03.09.2013

Die wichtigsten Transfers des Sommers

Junge, komm' bald wieder!

Seite 2/4: Ganz gewöhnliche Spieler
Text:
Tobias Ahrens und Paul Hofmann
Bild:
Imago

Anschi Machatschkala (vom Öl-Milliardär zum europäischen Spitzenfußball, kam 2011 für viel Geld aus der Ödnis von Dagestan)
17 Spieler musste der russische Klub Anschi Machatschkala in dieser Transferphase verkaufen. Darunter Samuel Eto'o, Willian (beide FC Chelsea), Yuri Zhirkov, Aleksandr Kokorin, Christopher Samba (alle zu Dinamo Moskau) oder Lassana Diarra (Lokomotive Moskau). Wir erinnern uns: Erst vor zwei Jahren hatte der russische Öl-Milliardär Suleyman Kerimov den Verein aufgekauft. Mittlerweile sind dessen Aktienkurse im sprichwörtlichen Tabellenkeller. Da kam das Financial Fair Play gerade recht, um die zahlreichen Abgänge zu begründen. Der FC Chelsea kann derweil eine ganze Elf aus Mittelfeldspielern auflaufen lassen.*


*ja, wir mussten heute morgen auch feststellen, dass Victor Moses zu Liverpool gegangen ist.

Thiago Alcantara (vom FC Barcelona zu Bayern München, 25 Mio Ablöse, kam aus der eigenen Jugend)
Nach einem Champions-League-Triumph und der Verpflichtung des vielleicht weltbesten, zumindest gefragtesten Trainers, scheint beim FC Bayern München mittlerweile alles möglich. Der Bayer, Kosmopolit des 21. Jahrhunderts, kann sich einfach alles erlauben. Gezeigt hat sich das mit dem Wechsel von Thiago Alcantara. Eines Spielers vom FC Barcelona. Eben jener Mannschaft, die auf dem Zenit zu stehen scheint, zu dem die Münchener irgendwann hinwollen. Und eben jener Thiago kann sich nichts schöneres ausmalen, als neuerdings an der Säbener Straße zu trainieren. Das mag zum einen am aktuellen Champions-League-Titel liegen oder am neuen Trainer oder weil sein Berater zufällig Pere Guardiola heißt. Wo wir gerade beim FC Bayern wären… Ein gewisser Mario Götze ist ja ebenfalls zum amtierenden Meister gestoßen. Und hat mit seinen 37 Millionen Ablöse kurzerhand den nationalen Transferrekord gebrochen.

Neymar (vom FC Santos zum FC Barcelona, 57 Mio Euro Ablöse, kam aus der eigenen Jugend)
Ihn wollte Pep Guardiola eigentlich zum FC Bayern locken, doch die Vorstandsebene machte ihm Mario Götze schmackhaft. Also griff der FC Barcelona beim vielleicht größten brasilianischen Talent seit Pelé zu. Oder einem »ganz gewöhnlichen Spieler« (laut Pelé). Für 57 Millionen Euro wagte Neymar den Sprung auf das europäische Festland. Von dieser Summe strich er direkt 40 Millionen an Handgeld selbst ein. Sein Heimatklub erhielt gerade einmal 9,35 Millionen. Für den FC Barcelona dürfte sich das Geschäft dennoch lohnen. Denn neben seiner spielerischen Klasse, sorgte Neymars Name für einen ordentlichen Anstieg der Trikotverkäufe. Im Zusammenspiel mit Lionel Messi hapert es jedoch noch gewaltig. Nach dieser vergebenen Chance legen wir uns fest: Der FC Barcelona spielt in dieser Saison ausschließlich gegen den Abstieg.



Martín Demichelis (von Atlético Madrid zu Manchester City, 5 Mio Euro Ablöse, kam im Juli 2013 ablösefrei vom FC Málaga)
Unsere vielbeachtete 11Freunde-Transfertrophäe in der Nebenkategorie »Winkelwechsel, von denen alle was haben« geht in dieser Saison an… Martín Demichelis! Nachdem Atlético Madrid vor acht Wochen zuschlug und den ablösefreien Verteidiger an sich band, wechselt der nun zu Manchester City. Demichelis macht kurz vor seiner Rente noch einmal richtig Asche, die Citizens haben eine neue Ein-Mann-Viererkette und Atlético bekommt fünf Millionen Euro, weil es für acht Wochen einen weiteren Spieler beherbergt hat. Das ist vermutlich der Sozialismus des Fußballs in seiner Reinform. Herzlichen Glückwunsch.

 
 
 
 
 
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