Die schönsten Eskapaden von Real-Trainer José Mourinho

»Hau ab, du Hurensohn!«

Kein Trainer polarisiert so wie Real-Coach José Mario dos Santos Félix Mourinho. Vor dem Halbfinal-Hinspiel gegen den FC Bayern haben wir die schönsten Eskapaden von »the special one« gesammelt. Von Hurensöhnen und Sex-Keksen ist alles dabei.

11. März 2007

Gleich ein Kracher zu Beginn: Nach dem 3:3 seiner Mannschaft gegen die Tottenham Hotspur im FA-Cup-Viertelfinale, wurde der damalige Chelsea-Trainer Mourinho beschuldigt, Schiedsrichter Mike Riley als »Hurensohn« beschimpft zu haben. Auf portugiesisch. Mourinhos Erklärung: »Ich habe das nicht beleidigend gemeint, auch wenn man es als Beleidigung verstehen kann.« Und: »Ich habe ihm nur gesagt, was ich gedacht habe. Aber ich bin höflich geblieben.« Immerhin erfuhr der interessierte Fußballfan anschließend pikante Details aus Mourinhos täglicher Arbeit: »Das Wort 'Hurensohn' sage ich ständig. Auch wenn wir den Pfosten treffen. Ich sage es 50 Mal pro Spiel und 50 Mal im Training, ich sage es zu meinen Spielern und zu mir selbst.«

15. Oktober 2007

Hat mit Fußball wenig zu tun, wollen wir euch aber natürlich nicht vorenthalten: Im Herbst 2007 entschied sich die von Liebhaber José verprellte »schöne Ex-Geliebte Elsa Souza« (»Bild«) dazu, mal so richtig auszupacken und intime Details des Startrainers öffentlich zu machen. Zitat: »José machte den Kamin an, wir hörten 'Everything I do' von Bryan Adams. Er fiel auf die Knie, griff sich ans Herz, sang es für mich. Wir kuschelten auf dem Sofa, er war sehr zärtlich. Wenige Tage später zog ich bei ihm ein.« Auch schön: »Nach jedem Spiel schaute er die Highlights, aß dabei immer Schokokekse. Wenn er verloren hatte, schrie er den Fernseher an. Wenn er gewonnen hatte, machte der Sex Spaß. Er fütterte mich dabei mit seinen Keksen.« Lechz...

elsa

3. März 2009

Schade, dass die Fußballwelt noch immer nicht den »Giovanni-Trapattoni-Wanderpokal« hat anfertigen lassen, José Mourinho hätte sich den Cup Anfang März 2009 redlich verdient. Ganze fünf Minuten lang hackte Inters Trainer bei einer Pressekonferenz auf die Medien (»intellektuelle Prostitution«), den AC Mailand, Kollege Claudio Ranieri und Juventus Turin ein. Inklusive zeitloser Verschwörungstheorien: »Wenn ich der Trainer vom AC Turin wäre, würde ich am nächsten Samstag zum Derby gegen Juventus gleich meine Jugendmannschaft schicken. Es ist doch sowieso überflüssig, gegen Juve zu spielen!« Juve-Torwart Gigi Buffon geißelte Mourinhos Rede anschließend als »realitätsfernes Kaffeebar-Geschwätz«. Das müssen wir uns merken.

13. Dezember 2009

Den späten Ausgleichstreffer von Bergamos Simone Tiribocchi hatte Inter-Trainer Mourinho offenbar noch nicht verdaut, als er nach dem 1:1 bereits im Mannschaftsbus saß und plötzlich den Reporter Andrea Ramazzotti (kein Scherz-Name!) von der »Corriere dello Sport« erblickte. Wutentbrannt packte Mourinho den verdutzten Pressemann am Schlafittchen, brüllte »Was zum Teufel macht dieser Hurensohn hier?« und hätte dem armen Kerl wohl auch noch die Nase zerbeult, wenn nicht zufällig anwesende Fans heldenhaft dazwischen gesprungen wären. »Mister, ich habe Sie nie beleidigt«, rief der verzweifelte Journalist noch, ehe Mourinho den Dialog auf seine Weise beendete: »Hau ab, du Hurensohn!«.

20. Februar 2010

Satte drei Spiele Sperre handelte sich Mourinho im Februar 2010 ein, als er die Platzverweise seiner Spieler Walter Samuel und Ivan Cordoba gegen Sampdoria Genua mit einer »Handschellen-Geste« in Richtung Schiedsrichter Paolo Tagliavento kommentierte. Mit den überkreuzten Händen, so urteilte das Sportgericht rasch, habe der Inter-Trainer dem Unparteiischen deutlich machen wollen, dass man ihn für seine Entscheidungen eigentlich in Handschellen abführen müsse. Quasi die stumme Variante von »Schiri, Telefon!«.

mour

18. Mai 2010

Gerade erst hatte Mourinho mit Inter Mailand die italienische Meisterschaft eingefahren, da sorgte er auch schon für den nächsten Eklat. Der damals heftig von Real Madrid umworbene Portugiese verweigerte nach dem entscheidenden 1:0-Sieg seiner Mannschaft gegen den AC Siena die Jubelfotos mit seinen Spielern und blieb anschließend auch der offiziellen Feier seines Klubs fern.

