Die schönsten Fußball-Twitter-Pannen

»Ich könnte alle Südkoreaner verprügeln«

In unserer neuen Ausgabe 11FREUNDE #148 erzählen wir, wie ein 17-jähriger Schuljunge die Fußballwelt via Twitter narrte. Ergänzend dazu: 10 Dinge über Fußballer und – richtig! –  Twitter.

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Heft: #
148

1.
Mit großen Vorschusslorbeeren kam André Villas-Boas im Sommer 2012 zu Tottenham Hotspur. Was zunächst nach einer erfolgreichen Zusammenarbeit aussah, wurde im zweiten Jahr zur Zerreißprobe zwischen Klub und Fans. Nach einem 0:5 im Dezember 2013 war das Fass übergelaufen. Erhitzte Fangemüter twitterten sich ihren Ärger von der Seele. Pech nur, dass sie dabei an den falschen Account geraten waren. So landeten die teilweise wüsten Beschimpfungen an @AVB nicht etwa beim Trainer Villas-Boas, sondern bei einer New Yorkerin namens Ashley van Buren. Die nahm das Schauspiel gelassen hin und antwortete ausdauernd auf jeden einzelnen Tweet.

2.
Arsenals Manager Arsène Wenger hatte sich in diesem Winter auf dem Transfermarkt mal wieder merklich zurückgehalten. Dabei waren die Verletzungssorgen der Gunners so groß, dass die Fans kollektiv nach Ersatz gierten. Am Deadline-Day reagierte man dann doch noch im Londoner Norden und verpflichtete den schwedischen Mittelfeldspieler Kim Källström von Spartak Moskau. Dass der ebenfalls verletzt war, schmälerte die Freude der Arsenal-Fans nur bedingt. Und so twitterten sie fröhlich an @KKallstrom, nur um wenig später darüber aufgeklärt zu werden, dass sich hinter dem Twitter-Konto nicht etwa der schwedische Hoffnungsträger, sondern eine Hausfrau aus Knoxville, Tennessee verbarg. Die immerhin erklärte, dass ihr Sohn ein großer Fan des Fußballers Källström sein. So schreibt man Happy-End.

3.
Der Argentinier Fabio Pieters spielte einige Jahre in der heimischen zweiten Liga und kickte in Israel für Hapoel Tikva. 2011 geriet seine Karriere allerdings ins Stocken: Pieters bekam einfach keine Angebote mehr. Selbst ist der Mann, dachte sich der Spieler und bot seine Dienste via Twitter an. Mit Erfolg: Der Zweitligist Sarmiento de Junin hatte Erbarmen und verpflichtete den defensiven Mittelfeldmann für eine Spielzeit. Pieters spielte zwar nicht wirklich häufig, der Verein stieg am Ende der Saison aber trotzdem in die zweite Liga auf.

4.
Die zwei liebsten Beschäftigungen von Joey Barton? Versteckte Fouls und Twitter. In beiden Fällen überschreitet Barton gern mal die Grenzen des guten Geschmacks. Man frage nur nach bei Didi Hamann, mit dem sich der Engländer einst einen verbitterten Twitter-Dialog lieferte, in dessen Verlauf er den Deutschen als »Koksnase« und sein Leben als »Autounfall« bezeichnete. Ein weiterer Tiefschlag war ein Tweet Bartons in Richtung von Thiago Silva. Den Brasilianer in Diensten von Paris Saint-Germain nannte Barton einen »übergewichtigen Ladyboy«. Der französische Verband sah allerdings von einer Bestrafung des damaligen Olympique-Marseille-Spielers ab. Die Begründung: Eine objektive Übersetzung des ursprünglich in Englisch verfassten Tweets schien den Funktionären unmöglich.

5.
Weniger glimpflich kam Ryan Babel davon. Noch in Diensten des FC Liverpool twitterte das einstige Jahrhundert-Talent nach einer Niederlage bei Manchester United seinen Frust in die Welt und bezeichnete es als Witz, dass der Schiedsrichter der Partie, Howard Webb, als einer der besten seines Faches gelte. Doch damit nicht genug. Im gleichen Eintrag montierte Babel seinen Intimus Webb zudem in ein United-Trikot. Der englische Verband fand das wenig komisch und verdonnerte den Holländer zu einer Geldstrafe von umgerechnet 11.900 Euro.

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