Die schönsten Entschuldigungen vor Carlos Tevez

»Er redet schneller, als er denkt«

Rüpel Carlos Tévez entschuldigt sich bei Manchester City! Diese Meldung schlägt so ein, dass auch die letzte Provinzpresse darüber berichtet. Wir erinnern uns derweil  an die schönsten Entschuldigungen von Fußballern, Trainern und anderen Hobby-Cholerikern. Die schönsten Entschuldigungen vor Carlos Tevezimago

Gleich vorweg: Die Entschuldigung von Luis Suárez gegenüber Patrice Evra hat es nicht in unsere Auswahl geschafft. Auch können wir nicht alle Ausraster und darauf folgende Entschuldigungen eines Jens Lehmann dokumentieren. Bei der Suche nach Reuebekundungen eines Stefan Effenberg gab uns Google zudem null Treffer an.  

Der FC Union Berlin wartet im Übrigen seit mittlerweile fünf Jahren erfolglos auf eine Entschuldigung des Pächters der Autobahntankstelle bei Groß Sarau, nachdem dieser Anzeige gegen die Mannschaft wegen Hausfriedensbruch, Beleidigung und Nötigung erstattet hatte. Klubchef Zingler schoss damals zurück, seine Spieler seien beleidigt, provoziert und am Einkauf gehindert worden. Ein solches Verhalten wolle man nicht hinnehmen.  

Unglaublich, was auf und neben den Fußballplätzen Europas so passiert. Die rührendsten, manchmal aber auch missglücktesten Ausfälle und Entschuldigungen in der Übersicht.      

Klopp vs. Podolski

Der Transferpoker in der Winterpause Anfang des Jahres ließ die emotionalen Wogen höher schlagen. Dortmunds Trainer Jürgen Klopp verkündete kurzerhand, dass er sich nicht für eine Verpflichtung von Lukas Podolski interessiere, da dessen Leistungen zu unkonstant seien. Podolski pöbelte ungewohnt redegewandt zurück, dass Dortmund sich einen Spieler wie ihn nach der Champions-League-Pleite nicht mehr leisten könne. Poldis Berater Schramm konnte Entwarnung vermelden: »Herr Watzke hat direkt bei mir angerufen, sich in aller Form im Namen des BVB entschuldigt und darum gebeten, das Poldi auch so zu sagen.«  

Lehmann vs. alle

Einsicht ist bekanntlich der erste Weg zur Besserung. Und so ließ uns Jens Lehmanns Äußerung hoffen, als er verkündete: »Dass ich mich nicht immer korrekt verhalte, das ist leider so auf dem Fußballplatz.« Zuvor hatte der VfB-Torhüter im Spiel gegen den FSV Mainz im Dezember 2009 die Kontrolle verloren, unter anderem den Mainzer Aristide Bancé gefoult und einem VfB-Fan die Brille geklaut. Letzteres sei ihm danach immerhin »peinlich und unangenehm« gewesen. Eine andere Möglichkeit ihn »zum Schweigen zu bringen«, habe er in dem Moment jedoch nicht gesehen. »Es tut mir vor allem für die Mannschaft leid«, so Lehmann. Na immerhin.  

Henry vs. Arsenal-Fan

Nach der überraschenden 2:3-Niederlage des FC Arsenal gegen Swansea City am 15. Januar 2012 schlenderte Thierry Henry nichtsahnend in den mitgereisten Fanblock, um sich für die Unterstützung zu bedanken. Als ihn einer der Fans beschimpfte, forderte der Franzose ihn zum Duell heraus. Im Nachklang verteidigte Henry zwar seine berechtigte Wut, relativierte aber die Herausforderung zum Kampf mit einer indirekten Entschuldigung: »Es war nicht meine Absicht, böswillig oder bedrohlich zu sein. Ich bin mir bewusst, dass ich das ruhiger hätte sagen können.« Jones vs. Reus
Nachdem Jermaine Jones im DFB-Pokal-Achtelfinale Schalke 04 gegen Mönchengladbach seinem Gegenspieler Marco Reus einen derben Fußtritt verpasst hatte, entschuldigte er sich via Twitter: »Ich habe mit Marco Reuss telefoniert und das Ding aus der Welt geschafft. Ich habe einen Fehler gemacht, den ich auch sehr bedaure.« Bereits in einem vorangegangenen Tweet hatte er sich »bei allen« entschuldigt, »vor allem bei Marco Reuss«. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.  

