Ein Treffen mit Armin Veh und Horst Heldt

„Die Jacke sieht super aus“

Für das neue 11FREUNDE-Heft (ab heute im Handel) trafen wir uns mit den Machern des VfB Stuttgart, Horst Heldt und Armin Veh. Dabei erreichten die Redebeiträge die Spritzigkeit einer dialoglastigen französischen Beziehungskomödie. Maks Richter
Heft #62 01 / 2007
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Eines gleich mal vorweg, bevor die Information im weiteren Erzählverlauf noch unter die Räder kommt: Es gibt jetzt bei Burger King einen Tripple Whopper, mit drei Scheiben Fleisch, das sind insgesamt 333 Gramm Hack. Ein Angebot, dass der Kollege Tim Jürgens und ich als kulinarischen Innovationen gegenüber stets aufgeschlossene Nicht-Vegetarier unmöglich ausschlagen konnten, neulich am Stuttgarter Flughafen. Leider führt der Genuss des… äh, Lebensmittels dazu, dass man auf dem anschließenden Flug zurück nach Berlin in einen sämigen Schlaf fällt und fiese Alpträume hat, in denen man mit sich selbst in der Hauptrolle diesen bekannten Werbespot von Gervais Obstgarten nachspielt, nur dass diesmal niemand durch die Decke kracht, sondern zwei mit je drei Buletten gemästete Fußballreporter ein Flugzeug zum Absturz bringen. Der Tripple Whopper kann also nicht ernsthaft empfohlen werden, zumindest dann nicht, wenn man unmittelbar danach reisen muss.

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Das Interview mit Armin Veh und Horst Heldt war zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise bereits gelaufen, und es war (im besten Sinne) leichtere Kost gewesen als das endlos gebrutzelte Rinderhack. Beide, der Stuttgarter Trainer wie auch der Manager, präsentierten sich als aufgeräumte Zeitgenossen, die – selten genug in der Bundesliga – wirklich Spaß an dem zu haben scheinen, was sie tun, und darüber hinaus ihre Zusammenarbeit als mit leichter Hand inszeniertes Buddy Movie zu präsentieren wissen. Stellenweise erreichten die Redebeiträge die Spritzigkeit einer dialoglastigen französischen Beziehungskomödie, mit ständigen Frotzeleien in Richtung des Kollegen, wobei besonders Veh („Horst Heldt ist ein kleiner Mann“) auch vor Tabuthemen nicht zurück schreckte.

Für uns als Interviewer war es ein dankbarer Termin, wo man sich hin und wieder auch mal zurücklehnen und die beiden einfach machen lassen konnte. Kritisch für die Heftlogistik wurde es nur ein einziges Mal, als nämlich Armin Veh erfuhr, dass sich dem Gespräch noch eine Fotosession anschließen sollte und kurzzeitig („Dann hätte ich ein Sakko angezogen“) den Eitlen herauskehrte. Die Krise war dank unseres diplomatischen Geschicks („Die Trainingsjacke sieht doch super aus“) freilich schnell überwunden, und letztlich haben beide direkt an einer Stuttgarter Hauptverkehrsstraße für unseren Fotografen posiert, Grimassen gezogen und sich (zumindest Heldt) auf die Zehenspitzen gestellt. Ein unprätentiöses Verhalten, wie es bei den Protagonisten des Fußballs nicht selbstverständlich ist. Aber wenn man unerwartet in der Bundesliga auf Platz 4 überwintert, lebt es sich erst mal recht unbeschwert.

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Das Interview mit Heldt und Veh findet Ihr im neuen 11FREUNDE-Heft (ab heute im Handel).

Die Themen außerdem:

Das gelobte Land - Auf der Suche nach der Seele des englischen Fußballs
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Stadionposter Borussia-Park
Die Bilder des Jahres 2006
Beilage: 11FREUNDE-Kalender 2007



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