Dirk Gieselmann beendet erneut seine aktive Fußballkarriere.

Danke für alles

Warum Dirk Gieselmann der TuS St. Hülfe-Heede einst den Rücken kehrte, und warum er neulich bitterlich daran erinnert wurde.

imago

Seit ich im Herbst 1997 aus Protest gegen eine Auswechslung, zu der ich nichts mehr sagen will, außer dass sie natürlich vollkommen ungerechtfertigt war, meine Karriere beim TuS St. Hülfe-Heede beendet habe, ist die Verbindung zu meinem Heimatverein abgerissen. Aufgrund von Wut und Trauer schaute ich mir kein einziges Heimspiel mehr an. Die Wahrscheinlichkeit, dass man mich dort als verlorenen Sohn auf eine Bratwurst einladen würde, war ohnehin gering. Als ich dann zum Studium in die große Stadt zog, schickte mir mein Vater mitunter Zeitungsausrisse aus dem Heimatsport. »TuS erkämpft Remis in Holzhausen« las ich darin und fühlte mich doch ferner denn je.

So blieb es. Bis ich neulich entdeckte, dass der Verein endlich eine Homepage ins Internet gehievt hat. Tat sich da eine Tür auf, durch die ich schreiten könnte, direkt zurück ins Klubheim, auf ein Bier mit Kuddel, dem alten Obmann?

Mitnichten: Sämtliche Rubriken auf der Seite waren leer. Einzig im Gästebuch wurde ich fündig. Ein Besucher namens »Hülfer Junge« hatte geschrieben: »@Rainer: Danke für alles, das du für den TuS getan hast. Die wahren Fans wissen, was ich meine.« Und ich frage mich seither, zumal in Ermangelung jeglicher Anhaltspunkte, was dieses sagenhafte »alles« gewesen sein mag. Ist der TuS in meiner 16-jährigen Abwesenheit etwa Deutscher Meister geworden? Steht dort, wo einst nur ein zu den Eckfahnen hin abfallender Platz war, jetzt ein Fußballtempel, das Maracanã des Landkreises Diepholz? Und wer sind diese Leute, die sich »wahre Fans« nennen? Wo waren sie 1997?

Nur eines weiß ich: Rainer, das ist der, der mich damals ausgewechselt hat.

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