10.03.2013

Die wechselvolle Karriere des Joseph N'Do

Zauberer zwischen den Welten

Am Wochenende startet die irische Liga. Einer der Stars ist Joseph Cyrille N'Do. Der Spielmacher des aktuellen irischen Meisters Sligo Rovers fühlt sich ganz im Westen der Grünen Insel pudelwohl. Seine Karriere war derweil so wechselhaft wie das irische Wetter.

Bild:
Imago

Dieser Text stammt von Florian Christoph, einem echten Experten für die irische Liga. Wer mehr über den Fußball in Irland erfahren möchte, ist auf seinem Blog bestens aufgehoben.

Man kann Joseph N'do eine Wandervogel nennen. Er spielte in sechs verschiedenen Ländern und für elf verschiedene Klubs. Als Stammspieler stand der Kameruner für die unbezähmbaren Löwen bei der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich in allen drei Gruppenspielen auf dem Platz und beeindruckte mit seiner eleganten und gleichzeitig dynamischen Art.

Es war der Durchbruch nach Europa: Zwei gute Jahre in der Schweiz bei Xamax Neuchâtel und dem französischen Erstligisten Racing Strasbourg folgten, doch dann bekam die so verheißungsvoll begonnene Karriere einen Knick. Racing stieg ab und N‘do verabschiedete sich Richtung Saudi-Arabien. Keine glückliche Karriereentscheidung, trotzdem gehörte er dem kamerunischen Kader für die Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea an, spielte dort unter Trainer Winnie Schäfer aber keine einzige Minute.

Die rettende Idee: Irland

Immerhin, ein englischer Verein klopfte wenig später an die Tür: Coventry City aus der englischen Championship. Nicht ganz Premier League, aber ein Anfang. Die Verträge waren unterschriftsreif, doch eine nicht erteilte Arbeitserlaubnis verhinderte den Wechsel. Es folgte die Flucht nach China, zu Chengdu Wuniu. Eine gute Zeit aus sportlicher Sicht, doch die Familie fühlte sich nicht wohl, wollte zurück nach Europa, möglichst England. Es gab Probleme mit der Arbeitserlaubnis in England und so rettete die Idee seines Beraters die weitere Karriereplanung: Irland! Die League of Ireland war zu diesem Zeitpunkt eine kleine aufstrebende Liga, in der sich professionelle Strukturen entwickelten, und auch entsprechende Gehälter gezahlt wurden.

Nah an der Champions-League-Sensation

In Irland flogen ihm die Bälle um die Ohren und die Stollen der Gegner um die Knöchel. »Zu Anfang fiel es mir schwer, mich an die irische Spielkultur zu gewöhnen«, sagt N'do. Nach einem Jahr bei St. Patrick's Athletic wechselte er 2004 zum Shelbourne FC. Der Klub aus dem Dubliner Norden war zu diesem Zeitpunkt die ganz große Nummer in der League of Ireland und spielte deutlich gepflegteren Fußball als die meisten Ligakonkurrenten. Es sollte eine von Erfolg gekrönte Zeit sein. Ndo führte die Shels auf Anhieb zur Meisterschaft, und gehörte auch jener legendären Mannschaft an, die 2004 an der ganz großen Sensation schnupperte. In der Champions League Qualifikation schalteten die Shels den Kroatischen Meister Hajduk Split aus, um anschließend dem spanischen Spitzenklub Deportivo La Coruna ein torloses Remis abzuringen.

 
 
 
 
 
12
Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden