Die zehn größten Stadion-Bausünden

»Stadion für Blinde«

Ein Stadion zu bauen kann eine echte Herausforderung sein. Da wird schon mal eine Tribüne vergessen, ein nicht ganz wasserfestes Dach installiert - oder der Rasen von holländischen Würmern durchsiebt. Die zehn größten Bausünden der Stadion-Geschichte!

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1.
2010 veröffentlichte der Bund der Steuerzahler einen kuriosen Fall von Stadionpfusch auf der Ferieninsel Rügen: In Bergen hatte die Stadtverwaltung das marode Stadion für stolze zwei Millionen Euro sanieren lassen, dabei jedoch am falschen Ende gespart: Der Rasen war fehlerhaft verlegt worden, jeder kleine Regenguss verwandelte die Spielfläche in eine gigantische Pfütze. Speziell abgerichtete Regenwürmer (»Dutch Nightcrawler«) aus Holland sollten Abhilfe schaffen – und ruinierten das Grün dann endgültig. Der Schaden: 7036 Euro.

2.
Anlässlich des Champions-League-Endspiels 2004 in der Schalker Arena hatte ein Mitarbeiter der Geschäftsstelle einen Plan: Um die Zuschauer schneller aus dem Stadion zu lotsen, wurde eine zusätzliche Treppe zum Parkplatz  P errichtet. Kostenpunkt: 10 000 Euro. Dass an dieser Stelle des Stadions allenfalls eine Hand­voll Zuschauer die Treppe nutzen können, bemerkten die Beteiligten erst nach der Fertigstellung. Der gänzlich sinnfreie Aufgang erhielt schnell den Namen des cleveren Ideengebers: »Sven-Schaeffner-Treppe«.

3.
1500 Zuschauer des österreichischen Bundesligaspiels Pasching gegen Rapid Wien kamen sich 2006 im Sektor 18 des Waldstadions vor wie auf einer Hüpfburg. Die Südtribüne unter ihnen bog sich durch und sackte schließlich um beeindruckende 15 Zentimeter ab. Zwei tragende Bolzen hatten sich selbstständig gemacht. Per Lautsprecher wurden die Zuschauer aufgefordert, nicht mehr zu hüpfen. Zunächst wurde dann Sabotage vermutet, da Rapid-Fans zuvor im Stadion marodiert hatten. War aber nur ein Montagefehler.

4.
»Torskandal!«, krakeelte 2007 das »Hamburger Abendblatt« und unterstellte dem Hamburger SV, zu kleine Tore im Volksparkstadion aufgestellt zu haben. Die Reporter hatten die Aluminiumkästen selbst abgemessen: 2,39 Meter und 2,41 Meter statt der von der DFL vorgeschriebenen 2,44 Meter. Kleinlaut kündigte der Klub an, den Baufehler zu beheben und vor den nächsten Spielen eigenhändig Maß zu nehmen. Kommentar von User »y21« im leidgeprüften HSV-Forum: »Die Tore sind doch jetzt schon viel zu groß.«

5.
Um den Sportpark Nord, Heimstätte des Bonner SC, regionalligatauglich zu machen, investierte die Stadt Bonn 2012 stolze  5,3 Millionen Euro für die Sanierung, 1,2 Millionen davon flossen in den Bau einer brandneuen Flutlichtanlage. Der erste Test, die erste böse Überraschung: Die Flutlichter leuchteten zwar den Rasen, nicht aber die ebenfalls renovierte Laufbahn aus. Bauarbeiter mussten die 14 Flutlichtscheinwerfer jeweils neu justieren, ehe sich auch die Ersatzspieler wieder im Hellen warmlaufen durften.

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