Die traurigste Oster-Geschichte des Jahres

Kein Ei für Rooney!

Selten machte uns eine Geschichte kurz vor Ostern so betroffen wie diese: Eine Mutter wollte den Namen ihres dreijährigen Sohnes mit Zuckerguss auf ein Schokoladen-Ei schreiben lassen, doch der Konditor weigerte sich. Der Grund: Das Kind heißt Rooney.

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An Ostern ist natürlich nicht immer alles toll und schön. Manchmal findet man hinter der Stereoanlage Marzipan-Eier, dabei mag man gar kein Marzipan. Oder, noch viel schlimmer, man findet Mon-Chéris, die Mutti zum Osterfest 1986 hinter dem Spiegel versteckt hatte, und die über die Jahre ein wenig an Form, Farbe und Geschmack eingebüßt haben.
 
Das ist schlimm, aber es ist natürlich zu verschmerzen. Die folgende Geschichte macht uns hingegen wirklich betroffen. Sie hat sich dieser Tage in England zugetragen, in Manchester, und genau genommen beginnt sie bereits vor drei Jahren.

Der Sohn sollte heißen wie ihr Held
 
Jo-Anne, eine Frau aus Manchester, kam damals auf die Idee, ihrem Sohn den Namen ihres Helden zu geben, und weil sie Fan von Manchester United ist und Wayne Rooney verehrt, nannte sie ihn Rooney. Mit Vornamen.
 
So weit, so unspektakulär, schließlich gibt es überall auf der Welt Eltern, die ihrem Kind den vermeintlich besten Namen der Welt geben, auf dass es später auf dem Pausenhof oder in der Betriebskantine ein großes Hallo geben wird. 
 
Allerdings können nicht immer alle Wünsche erfüllt werden. Im Rheinland wollte eine Mutter ihren Sohn zum Beispiel Frieden Mit Gott Allein Durch Jesus Christus nennen, in Dortmund schlug Eltern den Vornamen Borussia vor. Beide Namen wurden vom Oberlandesgericht in Düsseldorf abgelehnt.

Hans-Peter und Rudigullithi da Silva Henrique
 
In Brasilien hingegen ist die Sache ein wenig einfacher. Dort war es vor allem in den siebziger Jahren üblich, die Jungen nach angesagten Fußballern zu benennen. Und weil Deutschland 1974 Weltmeister wurde und der FC Bayern dreimal in Folge den Landesmeisterpokal gewann, hießen plötzlich sehr viele Babys mit Vornamen Breitner, Overath oder Müller. Der Trend hält übrigens bis heute an, kürzlich wurden auf einem A-Jugend-Turnier in Brasilien Spieler mit den Namen Rudigullithi da Silva Henrique und ein Lynneeker Nakamuta entdeckt.
 
Doch nicht nur in Brasilien hat der Fußball Einfluß auf dien Namensgebung, auch in Europa. So heißen in Albanien heute außergewöhnlich viele Acht- bis Zwölfjährige Hans-Peter. Der Grund: Hans-Peter Briegel trainierte zwischen 2002 und 2006 die albanische Nationalmannschaft. Getoppt werden all diese Namen natürlich von einem Jungen in Glasgow, den ein Vater, einst nach der Lieblingsaufstellung seiner Rangers benannt hat: Lionel Sergio Lorenzo Colin Giovanni Barry Ian Jorge Gabriel Stephane Rod. Jorge steht dabei für Jörg. Jörg Albertz.

Ihre Katzen heißen Cantona und Berbatov
 
Jo-Anne, die Dame aus Manchester, hatte mit solchen Fußballernach- bzw. vornamen, schon ein paar Erfahrungen gemacht. Ihre Katzen heißen etwa Cantona und Berbatov. Ob die eine ein Shirt mit Stehkragen trägt und die andere gelangweilt und mit Schlafzimmerblick in der Ecke liegt, ist nicht überliefert, soll uns aber hier auch nicht weiter interessieren.
 
Wichtig ist, dass Jo-Anne in den ersten drei Jahren keinerlei Probleme mit dem Namen ihres Sohnes hatte. Die Leute auf der Straße sagten »Oh!« oder »Nice!«, oder sie sangen »We love United, we do. We love United, we do«, und Jo-Anne lächelte dann.

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