Die Saisonvorschau 2014/15: VfL Wolfsburg

Party hard

Wolfsburg wollte das Supertalent Romelu Lukaku  – und bekam das Auslaufmodell Niklas Bendtner. Was das für die durchaus ernstgemeinten Champions-League-Ambitionen der Autokicker bedeutet, lest ihr in der Saisonvorschau.

imago

Das ist neu:
Glamour. Wolfsburg hat nach Stefan Effenbergs Gastspiel Anfang der Nullerjahre endlich wieder eine echtes Super-Ego in seinen Reihen. Denn gegen das Selbstbewusstsein vom dänischen Neuzugang Niklas Bendtner wirkt selbst das Ego des gefühlten Weltstars Diego, der mittlerweile bei Fenerbahce seine Brötchen verdient, wie ein schüchterner Erstklässer. Aus seiner Zeit in London ist folgende Anekdote überliefert: Im Frühjahr 2010 bekam Arsenal Besuch von einem Psychiater, der unter anderem das Selbstvertrauen der Spieler einschätzen sollte. Auf einer Skala, bei der eigentlich 9 der beste Wert war, erzielte Bendtner eine glatte 10. Nicht ganz unsympathisch.

Das fehlt:
Eine Verstärkung im Sturm. Im Ernst, Bendtner ist bei seinen letzten Stationen weniger durch fußballerische Exzellenz, denn durch Alkoholfahrten, Partynächte und Fast-Food-Exzesse aufgefallen. Und dass der VfL monatelang an Belgiens Sturmbullen Romelu Lukaku rumbaggerte, gar bereit war über 30 Millionen Euro zu bezahlen, und am Ende doch Bendtner verpflichtete, riecht gefährlich nach Panikkauf. Dabei hatte sich der VfL zuvor bisher ungewöhnlich defensiv auf dem Transfermarkt bewegt, lediglich Josuha Guilavogui wurde für knapp sechs Millionen von Atletico Madrid geliehen, Sebastian Jung kam für schmale 2,5 Millionen aus Frankfurt, Aaron Hunt und  Bendtner gar ablösefrei. Eigentlich müsste noch etwas Kleingeld zur Verfügung stehen, um eine durchschlagskräftige Ergänzung zu Ivica Olic und Bas Dost zu finanzieren. Und ein paar Tage ist das Transferfenster ja auch noch geöffnet. Und angeblich bietet der AS Monaco derzeit Falcao an wie Sauerbier. Nur Mut!

Das fehlt nicht:
Hohe Ansprüche. Mit einem Gesamtwert von 179,48 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) hat Wolfsburg immerhin den viertteuersten Kader der Liga. Der schreit quasi danach, nach dem Erreichen der Europa League in der vergangenen Saison nun den nächsten Schritt zu machen. Soll heißen: Champions League. Weil der Zugang zu den oberen vier Plätze aber seit Jahren von den üblichen Verdächtigen zugemauert zu sein scheint, dürfte der Kampf um die Königsklasse in dieser Saison der spannendste bundesligainterne Wettkampf sein. So werten wir das Pokalgewürge gegen Darmstadt 98 dann auch einfach mal als kleinen Fehltritt zum richtigen Zeitpunkt und hoffen auf große Duelle um Europas Königsklasse.

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