05.06.2012

Die zehn größten Testspielpleiten

»Der Trend zeigt nach unten«

Sie sind zu umstritten wie gefährlich – die letzten Testspiele vor großen Turnieren. Und so ist es kein Wunder, dass sich die großen Nationen regelmäßig gegen die vermeintlich kleinen blamieren. Hier sind die zehn größten Testspielpleiten aller Zeiten.

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Illustration: Mario Wagner

Rumänien-Deutschland 5:1 (2004)

»Das Ergebnis ist zweitrangig«, so Bundestrainer Rudi Völler vorab. Ob er das in Erwartung eines flockigen Kantersieges gesagt hatte oder als vorauseilende Entschuldigung, steht dahin. An diesem 28. April geriet seine Notelf, in der Ernst und Jeremies dilettierten, unter die Räder wie ein Hase auf der transsilvanischen Landstraße. 1:5! Ein Ergebnis, das in dieser Höhe dann doch erstrangig war.

Niederlande-Irland 0:1 (2004)
Den gleichen Trick versuchte die Elftal 16 Jahre später noch einmal und ließ sich in der Hoffnung auf den Titel zehn Tage vor dem Turnier von den Iren blamieren, Torschütze im Grottenkick von Amsterdam durfte Robbie Keane sein. Doch diesmal misslang das Täuschungsmanöver: Im Halbfinale setzten sich die Portugiesen mit 2:1 durch. Sie hatten die Schwäche des Gegners ernst genommen.

Schweiz-Frankreich 2:1 (1992)
Die EM 1988 und die WM 1990 hatte die Équipe Tricolore verpasst. 1992 war die Qualifikation endlich wieder gelungen, eine Goldene Generation um Eric Cantona stand auf der Matte. Doch dann: 1:2 gegen die Schweiz – merde! Die Luft war raus, nach zwei Unentschieden und einer Niederlage schied die Mannschaft aus dem Turnier. Und Eric Cantonas erste Teilnahme blieb seine einzige.

Deutschland-Ungarn 0:2 (2004)
50 Jahre nach dem Wunder von Bern unterlag Völlers Truppe in Lautern nicht nur den Ungarn, sondern vor allem derem Trainer Lothar Matthäus. »Das ist nicht okay«, knirschte Völler in die Mikros, während Matthäus im Hintergrund auf einen Anruf des DFB wartete. Okay war auch die EM nicht: Aus in der Vorrunde. Aus auch für Völler. Doch kein Anruf bei Lothar, bis heute.

Wales-Italien 1:0 (1988)
Wales hat noch nie einen echten Titel errungen, nur diesen inoffiziellen: schlimmste Laus im Pelz der Großen. Siehe Deutschlands nervenzerfetzende Qualifikation für die WM 1990, inklusive 0:0 in Cardiff. Italien verlor dort durch ein Tor von Ian Rush sogar mit 0:1. »So werden wir auf gar keinen Fall Europameister!«, zürnte Trainer Azeglio Vicini. Korrekt: Im Halbfinale gegen Russland war Sense.

Österreich-Deutschland 0:3 (2008)

 
 
 
 
 
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