Dienstagskolumne: Scott Danns Intimbereich, Chris Hoys Twitter

Die toten Hoden

Wenn sich Fußballer verletzten, ist plötzlich jeder Fan Experte: Er kennt sich aus mit Meniskusrissen und Bänderdehnungen. Doch was weiß er von Hodenrissen? Unser Kolumnist Titus Chalk über Schmerzen zwischen den Beinen und eine Schiedsrichter-Verwechslung. Dienstagskolumne: Scott Danns Intimbereich, Chris Hoys Twitter

Die 11FREUNDE-Dienstagskolumne: Jede Woche machen sich  Lucas Vogelsang, Frank Willmann, Titus Chalk und Frank Baade im Wechsel Gedanken über den Fußball, die Bundesliga und was sonst noch so passiert. Wenn uns der heutige Kolumnist Titus Chalk nicht gerade die englische Fußballkultur erklärt, schreibt er für FourFourTwo, expertet für die Deutsche Welle oder trinkt Pints in seinem Lieblingspub.

An dieser Stelle erklärt unser England-Fachmann und Ur-Londoner Titus Chalk die englische Fußball-Kultur. Ab sofort ungefiltert auf Deutsch:

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Die Titus-Fussballing-Eng-zyklopädie: The Scrotum

Seltsam wie gelegentlich eine bestimmte Verletzung die Fantasie des Publikums beflügeln kann. Durch eine kollektiven Neugier oder Mitleid, werden wir alle plötzlich Experten auf dem Kreuzbandanriss, dem Mittelfussbruch oder der therapeutischen Benutzung von Pferdsplazenta. Doch am neusten in England wurde eine Welle Verletzungen berichtet, von der wir alle uns nur halt wünschen können, nie eine intime Kenntnis zu bekommen: der verletzte Hodensack (oder »Scrotum« auf Englisch).

Am 17. Dezember zum Beispiel, traf Blackburn Verteidiger Scott Dann sein erstes Saisontor. Leider zerbrach er gleichzeitig seinen rechten Hoden. »Unser Physio ist sehr erfahren«, sagte Blackburn Trainer Steve Kean nach dem Spiel. »Aber er sagt. bisher nie so eine Verletzung gesehen zu haben.«

Noch schlimmer war den Fall des Gillingham-Spielers Chris Whelpdale, der am 26. Dezember, dank einer schrecklichen Grätsche, seinen Hodensack aufreissen liess. Fünf augenwassernde Nadelstiche würden gebraucht den Schaden zu reparieren, oder wie Giovanni Trappatoni es wahrscheinlich sagen würde, die Katzen wieder im Sack zu stecken. Hoffentlich, findet er nun ein stark reduziertes Suspensorium in den Sales von Januar.


Ego des Monats: André Villas-Boas (Chelsea)


Der Chelsea Trainer ist scheinbar ein sensibeler Mann, dessen Stolz nicht zu stören ist. Seine Mannschaft lebt im Augenblick einen ganz misslichen Zeitraum in der Premier League und Lust auf Unfriede und Kritik hat er halt nicht mehr. Am Anfang des Monats Dezember, verbannte er Nicolas Anelka und Alex vom Kader, und verpflichtete beide Spieler mit der zweiten Mannschaft zu trainieren.

Die gleiche Mannschaft wurde dann sogar vom Training Ground verboten, damit sie die Chelsea Stars nicht ablenken könnten. Am bizarrsten aber, ist AVBs Befehl, dass seine Spieler ab jetzt ihn in ihren Torjubeln aufnehmen. Ist das schon ein Zeichen eines Mannes, der Keine Liebe mehr von seinem Verein spürt?

Instant-Krise: Sir Chris Hoy

Die Leistung vom Schiri im Spiel zwischen Stoke und Tottenham am 11. Dezember war zwar schwach. Aber er hätte wahrscheinlich nie so eine wütende Reaktion auf Twitter erwartet. Verschiedene User schätzten ihn als »Shit«, »an embarrassment« und »weak and pathetic.« Einer sagte sogar: »Chris Hoy you should just quit.«

Das Problem ist, dass Chris Hoy kein Premier League Schiedsrichter ist, sondern ein fünfmal Olympische Goldmedallionsiegende Radrennfahrer. »Nur zur Information«, musste er tweeten, »Erstens: Ich brauche keine Brille. Zweitens: Ich führe auch nicht ein Doppelleben als Premier League Schiedsrichter. Er heisst Chris Foy.«

Störende Statistik: €3.7 Millionen

Das gesamtes Geld, dass der von seinem Trainer verbannte Manchester City Linksverteidiger Wayne Bridge verdient hat, seit dem er das letztes Mal in der Premier League spielte (im Mai 2011). Was tut er jeden Samstag eigentlich? »Keine Ahnung,« sagt Roberto  Mancini. »Spielt er Golf?«

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