Die Sorge vor den WM-Außenseitern

Es gibt keine Großen mehr

Der WM 2014 droht bereits im Vorfeld ein Spannungskiller: eine unübersehbare Schwemme von tapferen Außenseitern. Deshalb heißt es für die Play Offs Daumen drücken: Mexiko und Uruguay, übernehmen Sie!

imago

Michel Platini ist ja im Moment ein sprudelnder Quell bizarrer Ideen, so dass man spontan auf den Gedanken kommt: Die Drogen will ich auch. Der Uefa-Präsident hat sich ausgedacht, dass die EM 2020 in einem Dutzend Ländern stattfindet, was für drei Wochen die größten Völkerwanderungen in Europa seit dem Einbruch der Hunnen in Gang setzen wird.

Er ist es auch, der überlegt, Brasilien und Argentinien (und vielleicht auch noch Japan und Mexiko) zur Europameisterschaft einzuladen, damit diese öde Veranstaltung endlich ein klein bisschen bunter wird. Und neulich hat er vorgeschlagen, das Teilnehmerfeld der WM auf 40 Teams zu erweitern.

Die Gedanken der alten Herren

Okay, Letzteres war nur eine Replik auf eine Idee des anderen großen Quartalsirren des Fußballs. Sepp Blatter fordert mehr WM-Plätze für Afrika und Asien (und weniger für Europa). Platinis Gedankenspiel der Erweiterung konterte der greise Allmächtige des Weltfußballs mit mildem Spott: »Warum nicht gleich 48, 64 oder 128?«

Und wir? Wir bleiben ratlos zurück und fragen uns: Was wollen diese Leute eigentlich, außer ihre eigenen Pfründe zu sichern? Wollen sie die Weltmeisterschaft, die einmal der wichtigste Wettbewerb dieses Sports war, endgültig der Lächerlichkeit preisgeben? Indem sie ihn erstens mitten im Sommer in die Wüste legen und zweitens jeden daran teilnehmen lassen, der nicht bei drei auf den Bäumen ist?

Alles schöne Länder! Aber gleich alle auf einmal?

Heute beginnen die letzten Qualifikationsspiele um die Teilnahme an der WM 2014. Danach haben sich neben Honduras, Costa Rica, dem Iran, Ecuador und Bosnien-Herzegowina möglicherweise noch Burkina-Faso, Island, Neuseeland und Jordanien qualifiziert. Nicht, dass wir uns missverstehen: Alles schöne Länder! Und es wäre herrlich, einige davon beim Weltturnier spielen zu sehen. Aber gleich alle auf einmal?

Man muss bei diesem Thema ja immer aufpassen, dass man nicht eurozentristisch oder kolonialistisch oder sonst wie -istisch rüberkommt, aber es wäre doch schön, wenn die Weltmeisterschaft das bliebe, als was sie ursprünglich mal gedacht war: das Aufeinandertreffen der besten Fußballer des Planeten.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!