Dortmund-Leverkusen in der Spielanalyse

Vizekusen ist zurück

Bayer Leverkusen besiegt Borussia Dortmund im Verfolgerduell mit einer taktisch disziplinierten Leistung. Die 11FREUNDE-Taktikanalyse versucht zu ergründen, wieso Dortmund nicht so recht ins Spiel fand.

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Es sollte der Abend für Borussia Dortmund werden: Mit einem Sieg über Bayer Leverkusen wollte sich Jürgen Klopps Team den zweiten Platz und damit den Titel als Bayern-Jäger Nummer Eins zurückerobern. Bayer Leverkusen spielte jedoch nicht mit. Mit einer defensiv starken Leistung sicherte sich die Werkself den 1:0-Sieg.

Bayer überzeugte mit einem wandlungsfähigen Pressing und einer hohen Kompaktheit. Schon früh störten die Leverkusener den Spielaufbau der Dortmunder. Der ganze Verbund schob weit nach vorne, um Dortmunds Innenverteidiger zu bedrängen und zum langen Pass zu zwingen. Wenn Dortmund die erste Pressingreihe der Leverkusener umspielte, orientierten sich die Angreifer sofort nach hinten. So waren fast immer zehn Leverkusener hinter dem Ball, nur Stefan Kießling blieb vorne als Abnehmer für lange Bälle.

Keine Bindung beim BVB

Borussia Dortmund schaffte es nicht, spielerisch ins zweite Drittel zu gelangen. Um den Mittelkreis war das Leverkusener Mittelfeldtrio jederzeit spielbestimmend. Nuri Sahin bekam kaum Zuspiele hinter der Leverkusener Pressinglinie, oft ließ er sich zurückfallen. Dabei verfolgte ihn jedoch stets ein Leverkusener Spieler, sodass ihm wenig Zeit am Ball blieb. Aus der Tiefe fand er so keinen Kontakt zu seinen Vorderleuten. Dementsprechend mau war seine Passquote (73%), obwohl er die zweitmeisten Pässe bei den Dortmundern spielte (nur Sokratis spielte mehr). Lange Zeit gab es keine Bindung zwischen Dortmunder Defensive und Offensive.

Auch gegen den Ball überzeugte die Dortmunder Doppelsechs nicht durchgehend. Bayer Leverkusen konnte sich überraschend oft durch das Zentrum vom Dortmunder Pressing befreien. Ihnen genügten oft zwei, drei kurze Pässe und schon zogen sie am Dortmunder Block im Zentrum vorbei. In der ersten Halbzeit fuhren die Leverkusener 50% ihrer Angriffe durchs Zentrum. Am Ende kamen sie auf 37%. Gegen keinen anderen Gegner ließ Dortmund diese Saison so viele Angriffe durchs Zentrum zu.

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