23. November 2010

Stellen sie sich vor, es ist das vorletzte Gruppenspiel in der Champions League. Ihre Mannschaft führt bereits mit 4:0 und ist sicher im Achtelfinale. Doch zwei ihrer besten Spieler sind mit einer gelben Karte vorbelastet. Sie kennen jedoch die Regeln: Der ganze Kartenmist wird nach der Vorrunde gelöscht, ihre Spieler dürfen unbelastet in die nächsten Partien gehen. Sie greifen sich also ihren Ersatztorwart, der ja sonst eh nichts zu tun hat und geben ihm folgenden Auftrag: Er soll sich hinter das Tor schleichen und der Nummer eins die Anweisung vom Chef überbringen – beide gelb-belasteten Spieler sollen sich gefälligst noch eine gelbe Karte einfangen, macht ja Sinn. Genau so dachte auch José Mourinho im November 2010. Blöd nur, dass in hellen Momenten auch die UEFA nicht von vorgestern ist, sie verdonnerte Reals Trainer zu zwei Spielen Sperre und einer Geldstrafe in Höhe von 40.000 Euro, sein Klub musste gar 120.000 Euro locker machen.

27. April 2011

»Unsere Welt ekelt mich an«, sprach José Mourinho nach der 0:2-Niederlage im Champions-League-Halbfinal-Hinspiel gegen den FC Barcelona und meinte den deutschen Schiedsrichter Wolfgang Stark. »Wenn ich sagen würde, was ich über den Schiedsrichter denke«, so Mourinho weiter, »wäre meine Karriere sofort vorbei.« Und erging sich dann in herrlichen Verschwörungstheorien: »Heute wurde bewiesen, dass man (gegen Barcelona) keine Chance hat. Und ich frage mich: Warum? Ich weiß nicht, ob das alles so ist, weil (Barca) Werbung für Unicef macht oder weil wir nicht nett genug sind. Aber Fakt ist, dass Barcelona eine Sache hat, die nur schwer zu erlangen ist: Macht.«

17. August 2011

Es ist ja auch zum Mäuse melken. Da hat man Fußballer im Wert von vielen Millionen Euro auf dem Platz stehen und bekommt trotzdem regelmäßig gegen vom FC Barcelona auf die Mütze. Kein Wunder, dass Mourinho in den letzten Minuten des bereits verlorenen Supercup-Endspiels die Sicherungen durchbrannten. Während sich Spieler, Assistenztrainer und Ordner nach einem heftigen Foul von Reals Marcelo an Cesc Fabregas zu einer spektakulären Massenkeilerei versammelten, schlich sich Mourinho von hinten an Barcas Co-Trainer Tito Vilanova an, und drückte ihm seinen Finger ins Auge. Das Sportgericht blieb milde und verdonnerte den Portugiesen zu 600 Euro Geldstrafe plus ein Spiel Sperre. Im Supercup.

5. Oktober 2011

Don´t fuck with Mou! Pedro Leon, ein ehemaliger spanischer U-21-Nationalspieler, war Reals Vereinsführung 2010 stolze zehn Millionen Euro Ablöse wert, kam unter Mourinho allerdings nur zu einer Handvoll Kurzeinsätzen. Zwar begeisterte Leon in einem dieser Spiele das Madrider Publikum mit furiosen Sturmläufen, doch der Mittelfeldspieler hatte dabei einen schweren Fehler begangen: Er hatte sich nicht an die von seinem Trainer vorgegebenen Laufwege gehalten. Die Folge: Leon wurde nicht mehr beachtet, schlimmer noch, gar übel gemobbt, wie er Anfang Oktober 2011 einem Radiosender erzählte: »Ich fragte ihn, wann ich denn mal wieder mit einem Einsatz rechnen könne. Mourinho sagte: 'Du würdest im nächsten Spiel nicht mal dann spielen, wenn das Flugzeug von Real Madrid abstürzen würde und du zu Hause säßest.'« PS: Pedro Leon spielt inzwischen beim FC Getafe.

Mitte Oktober 2011

Partys mit »The Special One« können so viel Spaß machen wie Kaffeekränzchen mit Tante Helga: Im Herbst 2011 bat die spanische Sportzeitung »Marca« zur großen Gala, mit viel Trara wurde zu später Stunde auch José Mourinho auf die Bühne gebeten, um die Ehren als »Trainer der Saison 2010/11« entgegen zu nehmen. Sichtlich gelangweilt schlurfte »Mou« zum Podium, ließ vor lauter Desinteresse fast die hübsche Trophäe fallen und maulte dann: »Dieser Preis interessiert mich nicht. Es ist viel wichtiger für mich, dass wir gestern drei Punkte geholt haben.«

25. Januar 2012

Es gibt diverse Arten, als Fußballtrainer dem Schiedsrichter die Meinung zu geigen. Man kann sich lauthals bei den Medien beschweren, den vierten Offiziellen so lange voll labern, bis der einen auf die Tribüne schickt – oder man macht es wie José Morurinho nach dem 2:2 im Rückspiel des »Copa del Rey«, des spanischen Pokalwettbewerbs. Frisch gegen Erzfeind Barcelona ausgeschieden, wartete Reals Trainer einfach vor dem Wagen des Unparteiischen, nur um den verdutzten Fernando Teixeira dann wüst zu beleidigen. Zitat: »Du bist mir ja ein schöner Künstler! Jetzt gehst du eine Zigarre paffen und lachst dir einen. Oder, du Schuft?«

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14. April 2012

Der vorerst letzte Streich: Beim Heimspiel gegen Sporting Gijon am vergangenen Samstag stürmte Mourinho plötzlich in Richtung gegnerische Trainerbank und zettelte beinahe eine Massenhauerei an, einer der Ersatzspieler Gijons behauptete anschließend, Reals Trainer habe ihm gar eine verpasst. Schöner Vergleich in der heutigen Ausgabe der »Süddeutschen Zeitung«: »Fehler? Am Samstag war wieder einer zu begutachten, als die Partie gegen Gijon nicht unter Kontrolle war und er das Stadion anzündete wie ein Pyromane.«

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