Lehmann vs. Kahn

»Ich muss zugeben, dass man hineininterpretieren kann, ich wolle mich moralisch über Kahn erheben. Insofern war es sicherlich leichtfertig. Dafür muss ich mich entschuldigen«, sagte Jens Lehmann, der im Februar 2004 merklich unzufrieden mit seiner Reservistenrolle in der Fußballnationalmannschaft war. Zuvor hatte er Oliver Kahn wegen seines Privatlebens attackiert: »Ich habe keine 24-jährige Freundin, ich habe ein anderes Leben.« Ganz überzeugend wirkte seine Entschuldigung nicht, als er nachsetzte: »Ich wollte mich absolut nicht in Kahns Privatleben einmischen. Ehe kaputt, davor ist letztlich keiner sicher.«  

Daum vs. Homosexuelle

Nachdem Christoph Daum als Trainer des FC Köln in einem DSF-Interview im Mai 2008 Homosexuelle mit Kindesmissbrauch in Zusammenhang gebracht hatte, distanzierte er sich am Rande eines Treffens mit Vertretern des schwul-lesbischen Köln-Fanclubs »Andersrum rut-wiess« von seinen homophoben Äußerungen. Zudem stellte er klar, dass die Äußerungen ganz und gar nicht seiner Lebenseinstellung entsprächen. Fanclub-Vertreter Patrik Maas äußerte Verständnis für den impulsiven Daum: »Er redet schneller, als er denkt. Und dafür liebt ihn Deutschland ja.« Klingt nach »Entschuldigung angenommen«.  

Miller vs. Harper

Ross Miller ist Fan des englischen Erstligisten FC Sunderland. Als sein Verein im Januar 2011 auf den Rivalen Newcastle United traf, brannten ihm die Sicherungen durch. Er stürmte aufs Feld und schubste Newcastle-Torwart Steve Harper. Der 17-Jährige wurde dann von seinem Vater gezwungen, Harper beim Training aufzusuchen, um sich zu entschuldigen. Da dieser trainingsfrei hatte, schickte er ihm einen Brief. Newcastles Kapitän Kevin Nolan blieb hart: »Dieser Fan sollte nie wieder ein Stadion betreten dürfen.«  

Frings vs. Löw

Ganz Deutschland kamen die Tränen: »Ich bin enttäuscht, mehr noch: Ich bin regelrecht traurig«, so Torsten Frings, nachdem er im Vorfeld der WM 2010 nicht für die entscheidenden Testspiele nominiert wurde. Zuvor hatte er bereits den Verdacht geäußert, dass Nationaltrainer Jogi Löw nicht anhand der Leistung der Spieler entscheide, wer aufgestellt wird. Später entschuldigte er sich für die öffentliche Kritik an Löws Personalpolitik: »Das war für mich eine neue, schwer zu verarbeitende Situation und in der ersten Reaktion habe ich deshalb das eine oder andere Wort benutzt, das ich heute bedaure.«  

Kempter vs. Bayern München

Im Skandal um den ehemaligen Schriedsrichter Manfred Amerell hatte dieser E-Mails zwischen ihm und Michael Kempter veröffentlicht. Darunter eine Mail, in der Referee Kempter schrieb: »Gleich spielen die Bayern. Hoffentlich fliegen sie gleich raus. Dann stoßen wir an.« Kempter entschuldigte sich beim Rekordmeister für seine »Anti-Bayern-Mail« und konnte laut Karl-Heinz Rummenigge glaubhaft vermitteln, »dass er absolut unparteiisch ist.« Die Bayern hätten demnach kein Problem, wenn Kempter zukünftig wieder Bayern-Spiele pfeifen würde. Rummenigge: »Wir sind nicht nachtragend.« So denn. St.-Pauli-Fan vs.

