Die wichtigsten Duelle der WM-Quali

Keine Bälle für Klinsi

Die Qualifikation für Brailien 2014 geht an diesem Wochenende in die nächste Runde. Die bedeutendsten Duelle des globalen Spieltages in der Übersicht.

Europa Gruppe A: Serbien (3.) – Kroatien (2.)
Belgien (19 Punkte) zieht an der Tabellenspitze seine Kreise. Wir lehnen uns aus dem Fenster und prognostizieren, dass sich de Bruyne, Fellaini und Co. auch in Schottland schadlos halten. Der Fokus gilt Verfolger Kroatien (16): Die Mannschaft von Trainer Igor Stimac hofft noch auf die direkte Qualifikation, dafür muss ein Sieg im Prestigeduell mit Serbien (7) her. Serben sind der zahlenmäßig größte ausländische Bevölkerungsteil in Kroatien, politisch hat das Spiel ohnehin eine Bewandnis. Im Hinspiel schlugen souveräne Gastgeber die serbische Auswahl des umstrittenen Trainers Sinisa Mihajlovic mit 2:0. Es werde allerdings »ein ganz anderes Spiel als in Zagreb«, weiß Stimac, der auf die offensive Durchschlagskraft von Bayerns Mario Mandzukic setzen wird.

Europa Gruppe C: Deutschland (1.) – Österreich (2.)
Das ewig junge Nachbarschaftsduell, gespeist aus der Schmach von Cordoba 1978. Während Phlipp Lahm im eigenen »Wohnzimmer« Allianz Arena sein 100. Länderspiel begeht, dürften seine Nebenmänner in der Abwehrkette vorrangig darauf bedacht sein, defensiv sinniger zu agieren als zuletzt in den Tests gegen Paraguay, Ecuador und die USA. Für Österreich, das auf acht Bundesliga-Akteure (Alaba, Almer, Arnautovic, Harnik, Fuchs, Özcan, Pogatetz, Prödl) setzt, geht es um wesentlich mehr: Die gleichzeitig aufeinandertreffenden Irland und Schweden traktieren die ÖFB-Elf, die lediglich aufgrund der besseren Tordifferenz als Tabellenzweiter nach München reist.

Europa Gruppe D: Rumänien (3.) – Ungarn (2.)
Die Niederlande haben sich an der Spitze der Gruppe D eingenistet, Ungarn (11 Punkte) und Rumänien (10) fechten im direkten Duell die Vorentscheidung im Rennen um den Play-off-Platz aus. Das Hinspiel in Budapest – mit Bundesligabeteiligung durch Kiraly, Hajnal, Szabics und Szalai – endete 2:2, die Bilanz könnte ausgeglichener nicht sein: Jeweils zwei Siege stehen zu Buche. Ein Team sollte dreifach punkten – die Türkei (7) sitzt beiden im Nacken und hat in Andorra vergleichsweise leichtes Spiel.

Europa Gruppe G: Bosnien und Herzegowina (1.) – Slowakei (3.)
Die Gruppe G wartet mit einer handfesten Sensation auf: Bosnien und Herzegowina, seit 1992 souveräner Staat, könnte sich direkt für Brasilien qualifizieren – und damit erstmals für ein internationales Turnier. Der nächste Schritt für das Team um Edin Dzeko, Emir Spahic und Miralem Pjanic (16 Punkte), dem höchstens noch das drei Punkte entfernte Griechenland gefährlich werden kann, wäre ein Heimsieg gegen die drittplatzierten Slowaken (9).

Afrika: Ghana – Sambia und Kamerun – Libyen
Auch die schleppende Afrika-Quali steuert auf ihr Finale zu: Zehn Gruppensieger der zweiten Runde (bisher nur Algerien, Ägypten und die Elfenbeinküste) spielen demnächst in Play-off-Spielen die WM-Qualifikanten aus. Feiert Kevin-Prince Boateng bei den »Black Stars« ein ähnlich starkes Comeback wie in der Bundesliga für Schalke, wird es zu drei Punkten gegen Sambia reichen. Volker Finke hatte als Nationaltrainer Kameruns zuletzt Glück: Ein 0:2 gegen Togo wurde dank des Einsatzes eines gelb-gesperrten Togolesen zu einem 3:0. So hofft Finke am Sonntag auf den ersten Sieg auf grünem Rasen statt am grünen Tisch - Kamerun empfängt Libyen.

Asien: Jordanien – Usbekistan
Der Knaller des heutigen Abends! Als jeweilige Gruppendritte ermitteln Jordanien und das leicht favorisierte Usbekistan quasi den Gesamt-Asien-Fünften, der sich für ein Endspiel gegen den Gleichplatzierten aus der Südamerika-Qualifikation (mit guten Chancen für Peru, Venezuela und Uruguay, siehe Südamerika) qualifiziert, das unter dem sperrigen Titel »interkontinentales Entscheidungsspiel« firmiert.

Nord- und Mittelamerika: Costa Rica – USA
Mit einem Auswärtserfolg in San José könnten die USA schon fest für die WM planen. Das Hinspiel gewann man durch einen Treffer von Clint Dempsey im knöcheltiefen Schnee von Denver. Die Costa Ricaner legten aufgrund der irregulären Bedingungen Protest ein – vergeblich. Er habe Gott nicht um Schnee gebeten, beteuerte Trainer Jürgen Klinsmann unter der Woche. Die Vergeltung erleben seine Männer nun bereits bei der Vorbereitung auf das Spiel: Am Flughafen flogen vereinzelt Eier und Beleidigungen, die Amerikaner erhielten keine Trainingsbälle. »Wir sind da schon einiges gewohnt«, maulte Klinsmann. »Es ist schade, weil es ja ›nur‹ um Fußball geht.«

Südamerika: Peru (7.) – Uruguay (5.)
Brasilien wartet als WM-Gastgeber ohnehin nur noch auf die Gruppenauslosung, Argentinien hat spielfrei und ist fast sicher durch. Dahinter gibt es in Südamerika aber ein Hauen und Stechen um die verbleibenden drei festen Plätze und einen Play-off-Rang. In Lima kommt es dabei zum interessantesten Aufeinandertreffen: Peru mit Jefferson Farfan, Claudio Pizarro und Ex-Bundesligaprofi Paolo Guerrero fehlen zwei Punkte auf das erstaunlich schwache Uruguay, könnte im direkten Duell also auf Rang 5 vorbeiziehen. »Ich habe es satt, einen Traum zu hegen, um dann zu sagen, wir haben gut gespielt, wenn wir am Ende wieder mit leeren Händen dastehen«, heizte Claudio Pizarro vor dem Spiel am Samstag ein.

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