28.03.2014

Die souveränsten Meister der Fußballgeschichte

Ihr seid nicht allein, FC Bayern!

Seite 2/3: Brasiliens Beckenbauer und der Titel-Fünferpack
Text:
Philip Verminnen
Bild:
imago

Athletic Bilbao (Spanien) 1929/1930
Das überrascht uns wirklich: Tiki-Taka gab es in Spanien bereits vor knapp 85 Jahren. Eingeführt durch den Engländer Fred Pentland, der 1929 das Traineramt bei Athletic Bilbao übernahm und den Basken das Kurzpassspiel lehrte. Mit ihm wurde der Klub zweimal Meister und gewann viermal die Copa del Rey. In der Saison 1929/1930 gelang Pentlands Team mit 12 Siegen und sechs Remis der ungeschlagene Titelgewinn. Nur zwei Jahre später schaffte auch Real Madrid dieses Kunststück. Seitdem wartet Spanien vergeblich auf eine neue weiße Weste.

Ferencváros TC (Ungarn) 1931/1932
Es hat schon seinen Grund, warum Ferencváros als der populärste Fußballklub Ungarns gilt. Und dieser Grund ist wie so oft: Erfolg. In den dreißiger Jahren waren die »Grünen Adler« eine wahre Fußballmaschine, besonderer Ausdruck ihrer Dominanz war jedoch die Saison 1931/1932. In 22 Spielen blieb man ohne Niederlage oder Unentschiedern, schoss insgesamt 105 Tore und kassierte schmale 18 Gegentore. Diese Leistung ist in Ungarn bis heute unerreicht. Fun fact: Nach dem Abstieg im Jahr 2006 spielt Ferencváros seit 2009 wieder in der Ersten Liga. Ende 2013 übernahm Thomas Doll das Amt des Trainers und soll den Traditionsklub wieder zurück in die Spur führen. Viel Erfolg!

Club Nacional de Football (Uruguay) 1941
In Uruguay schien ein spannender Wettbewerb um den Meistertitel lange Zeit undenkbar. Immerhin beinhaltet die Liste der ungeschlagenen Meister gigantische 21 Mannschaften. Aber kein Team hatte eine so erfolgreiche Saison wie Nacional aus Montevideo im Jahr 1941. Am Ende standen 20 Siege in 20 Spielen, 79 geschossene Tore und neun Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger Penarol zu Buche. Den ärgsten Konkurrenten schickte man auch gleich mit 0:6 nach Hause. Zwischen 1939 und 1943 gewann der erfolgreichster Verein Uruguays den sogenannten »Quinquenio de Oro«, also fünf Titel in Folge. Die Bilanz insgesamt: 77 Siege, neun Remis und zehn Niederlagen. Chapeau!

Dresdner SC (Deutschland) 1943
Vor der Gründung der Bundesliga hatte Deutschland bereits insgesamt sieben ungeschlagene Meister. Der letzte von ihnen war der Dresdner SC, der mitten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs die deutsche Fußballmeisterschaft gewann. Der Ost-Verein gewann alle 23 Spiele und schlug auch den FV Saarbrücken mit 3:0 im Finale. Der Dresdner SC wurde somit der letzte gesamtdeutsche Meister bis zur Wiedervereinigung 1990.

Malmö FF (Schweden) 1949/1950
Anfang der fünfziger Jahre hatte Malmö FF seine glorreichste Ära. Den zweiten Titel in Folge gewann der Klub mit einer fast perfekten Ausbeute von 20 Siegen, zwei Remis und einer unglaublichen Quote von 82 geschossenen Toren – knapp vier pro Spiel. Bei der anschließenden WM in Brasilien holte Schweden sogar die Bronzemedaille. In der Stammelf standen seinerzeit acht Malmö-Spieler. Auch nach dem Weltturnier riss die Serie von Malmö nicht ab. Der Klub holte noch zwei weitere Titel nacheinander.

Panathinaikos (Griechenland) 1963/1964
Zum mittlerweile 50. Mal jährt sich in diesem Jahr die Ausnahmesaison von Panathinaikos, an deren Ende man als bis heute letzter ungeschlagener griechischer Meister gekrönt wurde. Für vielen Experten ist der Panathinaikos-Kader jener Saison auch deshalb der stärkste in der griechischen Geschichte. Insgesamt gewann PAO 24 Spiele und spielte nur sechs Mal unentschieden. Pikant: Erzrivale Olympiacos hätte diese historische Leistung in dieser Saison um ein Haar wiederholt. Doch dann unterlag man im Derby mit 0:2 gegen, na klar, Panathinaikos.

SC Internacional (Brasilien) 1979
Brasilien Eliteklasse gilt als die wettbewerbsstärkste Liga der Welt. In den bisher 57 ausgetragenen brasilianischen Meisterrunden gab es immerhin 16 unterschiedliche Titelträger. Noch heute gelten vor jedem Saisonstart mindestens zehn Vereine als Kandidaten auf den Platz an der Sonne. Somit ist die Saison 1979 des SC Internacional umso bemerkenswerter: Unter der Führung des brasilianischen »Beckenbauers« Falcão wurde Internacional bis heute der einzige ungeschlagene Meister im Land des Rekordweltmeisters.

Dynamo Berlin (DDR) 1982/1983
Die frühen Achtziger gelten fraglos als die goldenen Jahre des BFC Dynamo. Im geteilten Deutschland wurden die Berliner von 1979 bis 1988 gleich zehn Mal in Folge DDR-Meister und konnte sich dabei auch auf die Unterstützung von Stasi-Chef Erich Mielke verlassen. Aufgrund dieser autobahndicken Verbindung zur Staatsführung hat leider auch die Saison 1982/83 einen faden Beigeschmack: Mit 20 Siegen und 6 Remis holte der BFC ungeschlagen und mit zwölf Punkten Vorsprung auf Vorwärts Frankfurt den Titel.

Steaua Bukarest (Rumänien) 1988/1989

Durch intensive Hilfestellung durch das kommunistische Regime gewann Steaua Bukarest gleich drei rumänische Meisterschaften in Folge – wohlgemerkt ungeschlagen. Angeführt von Superstar Gheorghe Hagi wurde Steaua mit 31 Siegen, drei Remis und unglaublichen 121 Toren Champion. In der 1988/1989 Saison erreichten die Rumänen gar das Finale im Europapokal der Landesmeister. Im AC Mailand fand Steaua allerdings einen übermächtigen Widerpart und unterlag klar und deutlich mit 0:4.

 
 
 
 
 
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