18.04.2013

Die sechs Europa-League-Aspiranten im Formcheck

Endspurt im Schneckenrennen

Seite 2/3: Borussia Mönchengladbach und der HSV
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Imago

7. PLATZ
Borussia Mönchengladbach, 41 Punkte, -3
(Tordifferenz)

Wie ist die Form?
Bislang konnten die Gladbacher in dieser Saison noch nie zwei aufeinanderfolgende Siege einfahren. Nach wichtigen Erfolgen wie gegen Hannover oder Fürth folgte im nächsten Spiel ein herber Rückschlag. Besonders im Spielaufbau und im Herausspielen von Torchancen hapert es bei der Borussia. Zudem wird das Umfeld zunehmend unruhiger.

Wie sieht das Restprogramm aus?
Die nächsten beiden Gegner aus Augsburg und Wolfsburg müssen im Restprogramm der Fohlen-Elf als die vermeintlich leichtesten Gegner gewertet werden. Danach folgen mit dem FC Schalke, dem FSV Mainz und den Bayern drei größere Kaliber. Allerdings darf bezweifelt werden, ob die Bayern in ihrem letzten Saisonspiel auswärts noch einmal an ihre Leistungsgrenze gehen. Denn nur eine Woche später geht es für die Münchener in London eventuell um die Krone der Könisgklasse.

Was sagen die Spieler und Trainer?
Trainer Lucien Favre tritt bereits seit Saisonbeginn als Europa-Miesepeter auf und traut seiner Mannschaft offenbar nur wenig zu. »Wenn wir Ende des vergangenen Jahres nicht einige gute Ergebnisse erzielt hätten, könnten wir jetzt auch woanders stehen«, sagt der Schweizer. Hoffnungsträger Patrick Herrmann hat dagegen den Traum von einer erneuten Europa-League-Teilnahme noch nicht aufgegeben. »Wenn man wie wir diese Spiele erlebt hat, will man mehr davon haben. Es ist alles sehr eng in der Tabelle und noch ist alles möglich.«

Was schreiben die Lokalmedien?
Bereits vor einem Monat bescheinigte die »Rheinische Post« den Gladbachern, dass es noch nie so einfach war, sich für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren. Inzwischen soll diese vermeintlich simple Unterfangen zum mentalen Ballast geworden sein. Die Lokalausgabe der »Bild« bemängelt dagegen den Harmlos-Fußball der Fohlen und glaubt, dass es mit dem aktuellen Leistungsvermögen nicht für Europa reichen wird.

Was denken wir?
Gegen Augsburg und Wolfsburg muss die Borussia zurück in die Spur finden und in beiden Spielen punkten. Eine Aufholjagd gegen Schalke, Mainz und den FC Bayern dürfte für den VfL einem aussichtslosen Unterfangen beikommen.

8. PLATZ
Hamburger SV, 41 Punkte, -11 (Tordifferenz)

Wie ist die Form?
Nach dem furiosen Auswärtssieg beim BVB und dem darauffolgenden Erfolg gegen den direkten Konkurrenten aus Mönchengladbach schien der Weg für die Rückkehr auf die internationale Bühne geebnet. Doch das 2:9-Debakel in München und zwei bittere Heimniederlagen gegen Ausgburg und Freiburg ließen den Traum von Europa vorerst platzen. Mit dem Auswärtserfolg im letzten Spiel in Mainz landete der HSV jedoch auch fußballerisch einen echten Befreiungsschlag.

Wie sieht das Restprogramm aus?
Neben Eintracht Frankfurt haben die Hamburger das nominell einfachste Restprogramm. In den restlichen fünf Partien muss der HSV zwar noch gegen die Champions-League-Aspiranten aus Gelsenkirchen und Leverkusen ran, doch in den Spielen gegen Düsseldorf, Wolfsburg und Hoffenheim kann der Grundstein für das internationale Geschäft gelegt werden.

Was sagen Spieler und Trainer?
Thorsten Fink übt sich nach den letzten Wochen in Demut und will den Druck von seiner Mannschaft nehmen. »Natürlich wäre es schön. Aber ich schiele nicht darauf«, sagt der Hamburger Coach nach den zuletzt großen Formschwankungen. Auch im Spielerlager ähneln sich die Meinungen. Tolgay Arslan fasst die Gefühlslage stellvertretend zusammen: »Wir haben hier vor ein paar Wochen mal angefangen, von Europa zu sprechen. Das hat uns offenbar nicht gut getan. Deshalb lassen wir das jetzt mal.«

Was schreiben die Lokalmedien?
Die »Hamburger Morgenpost« ist ein wenig euphorischer und sieht den HSV nach dem Erfolg in Mainz wieder in unmittelbarer Schlagdistanz. »Der HSV hat noch eine Chance. Auch, weil in der Woche vor dem Mainz-Spiel mit dem Kapitänswechsel und einer knallharten Ansprache von Trainer Thorsten Fink an die Mannschaft richtige Maßnahmen getroffen wurde.«

Was denken wir?
Gelingt es die Heimschwäche abzustellen und endlich auch einmal gegen die »Kleinen« der Bundesliga zu punkten, kann der HSV von seinem Restprogramm profitieren und eine Saison voller Höhen und Tiefen mit der Europa League beenden.

 
 
 
 
 
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