Ein Fußballwochenende in Frankreich

Katar Saint-Germain

Alte Bauten, moderne Arenen, Zlatan Ibrahimovic und die Katarisierung des Fußballs. Ihr fahrt am Wochenende nach Frankreich und braucht noch Groundhopper-Tipps zwischen Nostalgie und beinhartem Kommerz? Hier sind sie. 

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Auxerre
Freitag, 20 Uhr, Stade de l’Abbé Deschamps
AJ Auxerre vs. Valenciennes
Die AJ Auxerre spielt nicht mehr in der ersten Liga, doch das Stadion erzählt tausend Geschichten. Hier feierte die französische Nationalelf ihren höchsten Sieg, ein 10:0 gegen Aserbaidschan. Hier herrschte über Jahrzehnte die Trainerlegende Guy Roux, hier zeigte Dortmunds Michael Rummenigge 1993 im UEFA-Cup den Auxerre-Fans den Stinkefinger, hier wurde eine Folge der französischen Polizeiserie »Une femme d’honneur« gedreht. Darin kommt es zu Krawallen zwischen Anhängern von AJ und Manchester United, die Folge heißt »Perfides Albion«. Irgendwie ist man in Burgund mit dem Hundertjährigen Krieg noch nicht fertig.

– 614 Kilometer –

Marseille
Samstag, Stade Vélodrome
Olympique de Marseille vs. OGC Nizza
Die Spielstätte von Olympique heißt zwar Vélodrome, hat aber mit Radfahren schon lange nichts mehr zu tun. Mit 60 000 Plätzen ist es heute das größte Vereinsstadion Frankreichs und wird nach Beendigung der Renovierung für die EM 2016 noch größer werden. Das Stadion hat jetzt ein Dach, was gut ist, weil der Mistral die Stimmung nicht mehr hinfortwehen kann. Doch diese Baustelle hat ihren Preis: 267 Millionen kostet der Umbau, weshalb Olympique demnächst acht Millionen Euro Miete pro Saison zahlen soll (statt bisher 1,5). Der Klub denkt über einen Auszug nach.

– 226 Kilometer –

Monaco
Samstag, Stade Louis II  
AS Monaco vs. OSC Lille
Sollte es die erst kurzfristig zu erwartende exakte Terminierung der Spiele zulassen, bietet sich am Samstag noch ein Besuch beim Vize-Krösus der französischen Liga an. Seit dem Umzug ins Stade Louis II im Jahr 1985 wurde die Association Sportive de Monaco dreimal Meister, zweimal Pokalsieger und hat zwei europäische Endspiele erreicht. Trotzdem ist das Stadion meist nicht mal zur Hälfte gefüllt (Zuschauerschnitt in der letzten Saison: 8900). Es macht halt nicht besonders beliebt, wenn man in der französischen Ligue 1 spielt, aber keine Steuern für seine Spieler bezahlt.

– 969 Kilometer –

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