25.11.2013

Dortmund-Bayern in der Spielanalyse

Guardiola, der stille Gewinner

Pep Guardiola stellte gegen Borussia Dortmund seine ganze Klasse als Trainer unter Beweis. Seine Wechsel drehten ein Spitzenspiel, in dem Dortmund lange Zeit die besseren Chancen hatte. Die 11FREUNDE-Taktikanalyse.

Text:
Tobias Escher
Bild:
imago

In den vergangenen Jahren war Borussia Dortmund der Angstgegner der Bayern. Jürgen Klopp hatte stets den richtigen Matchplan, um dem Ballbesitzspiel der Bayern zu begegnen. Auch am Samstag bewies Klopp, dass selbst seine B-Elf den Rekordmeister ins Schwitzen bringen kann. Doch vor allem belegte der Abend die neue Facette, die das Bayern-Spiel durch Pep Guardiola gewonnen hat: die taktische Flexibilität.

Martinez, der falsche Zehner

Die erste Halbzeit war geprägt von einem taktischen Kniff Guardiolas. Er entschied sich, Javi Martinez als offensiven Mittelfeldspieler einzusetzen. Damit reagierte Guardiola auf die Dortmunder Konterstärke, Martinez sollte im offensiven Zentrum kratzen und beißen, um die Dortmunder Gegenstöße bereits im Ansatz zu ersticken. Dies gelang dem Spanier recht gut; oft musste Dortmund den Rückpass zu Roman Weidenfeller oder den eher spielschwachen Innenverteidigern suchen.

Für das Offensivspiel der Bayern bedeutete Martinez' hohe Rolle, dass sich Toni Kroos und Philipp Lahm tiefer fallenlassen konnten. Die ballsicheren Nationalspieler bauten das Spiel aus der eigenen Hälfte auf. Guardiola scheute scheinbar das Risiko gegen das traditionell starke Pressing der Dortmunder. Dementsprechend abwartend war das Spiel der Bayern. In der ersten Viertelstunde hatten sie 75 Prozent Ballbesitz, ohne aber allzu oft in die gegnerische Hälfte zu passen. Martinez verpasste es als Zehner, Räume für Vertikalpässe zu öffnen.

Erst als die Borussia etwas früher presste, kam etwas Schwung in den Signal-Iduna-Park. Nuri Sahin schob höher und verfolgte Lahm und Kross, sodass beiden weniger Zeit am Ball blieb. Die Bayern taten sich überraschend schwer mit diesem Pressing und bauten vermehrt auf lange Bälle. Die Dortmunder gewannen jedoch 60 Prozent der Luftduelle, sodass die Bayern reichlich ineffektiv blieben.

So hatten die Dortmunder vor dem Pausenpfiff die besseren Chancen. Kevin Großkreutz beackerte unermüdlich den rechten Flügel. Fast 50 Prozent der Dortmunder Angriffe liefen über seine Seite. Am Ende waren Großkreutz und Jakub Blaszczykowski an fünf der sieben Dortmunder Torschüsse beteiligt.

Guardiola stellt seine Klasse unter Beweis

 
 
 
 
 
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