Dortmund in der Einzelkritik

Let there be Rock!

3:0 gewinnt der BVB gegen Schachtar Donezk und wenn man Schachtar-Trainer Mircea Lucescu glaubt, steht er BVB bereits im Finale der Champions League. Hat die Mannschaft dazu die Qualität? Die Spieler in der Einzelkritik.

Roman Weidenfeller
Die zweieinhalb Angriffe der Ukrainer wehrte Weidenfeller routiniert ab. Gefährlich wurde es nur einmal: In der 84. Minute tauchte Luiz Adriano mit einem Mal frei vor dem Keeper auf. Weidenfeller parierte mit dem Fuß. Lässig, entspannt, cowboyartig. Wären wir nicht wir, wären wir gerne er.

Lukasz Piszczek
Nach einer halben Stunde hatte Lukasz Piszczek die große Möglichkeit, den BVB in Führung zu bringen. Doch der Rechtsverteidiger dachte sich beinahe freistehend, es wäre eine gute Idee, den Ball nach links zu legen. Die Chance war dahin und man machte sich ein bisschen Sorgen, dass die Dortmunder dieser Möglichkeit noch nachtrauern würden. Es kam anders – und Piszczek konnte sich selbst ruhig in den Schlaf wiegen. Zu Recht. Auch weil Taison, der neue 15-Millionen Euro-Mann von Schachtar, auf Piszczeks Seite keine Stich sah. Der Brasilianer wurde zur Halbzeit ausgewechselt.

Neven Subotic
Eine kleine Unachtsamkeit, ansonsten fehlerfrei. Das war allerdings auch nicht sonderlich schwer, denn Donezks Angriffsbemühungen waren zumeist so aufregend wie ein Bingo-Abend im Seniorenheim.

Felipe Santana
Wir könnten schreiben, dass Santana eine total gute Partie spielte, sein Kopfballspiel formidabel ist und er Mats Hummels ganz großartig ersetzte. Wir schreiben aber: Achtziger-Jahre-Rock (Santana) gewinnt gegen Achtziger-Jahre-Glam (Rat). Hell yeah!

Marcel Schmelzer
Alles wie immer: Manchmal ein bisschen unkonventionell, manchmal genial. Am Ende wirkt Schmelzer immer ein bisschen wie ein launiges Haustier. Ein bisschen wie ein Meerschweinchen.

Jakub Blaszczykowski
Wahnsinn! Jakub Blaszczykowski spielte Fußball wie wir gerne Fußball spielen würden, wenn wir Fußball spielen könnten. Der Pole war überall und er hätte mindestens ein Seitfallzieher-Tor aus siebzehn Metern verdient gehabt. Immerhin: Einen Treffer machte er, nachdem Schachtar-Keeper Pyatov einen Schuss von Ilkay Gündogan abprallen ließ.

Sven Bender
16 Jahre Jahre nach Lars Ricken wollte es Sven Bender machen wie Lars Ricken. Dummerweise stand bei seinem Schlenzer-Versuch in der 17. Minute der Schachtar-Keeper Pjatow auf der Linie. Noch in der Bewegung bemerkte Bender diesen Umstand und entschied sich für einen Schuss. Herauskam etwas, das man zuletzt in der 11FREUNDE-Betriebsmannschaft gesehen hat – etwas, zu dem Andi Bremen heute sagen würde: »Das hat mit Fußball nichts mehr zu tun.« Doch seien wir nicht allzu böse: Bender spielte solide, räumte ab und machte die Räume eng. Leider verletzte er sich im Zweikampf mit Fernandinho am Sprunggelenk und musste ausgewechselt werden. Ob er fit fürs Derby wird, weiß man nicht. Klopps Kommentar: »Das ist ja das große Problem eines Trainers. Du kannst dich vier Sekunden freuen und dann kommst du in die Kabine.« Auch wie in der 11FREUNDE-Betriebsmannschaft. Wenn man »vier Sekunden« durch »einmal im Jahr« ersetzt.

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