Schiffner
Kein Aprilscherz und wenn, dann kein gelungener: Am 1. April 2011 traf den Linienrichter Thorsten Schiffner beim Aufeinandertreffen von St. Pauli und Schalke 04 ein voller Bierbecher im Nacken. Die Begegnung wurde daraufhin abgebrochen, der Übeltäter später ermittelt und festgenommen. Öffentlich entschuldigt hat sich nicht der Bierbecher-Werfer, dafür aber umso deutlicher der damalige Pauli-Trainer Holger Stanislawski: »Ich kann mich nur für diesen Vollhonk entschuldigen. Der soll sich das Ding von mir aus selbst an den Kopf werfen.«  

Pepe vs. Messi

Es ist noch gar nicht lange her, da machte Real Madrids Abwehrspieler seinem Ruf alle Ehre und trat beim Clásico gegen FC Barcelona ungeschickt absichtlich auf Lionel Messis Hand, als der nach einem Foul auf dem Boden saß. Es folgte die erwartet halbherzige Entschuldigung: »Falls Messi sich beleidigt fühlt, entschuldige ich mich bei ihm.« Und außerdem: »Mir würde es niemals einfallen, einem Mitspieler Schaden zuzufügen.« Reals Sportdirektor Zinedine Zidane sprang ebenfalls für Pepe ein: »Er ist ein charmanter Kerl, sehr höflich.« Nun ja, entscheidend ist auf dem Platz.  

Ibisevic vs. Ballmädchen

Mütter und Väter dieser Welt: Haltet eure Töchter von Vedad Ibisevic fern! Nachdem er am 26. Februar 2011 bei der Hoffenheimer 1:2-Pleite gegen den FSV Mainz ausgewechselt wurde, trat er wütend gegen eine Trinkflasche, die das Ballmädchen Jaqueline nur knapp verfehlte. Die 12-Jährige beteuerte danach, dass sie den »Vedo« eigentlich ganz toll finde, wenn denn mal die Tore reingehen würden. Ibisevic musste zur Strafe eine Autogrammstunde in der Schulklasse von Jaqueline abhalten, tat aber so, als sei das auch für ihn ein Geschenk: »Ich mag Kinder.« Jaqueline bekam zum Trost eine signierte Trinkflasche.  

Breno vs. Bayern München
»Bayern zieht da ein krummes Ding mit mir ab«, twitterte Breno wütend, nachdem er im Januar in der B-Elf von Bayern München auflaufen musste. Später entschuldigte er sich für den Eintrag bei Trainer Heinckes. Er hätte etwas missverstanden. Rummenigge empfahl ihm, das mit dem Twittern zukünftig zu lassen: »Die Spieler können nicht einfach ihren Gefühlen freien Lauf lassen.« Breno erhielt für seinen Ausfall die »Gelbe Karte«. Da hat er wohl nochmal Glück gehabt.  

Holstein Kiel vs. Borussia Dortmund

80.000 Zuschauer im Westfalenstadion schwankten zwischen Rührseligkeit und Fremdschämen, als sie das legendäre Entschuldigungsvideo der Holsteiner Jungs erblickten. Darin entschuldigte sich die Mannschaft von Holstein Kiel für die verbalen Entgleisungen während der Live-Schaltung in ihre Kabine nach der DFB-Pokal-Viertelfinal-Auslosung: »Wir wollen uns bei euch im Namen von Holstein Kiel entschuldigen. Während der Auslosung des DFB-Pokal-Viertelfinals sind mit Einigen von uns die Pferde durchgegangen. Das war unsportlich und falsch.« Bisher unentschuldigt blieben die Gesänge »Wir haben Mainz gefickt«, die mittlerweile aufgetaucht sind.

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