24.04.2012

Dienstagskolumne: Chelsea, Ziegen-Curry und Papiss Cisse

Der neue Balotelli

Unser Kolumnist Titus Chalk ist ganz angetan von Papiss Cisse, der mittlerweile Heldenstatus bei Newcastle United genießt. Außerdem: Warum Ex-Chelsea-Coach André Villas-Boas ein Gewinner ist und wie Harry Redknapp zum Imperator wird.

Bild:
Imago


Die 11FREUNDE-Dienstagskolumne: Jede Woche machen sich  Lucas Vogelsang, Frank Willmann, Titus Chalk und Frank Baade im Wechsel Gedanken üb er den Fußball, die Bundesliga und was sonst noch so passiert. Wenn uns der heutige Kolumnist Titus Chalk nicht gerade die englische Fußballkultur erklärt, schreibt er für FourFourTwo, expertet für die Deutsche Welle oder trinkt Pints in seinem Lieblingspub.

An dieser Stelle erklärt unser England-Fachmann und Ur-Londoner Titus Chalk die englische Fußball-Kultur. Ab sofort ungefiltert auf Deutsch:

Die Titus-Fussballing-Eng-zyklopädie: The Project

Irgendwann am Anfang dieser Dekade hörten englische Fussballvereine auf, nur Fussballvereine zu sein. Stattdessen sind sie »Projekte« geworden, die wahrscheinlich wie »Projekte« in Berlin von verzogenen Kindern aus eines Cafés mit kostenlosen W-Lan geführt sind. Wie sonst ist die turbulente Saison von Projekten wie Liverpool, Chelsea, Manchester City und sogar Aston Villa zu erklären?

Es war früher so einfach: das Ziel eines Fussballvereins war Fussball zu spielen. Das Ziel eines Projektes? Etwas viel weitschweifiger: den Besitzer zu unterhalten, Sponsoren zu verführen, Fans in Asien Fanartikeln die wahrscheinlich von ihren eigenen Kindern in irgendwelchem Ausbeutungsbetrieb gemacht wurden zu verkaufen.

Auch sehr wichtig ist es eine Führung zu haben, die sehr gern das »Projekt« während Pressekonferenzen anpreist, statt zum Beispiel über die Leistung der Mannschaft zu reden. In diesem Sinn wenigstens war der technokratische André Villas-Boas ein Gewinner mit Chelsea – Schade, dass er jetzt weg ist. Dennoch, vielleicht war seine Abgang das erstes Zeichen, dass die Fussballvereine schlagen zurück: dieses Monat, wurde auch Liverpools Sportdirektor Damian Comolli entlassen, ein Man, dessen einziges Talent war wichtige Leute zu kennen und natürlich begeistert über das Projekt zu reden. Ich kann persönlich den Stromberg-messigen Begriff nicht mehr vertragen. Lass uns hoffen, dass die Zukunft den verzogenen Kindern nicht gehört...

Rezept des Monats: Newcastle United

Die ganze englische Presse versucht im Augenblick den Erfolg von Newcastle United zu erklären. Ist es Graham Carrs Scouting-Netz, Alan Pardew’s Spielsystem oder halt das Geld vom Andy Carroll-Verkauf, dass die Geordies bis vierte in der Tabelle geführt hat? Nein, natürlich nicht. Laut den Medien, ist es alles eine Frage des Essens! Verteidiger Mike Williamson hat sogar die Stimmung unter den Spieler zur Sendung »das Perfekte Dinner« vergleicht: »Es passiert oft, dass wir für einander kochen. Ich habe für Shola Ameobi ein Risotto gekocht – habe aber bei James Perch nur ein Folienkartoffel bekommen. Das wertete null Punkte!«

Mittlerweile, macht der Verein auch mit – und zum Willkommen des Papiss Demba Cissés kochte für ihn sein Lieblings Gericht, Ziegen-Curry. »Es ist ein Senegalesisches Gericht, das Yassa heisst und das ich liebe,« sagt Cissé. »Ich kann es selber nicht kochen aber die Köchin Liz hat es toll gemacht. Es ist fantastisch gewesen.«

Die Anwirkung ist offenbar auch toll gewesen, denn Cissé hat nun 11 Tore in seinen 10 Spielen für Newcastle und ist zum Status eines Kult-Helds geworden. Das Tüpfelchen auf dem I war seine Entscheidung letzte Woche seine Haare bei einem ganz normalen Barbier für 6 Pfund schneiden zu lassen. Nachher, wurde er schnell von schreienden Kinder hergefallen. Wird er eventuell zum nächsten Mario Balotelli?

Blitz-Krise: King Harry

Die Zeiten sind offenbar feindlich gegen Monarchen. Fragt doch Mal dem King Kenny oder noch besser dem König Otto, dessen Krone senkt täglich tiefer über seinen Augen. Die Zeitwahl einer Krönung kann auch gefährlich sein und leider haben Kollegen beim Englischen Magazin ‚FourFourTwo’ dies gelernt als sie ihrer letzte Aufgabe veröffenlichten mit Harry Redknapp als König auf dem Titelbild. Der englische Trainer ist von Medien geliebt aber seine Mannschaft geht gerade schneller runter als ein Teller Spargel im Berlin-Frühling. In der Tat, seit dem Fabio Capello seine Rucktritt als Nationaltrainer am 9. Februar ankündigte und Harry wurde in Verbindung mit der Rolle gebracht, gewinnt Tottenham nur zwei seiner letzten 10 Premier League Spiele und legt jetzt ausserhalb der Champions League Plätze. Die Lösung ist natürlich einfach (und wohl verdient) – Harry braucht sofort eine Beförderung in einen höheren Dienstgrad und die FA wird ihm das zweifellos bald geben: Harry Redknapp, Imperator der Englischen Nationalmannschaft und Eroberer der Gruppenphase der Euro 2012. Klingt gut. Ich freue mich schon riesig auf eine Nationalmannschaft fast so gut wie die Spurs...

Störende Statistik: 18002 Jahre

Bolton ist zwar 19. in der Premier League Tabelle und tief in der Absteig-Kacke,  er bleibt dennoch ein sehr freigiebiger Verein. Letzte Woche, haben die Trotters sogar den Vertrag des Verteidigers Gretar Steinsson bis 20014 verlängert. Das bedeutet, durch einen Tippfehler, eine Verlängerung von 18002 Jahren. Der Spieler kann jetzt 13.000 Pfund pro Woche für die nächste 936.104 Wochen verdienen. »Offensichtlich, bin ich zufrieden mit dem neuen Geschäft,« sagte Steinsson nach unterzeichnen.

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