Die schönsten Fehden zwischen Willi Lemke und Uli Hoeneß

Zwei Feinde müsst ihr sein

Gute Feinde kann niemand trennen: Uli Hoeneß und Willi Lemke haben ihre Feindschaft mal wieder mit diversen Interviews aufgefrischt. Die Streitereien der beiden sind legendär. Wir präsentieren die fünf schönsten Fehden aus 30 Jahren Feindschaft. Die schönsten Fehden zwischen Willi Lemke und Uli Hoeneß

Uli Hoeneß weiß, was sich gehört. Und so hat Bayerns Präsident vor ein paar Tagen mal wieder an seinen guten alten Feind Willi Lemke erinnert. Wer ihm denn in all den Jahren Bundesliga noch als Feind geblieben sei, wurde Hoeneß in einem Interview gefragt. Antwort: »Willi Lemke und mit Abstrichen Christoph Daum.«

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Daum blieb still, Lemkes Konter kam sofort. In einer Talkrunde für den Bezahlsender »Sky« moserte er: »Er lässt ja keine Sachlage aus. Ich habe etwas über den Papst gelesen. Da muss er in einer Fernsehsendung irgendetwas über das Alter und die Berufsbeschränkung gesagt haben. Da habe ich mich kaputt gelacht.«

Die Feindschaft zwischen Lemke und Hoeneß, sie ist längst Bundesliga-Kult. Dort der SPD-Mann aus Bremen, hier der CSU-nahe Ex-Manager und Präsident von Bayern München. Zwei wie Feuer und Wasser, Sonne und Mond, Captain Planet und Menschen, die Altreifen in den Wald schmeißen. Wir haben für euch die fünf schönsten Fehden aus 30 Jahren Klein-Krieg rausgesucht.

1.
1986 knallt Bremens Michael Kutzhop gegen die Bayern einen Elfmeter an den Außenpfosten, München lacht sich scheckig und wird schließlich doch noch Deutscher Meister. Was Bayern-Manager Uli Hoeneß dazu motiviert, seinen Intimus Willi Lemke als »Volksverhetzer« zu bezeichnen, durch den er »hassen« gelernt habe. Lemkes Antwort lässt nicht lange auf sich warten: »Entweder, er war betrunken, oder er will das Feuer gegen uns noch weiter entfachen!«

2.
1990 bietet der TV-Sender Sat 1 500 Millionen DM für die Bundesliga-Übertragungsrechte zwischen 1992 und 1997. Hoeneß fordert das Doppelte und mault: »Die Offerte von Sat 1 ist eine Katastrophe!« Was wiederum Bremens Lemke auf den Plan ruft. Sein Kommentar: »Hoeneß pflegt mit diesem Vorstoß das Image, die Bundesliga sei geldgierig und vermessen.« Hätten wir vorher nicht für möglich gehalten.

Ach ja, den herrlichen Konter von Hoeneß wollen wir euch nicht vorenthalten. In einem Interview mit dem Magazin »Sports« keifte der Bayer kurze Zeit später: »Der Willi Lemke ist ja einer der größten Opportunisten in dem Geschäft. Er ist der Erste, der nachher die Hand aufhält. Nur die Prügel, die läßt er gerne den Hoeneß einstecken, das Geld, das steckt er dann ein. Der ist nicht ernst zu nehmen.«

3.
1993 kabbeln Bremens Andreas Herzogs und Bayerns Jan Wouters so lange um den Ball, bis der Holländer die Schnauze voll hat und seinen Widersacher mit einem flinken Ellenbogenschlag ausschaltet. Herzog muss mit einer Gehirnerschütterung vom Platz getragen werden, die Bayern sind wieder mal die Bösen. Das kann Uli Hoeneß natürlich nicht so stehen lassen und wirft knapp eine Woche später via Medien Herzog ganz undiplomatisch schauspielerisches Talent vor; schließlich sei der Bremer Mittelfeldmann schon eine Woche später wieder einsatzbereit gewesen. »Wie ein Spieler nach einer Gehirnerschütterung schon eine Woche später wieder spielen kann, ist mir schleierhaft.« Lemke wütend: »Eine Frechheit! Das ist anmaßend, Andreas so etwas zu unterstellen!«

4.
Entsetzen bei den deutschen Medienvertretern, als die »Welt am Sonntag« Lemke und Hoeneß zum großen Versöhnungsgespräch an einen Tisch holte. Lemke ganz lässig: »Den Transfer von Mario Basler haben wir in einem Vier-Augen-Gespräch abgewickelt. Da war das Eis gebrochen.« Aufatmen bei den deutschen Medienvertretern, als Lemke nur eineinhalb Jahre nach dieser Aussage im »Zeit«-Interview stänkerte: »Hoeneß lässt alle spüren, dass sie seiner Meinung nach nur Schuljungen sind. Der einzige Klub, der erfolgreich arbeitet, ist der FC Bayern, davon ist er unbeirrbar überzeugt. Eine Arroganz, die nicht zu überbieten ist!«

5.
Nur gut, dass Werder-Chronist Arnd Zeigler für sein Buch »Das W auf dem Trikot« 2003 noch einmal beim inzwischen aus dem Amt als Manager geschiedenen Lemke nachfragte, was denn nun eigentlich sei, zwischen ihm und Uli Hoeneß. Denn Lemke, gar nicht maulfaul, antwortete: »Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, Uli Hoeneß in meinen Freundeskreis aufzunehmen.« Das, lieber Willi Lemke, hatten wir auch nicht erwartet.

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