15.12.2013

Ein Jahr nach der Verbschiedung: Wie macht sich das Sicherheitskonzept der DFL?

Hurra, er lebt noch!

Seite 2/3: »Fanprojekte sind wichtig gegen Gewalt«
Text:
Dominik Bardow und Lars Spannagel
Bild:
imago

»Fanprojekte sind wichtig gegen Gewalt«
Boris Pistorius (SPD), Innenminister in Niedersachsen und Vorsitzender der Innenministerkonferenz (IMK)

Wir haben in der IMK über die Umsetzung der geforderten Sicherheitsmaßnahmen durch den DFB und die DFL gesprochen. Dazu gehören die Einführung flächendeckender Standards etwa im Bereich der Qualifikation der Ordnerdienste oder der Videotechnik in den Stadien. Das sind gute Ansätze, die mittelfristig ein wichtiger Beitrag gegen Gewalt in den Stadien sind. Ein weiterer wesentlicher Punkt der Vereinbarungen zwischen der IMK und den Fußballverbänden ist die Erhöhung der Finanzierung der Fanarbeit sowie ein intensiverer Dialog zwischen Fans, Klubs, Verbänden und Polizei. Ich habe mich als Vorsitzender der IMK bei der DFL und dem DFB erfolgreich starkgemacht für die Aufstockung der Mittel für Fanarbeit. Fanprojekte sind ein wichtiger Bestandteil einer Strategie gegen Gewalt. Außerdem haben wir gemeinsam mit dem Niedersächsischen Fußballverband die Kampagne »Gemeinsam FAIR« gestartet, mir der wir die friedliche Fankultur fördern wollen.

»Die Politik folgt nicht immer«
Michael Gabriel (Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte)

Es hat sich schon substanziell etwas geändert. Bei DFL und DFB ist der richtige Schluss gezogen worden, dass ein kontinuierlicher und verbindlicher Dialog mit den Fanszenen von essenzieller Bedeutung ist. Wie sich das Thema weiterentwickelt, wird sich vor Ort entscheiden: Es gibt nun mal keine Fans von DFL und DFB, sondern Fans von Dynamo Dresden oder dem 1. FC Nürnberg. Ein absoluter Fortschritt ist, dass sich durch die erhöhte Finanzierung die Situation der meisten Fanprojekte verbessert hat – auch wenn im Schnitt immer noch pro Standort nur zweieinhalb Kollegen Ansprechpartner für Fanszenen sind, deren Mitgliederzahl locker in die Tausende geht. Insgesamt ist der Fußball seiner Verantwortung gerecht geworden, die Politik folgt da nicht immer. Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz kommen zum Beispiel ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Fanprojekten nicht ausreichend nach.

 
 
 
 
 
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