Die wichtigsten Elfmeterschießen der Pokal-Geschichte

Drama, baby, Drama!

Gladbach ist raus, die Bayern im Finale von Berlin. Dem Elfmeterschießen sei Dank. Doch das gestrige Drama vom Punkt hat viele prominente Vorgänger: Die wichtigsten Elfmeterschießen in der Geschichte des DFB-Pokals! Lothar Matthäus ist auch dabei.

31. Mai 1984, Finale
Bayern München - Borussia Mönchengladbach 8:7 n.E.

Die bitterste Info sendet die ARD gleich zu Beginn des Elfmeterschießens: »Donald Duck´s Geburtstagsparty beginnt ca. 20.30 Uhr«. Na toll. Vielleicht auch deshalb nachhaltig geschockt, verschießt Gladbachs Jungstar Lothar Matthäus gleich den ersten Elfmeter, weil auch Norbert Ringels später verballert (und Michael Rummenigge eiskalt für die Bayern trifft), verliert Gladbach dramatisch mit 7:8. Pikant: Matthäus hatte schon vor diesem Spiel seinen Wechsel zum FC Bayern bekannt gegeben, beim Bankett werfen ihm Gladbacher Funktionäre vor, er habe den Elfmeter extra verschossen. Nur das beherzte Eingreifen seiner Mitspieler verhindert eine wüste Keilerei.

22. Juni 1991, Finale
Werder Bremen - 1. FC Köln 4:3 n. E.

Zweimal in Folge haben die Bremer schon das Pokalfinale vergeigt, jetzt geht es gegen den 1. FC Köln ins Elfmeterschießen. Die Nerven liegen blank. Es schüttet wie aus Eimern, der Platz ist nass wie der Bodensee. Die Kölner Andrzej Rudy und Pierre Littbarski verschießen, bei den Bremern rutscht Klaus Allofs weg, Bodo Illgner hält. Den entscheidenden Elfmeter soll Uli Borowka schießen. Der legt den Ball kalt wie eine Hundeschnauze ins rechte Eck und verabschiedet sich in die Fankurve. Werder ist Pokalsieger. Borowka, der sich erst Jahre später seine Alkoholsucht eingestehen wird, muss anschließend zur Dopingkontrolle – und kann einfach nicht pinkeln. Erst nach zehn Flaschen Bier gibt die Blase nach...


23. Mai 1992, Finale
Hannover 96 - Borussia Mönchengladbach 4:3 n. E.

Zweitligist Hannover 96 hat sich bereits im Halbfinale gegen Werder Bremen als ganz besonders nervenstark erwiesen, nach dem 6:5 im Elfmeterschießen, müssen die Niedersachsen auch im Finale gegen Borussia Mönchengladbach nach 120 Minuten an den Punkt. 96-Mann Roman Wojcicki macht es ganz besonders spannend, erst bläst der Wind den Ball vom Punkt, dann klatscht sein Schuss gegen den Innenpfosten und von dort ins Tor. Weniger Glück haben die Gladbacher: Kalla Pflipsens Schuss wird von Jörg Sievers gehalten, Uwe Kamps zieht allerdings nach, pariert gegen Oliver Freund (mit Jahrhundert-Frisur!). Dann tritt Holger Fach an den Punkt. Läuft an, schießt – und Sievers hält schon wieder! Hannovers Michael Schjönberg schießt 96 dann endgültig zum Pokalsieger.

12. Juni 1999, Finale
Werder Bremen - Bayern München 6:5 n. E.

Preisfrage: Hätte es eine »Ära Schaaf« bei Werder Bremen ohne dieses Spiel überhaupt gegeben? Nach den viel besungenen »Jahren voller Frust« sorgen die Außenseiter von der Weser gegen die übermächtigen Bayern (die gerade erst das historische Finale von Barcelona vergeigt haben) für eine Sensation. Nach 120 Minuten steht es durch die Tore von Maximov (Werder) und Jancker (Bayern) 1:1, im Elfmeterschießen treffen zunächst Bode und Salihamidzic, dann scheitert Jens Todt an Oliver Kahn. Daei trifft, Bogdanevic trifft, Tarnat trifft, Wicky trifft. Jancker und Eilts auch. Auftritt Stefan Effenberg. Wenn er jetzt seinen Elfmeter verwandelt, haben die Bayern ihr Trostpflaster DFB-Pokal. Was macht Effe? Haut den Ball über das Tor. Und wer fasst sich bei den Bremern ein Herz? Torwart Frank Rost! Und was macht Rost? Verlädt Kahn, als sei das hier ein Spielchen um einen kalten Kasten Bier. Was dann passiert, ist kitschiger als jeder Rosamunde-Pilcher-Roman: 15 Jahre nach seinem verschossenen Elfmeter im Pokalfinale gegen die Bayern (siehe Spiel 1), tritt Altmeister Lothar Matthäus an den Punkt und scheitert an Frank Rost. Werder ist Pokalsieger, die Ära darf beginnen.

6. Februar 2001, Halbfinale
Union Berlin - Borussia Mönchengladbach 6:4 n. E.

Arie van Lent heißt die tragische Figur in diesem Halbfinale von Berlin. In der regulären Spielzeit trifft der Routinier gleich doppelt, im Elfmeterschießen scheitert er an Union-Torwart Sven Beuckert. Weil auch Max Eberl verballert, fliegt der Favorit raus, die Berliner fahren nach Berlin – und verlieren dort mit 0:2 gegen Schalke 04.

19. April 2005, Halbfinale
Schalke 04 - Werder Bremen 7:6 n. E.

Sachen gibt´s, die gibt´s gar nicht. 2005 empfängt der FC Schalke den amtierenden Meister Werder Bremen, im Tor der Schalker steht ein alter Bekannter von der Weser: Frank Rost. Im Elfmeterschießen hält er sage und schreibe drei Elfmeter (gegen Stalteri, Borowski und Ernst) und haut den letzten Elfer einfach selber ins Tor. Gut für den Ex-Bremer Ailton, der bereits vier Schüsse zuvor die Entscheidung auf dem Fuß hatte, aber nur die Latte traf.

22. April 2009, Halbfinale
Werder Bremen - Hamburger SV 4:2 n. E.

Drama, baby, Drama! Im Frühjahr 2009 trifft Werder Bremen zum gefühlt zwölften Mal auf den HSV, und wie schon im UEFA-Cup entscheiden die Bremer das k.o.-Spiel für sich. Wieder ist Frank Rost mit auf dem Platz, diesmal im Trikot der Hamburger. Zum großen Helden wird allerdings sein Gegenüber Tim Wiese, »Wiese, Wiese« pariert nacheinander gegen Jerome Boateng, Ivica Olic und Marcell Jansen und legt anschließend noch einen Jahrhundertsprint hin, der ihn samt nachhechelnder Mannschaft bis vor die Bremer Kurve trägt.

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