Ein Leben mit Schaaf

Kick it like Thomas

Werder-Trainer Thomas Schaaf begleitet 11FREUNDE-Redakteur Dirk Gieselmann ein Leben lang – als Playmobil-Männchen, Stickerbild und Lieblingsspieler. Nun traf Gieselmann ihn zum Interview. Ein innerer Vorbeimarsch. Ein Leben mit Schaaf
Heft #94 09/2009
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Ich hatte mal ein Playmobil-Männchen, das war blond und hieß »Thomas«. Es war der Boss in meiner Eisenbahnlandschaft, war Lokführer, Bahnhofsvorsteher und Schrankenwärter zugleich. Mehr ging nicht. Auf »Thomas« mussten sie alle hören.

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Ein bisschen später, es muss um 1985 gewesen sein, fing ich an, Fußballsticker zu sammeln. Aus einem der ersten kleinen Umschläge, die ich aufriss, fiel mir das Bildchen eines Mannes entgegen: Er war blond und hieß »Thomas«. Thomas Schaaf vom SV Werder Bremen war, von nun an bis in alle Zeit, mein Lieblingsspieler. 

Thomas war Verteidiger, ich wurde es auch. Thomas ging rauf und runter, ich ging ebenfalls rauf, bloß manchmal schaffte ich es nicht mehr runter, aber das war ja nur E-Jugend-Kreisliga. Thomas wurde Deutscher Meister, holte den Europapokal der Pokalsieger, ich hisste vor unserem Haus die Werder-Fahne. Thomas wurde Trainer, ich leider kein Profi, dafür reichte es konditionell und auch technisch, naja: insgesamt nicht.

Ich wurde Sportjournalist, Werder mein Spezialgebiet. Und so traf ich ihn doch noch, den mittlerweile restblonden Thomas, zum Interview für meinen Arbeitgeber.

»Ich wollte nie jemand Anderes sein als Thomas Schaaf«, sagt er in dem Heft, das jetzt im Handel ist. Das hätte ich, vor einigen Jahren, auch von mir sagen können.  

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