28.03.2014

Die souveränsten Meister der Fußballgeschichte

Ihr seid nicht allein, FC Bayern!

Im Sommer hieß es noch, die Rekordsaison des FC Bayern sei nicht zu toppen. Alles Käse, denn unter Pep Guardiolas Regie wurde das vormals noch Unmögliche möglich: Ungeschlagen marschiert der Rekordmeister vorneweg und holte sich die Schale diesmal bereits am 27. Spieltag. Außerirdisch, meinen die einen. Einmalig, glauben andere.  Doch wir kennen einige Landesmeister, die mindestens genauso imponierende Durchmärsche hingelegt haben.

Text:
Philip Verminnen
Bild:
imago

Preston North End (England) 1888/1889
Das fing ja gut an: In der allerersten Saison der ältesten Fußballiga der Welt dominierten in England noch keine Klubs aus Manchester oder London, sondern die »Lilywhites» aus Preston, einer Stadt im industrialisierten Norden des Landes.  Zum Start in ein neues Fußballzeitalter holte Preston North End dann auch gleich das Double – den FA Cup gar ohne Gegentor, in der Liga blieb man bei 18 Siegen und vier Unentschieden bis zum Ende ungeschlagen. Mit elf Punkten Vorsprung auf Aston Villa verdiente sich die Elf den Spitznamen »The Invincibles« (Die Unbezwingbaren) redlich.

Glasgow Rangers (Schottland) 1898/1899
Weil Celtic im Vorjahr die schottische Meisterschaft ohne Niederlage gewann, blieb dem Erzrivalen in der Saison 1898/99 im Grunde keine andere Wahl, als zu kontern. Die Rangers gewannen also alle 18 Spiele und sind seitdem der letzte ungeschlagene Meister in Schottland, dazu noch der einzige mit einer blütenweißen Weste. Doch beinah wäre die hundertprozentige Punkteausbeute in die Hose gegangen: Bei einem Auswärtsspiel gegen Hibernian in Edinburgh stand es lange unentschieden, ehe die Rangers in der allerletzten Spielminute einen Elfmeter zugesprochen bekamen. Puh!

Pro Vercelli (Italien) 1912/1913
Von allen acht ungeschlagenen Meistern in der italienischen Fußballgeschichte hat der älteste Verein des Landes die beste Bilanz aufzuweisen: Mit 19 Siegen, drei Remis und lediglich drei Gegentreffern dominierte Pro Vercelli die Saison 1912/1913. Insgesamt gewann der Verein sieben Mal den Scudetto und ist damit der erfolgreichste italienische Verein, der nicht aus einer Regionalshauptstadt stammt. In der Zeit vor der Gründung der Serie A im Jahr 1929 teilten Pro Vercelli und Genoa CFC sich die Macht im italienischen Fußball, heute spielen die »Weißjacken« nur noch in der Dritten Liga.

Racing Club (Argentinien) 1915
Der Verein Racing Club trägt den Spitznamen »La Academia« (Die Akademie). Noch weit vor der Professionalisierung des Fußballs in Argentinien bildete Racing nämlich bereits exzellente Mannschaften unter seinerzeit einmaligen Bedingungen aus. So war es nur logisch, dass Racing zwischen den Jahren 1913 und 1925 insgesamt neun Meisterschaften gewann, davon gleich vier ohne eine einzige Niederlage. Zwischen 1913 und 1916 blieb Racing gar 51 Spiele ohne Misserfolg – die zweitlängste Erfolgsserie in Südamerika. Nur die Boca Juniors konnten zwischen den Jahren 1924 und 1927 59 Spiele ohne Niederlage absolvieren. Das Jahr 1925 war in dieser Phase der spannungstechnische Höhepunkt der »Akademie«: Mit 22 Siegen und nur zwei Remis stand man an der Spitze, kurioserweise kam der Konkurrent San Isidro auf die gleiche Bilanz. Die Meisterschaft wurde also in einem echten Finale ausgespielt: Racing gewann mit 1:0. Ein gutes Pferd springt eben nicht höher als es muss.

AC Sparta Prag (Tschechoslowakei) 1923

Kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Sparta Prag zu den stärksten Fußballklubs Europas. Zwischen 1919 und 1925 verloren die Tschechen nur ein einziges Spiel und bekamen den Spitznamen »Eiserne Sparta«. Die tschechoslowakische Meisterschaft von 1923 war eigentlich eine inoffizielle, da die Liga erst 1925 gegründet wurde, doch das Ergebnis bleibt trotzdem historisch: Sparta gewann alle 15 Spiele und schoss 94 Tore. Das entspricht einer Quote von 6,26 Toren pro Spiel. So etwas schafften wir zuletzt 1998 an der Konsole – mit allen Cheats in der Tasche.

 
 
 
 
 
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