Ein Loblied auf die deutschen CL-Teilnehmer

Die beste Bundesliga aller Zeiten

Schon einen Spieltag vor dem Ende der Gruppenphase stehen alle drei deutschen Teilnehmer im Achtelfinale der Champions League. Das zeigt nicht nur die individuelle Klasse von Schalke, Dortmund und den Bayern – sondern auch die einzigartige Qualität der Bundesliga.

José Mourinho sagt ja viel, wenn der Tag lang ist. Barcelona ist nur deshalb so gut, weil der Klub eng mit Unicef zusammenarbeitet. Die Schiedsrichter sind gekauft. Die Welt hat sich gegen Mourinho verschworen. Solche Sachen. Was man dem Trainer von Real Madrid allerdings nicht vorwerfen kann: Dass er keine Ahnung von Fußball hat. Umso himmlischer klingelte es deshalb vor gut zwei Wochen in den Ohren von allen, die es mit Borussia Dortmund halten. Der BVB, so Mourinho, habe »sehr gute und technisch starke Spieler. Wenn sie ins Achtelfinale kommen, dann ist die Mannschaft ein großer Favorit auf den Titel.«

Der große Favorit auf den Titel, bitteschön

Dieser Fall ist nun eingetreten, seit dem überragenden 4:1-Erfolg gegen Ajax Amsterdam am gestrigen Abend weiß auch Mourinho: Der BVB ist tatsächlich ins Achtelfinale eingezogen. Als Tabellenführer in der sogenannten »Todesgruppe« mit Real Madrid, Ajax Amsterdam und Manchester City. Bereits vor dem letzten Spieltag kann dem BVB niemand mehr die Spitzenposition nehmen. Der große Favorit auf den Titel, bitteschön.

Noch schöner ist: Der Meister aus Dortmund ist nur die Speerspitze des deutschen Champions-League-Trios Schalke, Bayern und eben BVB 09. So gut wie zu diesem Zeitpunkt war die Bundesliga in der Königsklasse noch nie. Alle drei Mannschaften stehen einen Spieltag vor dem Ende der Gruppenphase bereits als Achtelfinal-Teilnehmer fest. Das liegt natürlich auch an der individuellen Klasse – nicht ohne Grund sind Schalke, Dortmund und der FC Bayern unter den vier Topteams der laufenden Bundesliga-Saison zu finden. Dieser Erfolg zeigt aber auch, wie gut die Bundesliga inzwischen geworden ist. Es gibt Experten, die die deutsche Eliteklasse schon jetzt für die beste Liga der Welt halten.

Die Gründe für den Erfolg liegen auf der Hand, sind aber auch typisch deutsch – und damit ziemlich unspektakulär: EM-Debakel 2000 gleich Neukonzipierung der Jugendarbeit gleich WM-2006-Boom gleich neue Stadien gleich erhöhte Attraktivität gleich stetig steigende Zuschauerzahlen gleich vergleichsweise gesunde Finanzen gleich Anhebung der sportlichen Qualität. Der Dreifach-Einzug ins Achtelfinale ist auch ein Produkt der deutschen Wertarbeit im Profifußball. Bei all den Problemen, die den Sport auch hierzulande plagen, Milliardenschwere Öl-Scheichs als Klubchefs, Schulden in Höhe von mehr als 200 Millionen oder halb fertig gebaute, halb belegte Stadien, sind in der Bundesliga nicht zu finden. Während Spaniens Fußball pleite ist, England zwischen Großmannssucht und Identitätskrise schwankt und sich der italienische Calcio erst wieder langsam aus einem Trümmerhaufen von Kriminalität, Gewalt und Insolvenzen erheben muss, boomt die deutsche Bundesliga wie nie zuvor.

Jubel in Gelsenkirchen und Dortmund. Und in München? Krisenstimmung

Dass diese ohne Zweifel auch schon den vergangenen Jahren vorhandene Qualität nun auch auf internationaler Bühne sichtbar geworden ist, hat der deutsche Fußball den Schalkern, Dortmundern und Münchenern zu verdanken. Während man sich in Gelsenkirchen und Dortmund diebisch über die neue Rolle als Geheim-, bzw. Topfavorit freut, herrscht beim FC Bayern übrigens wieder mal Krisenstimmung. Grund: der Einzug ins Achtelfinale verlief einfach nicht dominant genug.

Wenn das die Probleme sind, mit denen sich der deutsche Fußball zu ärgern hat, dann dürfen wir uns wohl noch auf viele goldene Jahre in Europas Oberhaus freuen.

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