Eine Warnung an den FC Bayern

»Merken Sie was?«

Wie eine perfekte Maschine überrollte der FC Bayern zuletzt Fußball-Europa. Auch das Auftreten des FCB in Vorbereitung war imposant. Doch jetzt ist an der Zeit, den Rekordmeister auch mal zu warnen. Unser Mann Benjamin Kuhlhoff übernimmt diesen dreckigen Job.

Lieber FC Bayern München,

ich habe Sie beim Telekom-Cup in Mönchengladbach spielen sehen – und ich war beeindruckt. Neun Tore in nur 120 Minuten Spielzeit. Acht verschiedene Torschützen. Ein Treffer schöner als der andere. Alles wirkte wie aus einem Guss. Es war atemberaubend. Und natürlich feixten Ihre Spieler beim Überreichen der Trophäe, als ahnten sie, dass dieser Sommerkick nur eine Zwischenstation zur Weltherrschaft war. Alle bleiben hungrig. Es ist irgendwie beängstigend schön.

Zudem haben Sie einen Kader, der seinesgleichen sucht. Vielleicht sogar europaweit. Wenn Ihr Trainer einen Spieler fordert, dann wird er geholt. Für 25 Millionen Euro. Vom FC Barcelona. Einfach so. Festgeldkonto eben. Dieser Spieler übernimmt auch prompt das Zepter und spielt, als sei er nicht in La Masia ausgebildet worden, sondern an der La Säbener. Dem neuen Wallfahrtsort für Fußballliebhaber. Es ist alles irgendwie paradiesisch.

Galaktische Perfektion

Und Sie haben einen Trainer der phantastisch ist. Wenn man es richtig versteht, ist er sogar sehr phantastisch. Nahezu galaktisch. Er spricht nach einem Tag schon besser Deutsch als das gesamte Nachmittagsprogramm des hiesigen Privatfernsehens. Er ist engagierter als Greenpeace, die Peta und die Landjugend zusammen. Er ist belesen. Er ist ein Fußballkulturschaffender. Er sieht gut aus. Ist gut gekleidet. Er ist perfekt. Wie Ihr Verein. Wie Ihre Mannschaft. Alles irgendwie perfekt. 

Man hat das Gefühl, dass Ihr Verein unangreifbar, unantastbar, unschlagbar ist. Alle zittern vor Ihrem Klub. Und dabei hat noch nicht einmal irgendein erstzunehmender Wettbewerb begonnen.

Doch es gibt ein Problem. Ich muss Sie warnen. Vor Überheblichkeit. Vor Übersättigung. Dem Gefühl von Zufriedenheit. Dem Nagetier unter den Selbstgefälligkeiten. Es frisst sich so lange in die Hirne der Spieler, bis diese ausgehöhlt sind. Bis der Virus der Selbstverliebtheit eingepflanzt ist. Die Bäuche dicker werden. Die Schritte langsamer. Die Laufwege weniger. Und schon sind alle Titel futsch. Ist das Paradies abgebrannt. Historische Beispiele gibt es viele. Schauen Sie mal im Internet. Oder zeigen Sie Uli Hoeneß mal das Internet. Der wird sich wundern.

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