Dienstagskolumne: Adebayor, Todeskult und eine Ak-47

Träumen Engländer von elektrischen Schafen?

Unser Kolumnist Titus Chalk schaut momentan so viele Spiele, dass ihn seltsame Fußballträume einholen. Neulich jagte er einen Trainer mit einem Maschinengewehr. Außerdem in der heutigen Dienstagskolumne: Emmanuel Adebayor – das Ego des Monats. Dienstagskolumne: Adebayor, Todeskult und eine Ak-47

Die 11FREUNDE-Dienstagskolumne: Jede Woche machen sich  Lucas Vogelsang, Frank Willmann, Titus Chalk und Frank Baade im Wechsel Gedanken über den Fußball, die Bundesliga und was sonst noch so passiert. Wenn uns der heutige Kolumnist Titus Chalk nicht gerade die englische Fußballkultur erklärt, schreibt er für FourFourTwo, expertet für die Deutsche Welle oder trinkt Pints in seinem Lieblingspub.

An dieser Stelle erklärt unser England-Fachmann und Ur-Londoner Titus Chalk die englische Fußball-Kultur. Ab sofort ungefiltert auf Deutsch:

Die Titus-Fussballing-Eng-zyklopädie: Golden Oldies

Ach, damals war alles besser, oder? Bevor wir iPads hatten, bevor wir twitterten, als man mit einem Zwanni in seiner Tasche sich noch reich fühlte und als unsere Fussball-Götter hatten noch ihr Va-Va-Voom.

Die gute Nachricht ist, dass in der sparsamen Premier League, das goldenes Zeitalter ganz wieder modisch geworden ist. Thierry Henry ist wieder bei Arsenal (sogar wenn er kaum laufen kann), Paul Scholes war »Man of the Match« gegen Liverpool im letzten Pokalspiel (weil seine Kameraden so schlecht waren) und Robbie Keane, der für ein Paar Monaten Los Angeles für Birmingham getauscht hat, wird für sein »Intelligenz« auf dem Fernsehen gelobt (er kann auch nicht mehr laufen). Es fehlt eigentlich nur Michael Ballack für schönste Comeback-Feier aller Zeit und sogar er könnte eventuell eine Einladung vor Mitternacht bekommen.

Trotz meines Naturzynismus, bin ich sehr inspiriert von der Rückkehr so vieler »Golden Oldies« ins Spiel. Endlich mal wieder, kann ich Fußballspieler gucken, die älter als ich sind und die lassen träumen von meiner eigenen zukünftigen Karriere am Höchstniveau. Mit 31, schaffe ich noch die 100 Meter in weniger als eine Minute, auch wenn man bei meiner Ballannahme sieht, dass ich etwas aus der Übung bin. Egal, Thierry Henry ist 34. Ich habe noch Zeit mich zu verbessern, bevor ich mein Arsenal-Debüt mache. 2012 wird ein ganz gutes Jahr »reif« zu sein.


Ego des Monats: Emmanuel Adebayor

Man muss es zugeben, dass das Leben Emmanuel Adebayors nicht immer am einfachsten war. Der tödliche Maschinengewehr-Angriff, den er mit seinen Togo-Mitspieler in 2010 erlebte, traf ihn viel mehr, denke ich, als wurde öffentlich thematisiert. Trotzdem, seine anscheinende Lösung (noch weiter unter der Fußball-Käseglocke zurückzuziehen), lasst man nur schwer sich mit ihm mitfühlen. Beispielweise, kam zuletzt die folgende Anekdote von seinem Trainer Harry Redknapp:

»Kürzlich eine der Jungs hat ihn gefragt, warum er noch nicht sein £50 Bussgeld gezahlt hat, das man zahlen musst, ist man der schlimmste Spieler bei einem Training-Session. ›Verdammte Hölle Ade‹, hat er ihm gesagt, ›Du kriegst £200,000 pro Woche und du kannst es dich nicht leisten £50 zu zahlen?‹ Adebayor hat ihn geantwortet: ›Bitte mich nicht beleidigen – ich verdiene £225,000 pro Woche.‹«

Na ja, ein Mann wenigstens, der von der neuen Wirtschaftskrise nichts zu fürchten hat.

Instant-Krise: Ich?

Am Wochenende kam ich zum ersten Mal in meinem Leben zur Idee, dass ich vielleicht zu viel Fußball schaue. Warum? Weil er fängt an nun meine Träume einzudringen. Sonntagnacht zum Beispiel, wurde mein Schlaf stark  gestört von einer unheimlichen Vision vom Sunderland-Boss Martin O’Neill als Führer eines erschreckenden Todeskults. Der zwar charismatische Trainer und seine verzauberte Gefolgsmänner zettelten eine verzwickte Verschwörung gegen die Menschheit an, und ich als letzter rationaler Mann der Welt musste deswegen versuchen ihn mit einem schönen AK-47 zu ermorden. Ob ich meinen Einsatz erfolgreich erfüllte, kann ich mich nicht erinnern. Dennoch, blieb das Bild eines in meinem Fadenkreuz gelockten bebrillten Mannes von mittlerem Alter, der nächste Tag sehr lang in meinen Gedanken.

Allein, wäre so einem Traum eventuell nicht störend. Aber, schon wurde die Vornacht ebenso von einem merkwürdigen Fussball-Traum unterbrochen. Dieses Mal träumte ich (wahrscheinlich genau wie Carlos Tevez), dass ich in einer lieblosen Ehe mit Roberto Mancini verschlossen war. »Nein Roberto, ich habe heute Kopfschmerzen«, musste ich der sanften Italiener sagen. »Ich will sowieso nur Freunden mit dir sein.« Die ganze Situation war stark misslich. Und der Beweis, dass eine gesunde Balance zwischen Fussball und sein normales Leben extrem wichtig ist.

Störende Statistik: £30,000

Der gesamte Wert des Schadens der Teppiche und der Inneneinrichtung, die wurden hinter Carlos Tevez verlassen, als er aus seinem von Manchester United gemietetes Haus zog.

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