02.08.2013

»El Loco Fierro« – der bekannteste Fan Argentiniens

»Wenn du zum Spiel kommst, werden wir dich töten«

Seite 2/3: Ein ganz gewöhnlicher Krimineller
Text:
Robin Hartmann
Bild:
Imago

Er bedroht in seinen Liedern »La 12«, die Ultras der Boca Juniors und kündigt an, deren Stadion niederzubrennen. Als die Polizei ihn und seine Begleiter vor einem Spiel gegen Boca durchsucht, finden sie neben Marihuana und Kokain auch mehrere Molotov-Cocktails, Messer sowie zehn Handfeuerwaffen. Der Presse sagt er später über den Vorfall: »Wir kamen bereit für einen Krieg, aber in Boca sind alle Bullen, und deshalb haben diese verdammten Schisser uns zum Teufel geschickt!« Es sind solche Aktionen, die ihn in der Anhängerschaft von Gimnasia y Esgrima schnell zur lebenden Legende werden lassen - und die ihn sowohl bei den gegnerischen Fans als auch bei der Polizei besonders verhasst machen. Denn abseits des Spielfeldes ist er eigentlich nichts anderes als ein Krimineller, der den Ordnungshütern immer wieder wegen Waffenbesitz, Drogenhandel und Raubüberfällen in die Finger gerät. Auch in zahlreiche Schießereien zwischen rivalisierenden Fanclubs ist er verwickelt.

»Ich bin für niemanden ein Vorbild. Geht studieren oder arbeitet«

Dem »Nachwuchs« bei »La 22« rät er laut Zeitzeugen trotzdem immer, sich von genau solchen Dingen zu distanzieren: »Ich bin für niemanden ein Vorbild. Geht studieren oder arbeitet, versucht, gute und ehrliche Menschen zu werden. Nur so könnt ihr ein würdiges Leben führen.« Mitte Juni 1991 bereitet sich »La banda del Loco Fierro« für ein Auswärtsspiel gegen Rosario Central vor, als bei Amuchastegui zu Hause das Telefon klingelt. »Wenn du zu dem Spiel fährst, werden wir dich töten«, warnt ihn ein anonymer Anrufer. Was nun folgt, lässt den Verrückten aus Eisen endgültig zu einem unsterblichen Mythos werden: Er geht zur Bank und räumt sein Konto leer, dann kehrt er nach Hause zurück und hinterlässt seiner Frau und seinen sieben Kindern einen Umschlag mit all seinem Geld und einen Abschiedsbrief. Er trifft sich mit seinen Mitstreitern auf dem Bahnhof von La Plata und besteigt den Zug ins das etwa 350 Kilomter entfernte Rosario. Noch auf dem Weg zum Stadion wird Marcelo »El Loco Fierro« Amachastegui mit 19 Schüssen hingerichtet.

 
 
 
 
 
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