Die schnellsten Platzverweise der Fußballgeschichte

Tick, Tack, Rot

Bahrains Nationalspieler Rashed Al Hooti hält fortan eine unrühmliche Bestmarke: Beim WM-Qualispiel gegen den Iran sah er nach 43 Sekunden die Rote Karte – Rekord in der WM-Geschichte. Grund genug für eine Liste der zehn schnellsten Platzverweise der Fußballgeschichte. Die schnellsten Platzverweise der Fußballgeschichte

Platz 10: 37 Sekunden
Den schnellsten Platzverweis bei einer Europameisterschaft kann der Jugoslawe Mateja Kezman für sich verbuchen. Im Jahr 2000 nagelte er zarte 37 Sekunden nach seiner Einwechslung in der 88. Minute den Norweger Erik Mykland unmittelbar vor den Augen von Schiedsrichter Hugh Dallas um. Das Duschen konnte sich Kezman sparen, es sei denn er war beim Aufwärmen ins Schwitzen gekommen.

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Platz 9: 34 Sekunden
Schlechter als Rashed Khalil Al Hooti kann man wohl nicht in die Qualifikation zu einer Weltmeisterschaf starten. Aufgepeitscht von 82.000 gegnerischen Fans im Teheraner Azhadi Stadion fährt Bahrains Al Hooti etwas vorschnell das lange Bein gegen Gegenspieler Andranik Teymourian aus. Es war sein erster Zweikampf – kein Wunder, war das Spiel doch erst 34 Sekunden alt. Der Schiri fackelte nicht lang und zückte den roten Karton. Ein Rekord in der WM-Historie. Bahrain unterlag dem Iran am Enden deutlich mit 0:6. Wie gesagt, schlechter kann man nicht in eine WM-Qualifikation starten.

Platz 8: 13 Sekunden
Seinen Saisonstart hatte sich Torhüter Kevin Pressman von Sheffield Wednesday ganz anders vorgestellt. Im ersten Spiel gegen die Wolverhampton Wanderers hatte Pressman noch nicht einmal sein Revier im Strafraum markiert, als er schon wieder gehen konnte. Ein langer Ball der Wanderers überraschte Sheffields Abwehr, Pressman stürzte raus und berührte den Ball außerhalb des Sechzehners mit der Hand. Da waren dreizehn Sekunden gespielt. Das Datum des ersten Spieltags: 13. August 2000. Alle Verschwörungstheoretiker können dennoch ausatmen: Dieser Tag war ein Sonntag.

Platz 7: 12 Sekunden
Auch im filigran ausgerichteten Brasilien findet sich ein Rekordsünder. Zé Carlos von Cruzeiro Belo Horizonte sah im Liga-Spiel gegen Atletico Mineiro bereits nach zwölf Sekunden rot. Bei seinem zweiten Ballkontakt, der erste war übrigens der Anstoß, wurde er von hinten attackiert, geriet ins Straucheln und schlug seinem Gegner im Fallen mit dem Ellbogen ins Gesicht. Gespielte Zeit: sieben Sekunden. Fast genauso lange brauchte der Schiedsricheter, um ihm die Karte zu zeigen, nämlich fünf Sekunden. Zé Carlos haderte trotzdem mit der Entscheidung und verharrte aus Protest auf dem Feld, als wolle er seinen Arbeitstag künstlich verlängern. Nützte aber nichts.


Platz 6: 10 Sekunden
Den schnellsten Platzverweis im europäischen Spitzenfußball handelte sich ein gewisser Guiseppe Lorenzo vom FC Bologna am 9. Dezember 1990 ein. Schnöde zehn Sekunden stand Lorenzo im Spiel gegen den AC Parma auf dem Platz, ehe er sich mit einer üblen Blutgrätsche in den Feierabend verabschiedete.

Ebenfalls nach zehn Sekunden runter musste Preston Edwards von Ebbsfleet United. Nach einem absoluten Katastrophenpass seines Verteidigers griff Edwards zur Notbremse und verschwand schimpfend in der Kabine.




Platz 5: 8 Sekunden
Der Kurzauftritt des dänischen Zweitliga-Fußballer Patrick Tronorg dauerte kaum länger als das Lesen dieses Satzes. Bei der Begegnung zwischen Brönshöj und Stenlöse wurde Tronorg fünfzehn Minuten vor dem Abpfiff eingewechselt. Kaum war das Spiel wieder freigegeben, gerieten er und sein Gegenspieler unsanft aneinander: Tronorg fuhr den Ellenbogen aus, im Stadion vernahm man ein lautes Knacken. Die Folge: Rot wegen Tätlichkeit. Zwischen dem Wiederanpfiff und Tronorgs Ellbogencheck lagen acht Sekunden.

Platz 4: 3 Sekunden
Aber es geht wirklich noch viel, viel kürzer: Der Schotte David Pratt von Chippenham Town FC aus der siebtklassigen Southern League in England foult fast schneller als sein eigener Schatten. Nach einem rüden Tackling kassierte er nach drei Sekunden den Freifahrtsschein in die Rekordbücher.

Platz 3: 2 Sekunden
Dass es ein so genanntes »Language Foul« wirklich gibt, ahnte der walisische Amateurfußballer Lee Todd wohl nicht, als er nach dem grellen Anpfiff des Schiedsricher keifte: »Fuck me, that was loud!«. Tick, Tack, Rot, nach zwei Sekunden – wegen Beleidigung. Ob Todd seitdem unter einem fiependen Tinnitus leidet, ist nicht bekannt.

Platz 2: 0 Sekunden
Den Rekord für die schnellste rote Karte halten gleich zwei Schnellduscher. Als erstes gelang das Künststück dem Jamaikaner Walter »The Pearl« Boyd. In der Saison 1999/00 kauerte er beim Viertligaduell seines Klubs Swansea City mit Darlington 88 Minuten auf der Bank, ehe ihn der Trainer doch noch brachte. Leicht übermotiviert stürmte Boyd auf das Feld und reihte sich bei einem Freistoß in die Mauer ein. Einen Rempler seines Gegenspielers nahm Boyd allerdings etwas zu persönlich und schlug zurück. Bevor das Spiel wieder angepfiffen wurde, sah Boyd die rote Karte –  nach null Sekunden.

Platz 1: 0 Sekunden
Dieses unmögliche Kunststück wiederholte der Nordire Keith Gillespie in Diensten von Sheffield United am 20. Januar 2007. Direkt nach seiner Einwechslung rammte er seinem Gegenspieler Stephen Hunt unsanft seinen Ellbogen ins Gesicht. Rot! Zwar war Gillespie da schon stolze zwölf Sekunden auf dem Platz. Da das Spiel aber noch nicht wieder angepfiffen war, stand er statistisch gesehen keine einzige Sekunde auf dem Spielfeld. Glückwunsch.

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