gewünscht hätte. Wir finden das allerdings nicht weiter schlimm. Im Gegenteil: Das »Modell Kiraly« – ob in grau oder schwarz – ist zeitlos. Außerdem macht es aus Luxus-Fußballern stinknormale Kumpel-Typen, mit denen man gerne mal an U-Bahnhöfen in Problembezirken oder vor Fast-Food-Restaurants abhängen würde, wo man sich dann gegenseitig Musik aus dem Handy vorspielen könnte.

Christian Wetklo
Die Elf des Spieltags heute mal mit zwei Torhütern. Christian Wetklo ist nicht unbedingt ein ruhiger Vertreter seiner Zunft. »Wetti die Kante«, wie ihn »Sky«-Reporter Marco Hagemann unlängst zärtlich nannte, ist einer, der sagt, wenn ihm etwas nicht passt. Laut und deutlich und gestenreich. Für einen seiner Schreianfälle sah er im Spiel gegen Hannover 96 zuerst die Gelbe Karte, später dann boxte er den Ball mit einer rechten Geraden auf die Tribüne. Dumm nur, dass Wetti vergessen hatte, dass man das außerhalb des Strafraumes gar nicht darf, woran ihn Schiedsrichter Günter Perl mit der signalfarbenen Roten Karte erinnerte. Stilsicher rundete »Die Kante« den Platzverweis ab: Uneinsichtig und meckernd. Schön, finden wir. Schade, dass er nächstes Spiel fehlt.

Dante
Ohne überhaupt ein Spiel für den FC Bayern bestritten zu haben, galt der Brasilianer Dante schon wenige Tage nach seinem Wechsel von Gladbach zum Rekordmeister als Wackelkandidat. Nun hat er jede Minute in der Saison gespielt. Auch gegen Dortmund überzeugte der Brasilianer. Er hat sogar schon die richtigen Titelkampf-Floskeln parat: »Wir müssen auf Leverkusen aufpassen!« Jupp Heynckes sagte kürzlich: »Das ist ein sehr guter Einkauf!« Stimmt. Beides.

Javi Martinez
Javi Martinez ist auch ein sehr guter Einkauf. Darauf pochten die Bayern-Bosse in den vergangenen Wochen gebetsmühlenartig. Dass sie das taten, ist kein Wunder, Martinez kostete ungefähr so viel wie alle Bundesligaspieler der Saison 1975/76 zusammen. Nach dem Spiel gegen Dortmund war es wieder so weit. »Ich habe mich stark gemacht für ihn!«, sagte Jupp Heynckes, eigentlich kein Trainer, der sich ständig selbst auf die Schulern klopft. Was haben wir gesehen? Ein paar Pässe nach rechts, ein paar nach links. Ein gutes Spiel. Gute Spiele gab es früher allerdings auch von Dieter Schlindwein, Thorsten Legat oder Uwe Leifeld.

Holger Badstuber
Apropos gut: Gute Besserung!

Igor de Camargo
Eigentlich hätte Igor de Camargo gar nicht mehr auf dem Platz stehen sollen. Doch weil Einwechselspieler Mike Hanke gemäß DFB-Regelwerk noch seine Schienbeinschoner befestigen musste, durfte De Camargo ein paar Minuten weiterspielen. Er nutzte die Zeit: Ein Schuss, ein Tor, ein Stammplatz. Denn Hanke kauerte danach weitere 18 Minuten an der Linie, und Favre sagte nach Spielende: »Ich habe im Sturm viel probiert. Bis Weihnachten werde ich da nichts ändern.«

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